Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dammartin; Dammastock; Damme; Dammerde; Dammerkirch; Dammersfeld; Dämmerung

441

Dammartin - Dämmerung.

steinfirnis ersetzen. Aus Abfällen von D. wird durch Zusammenschmelzen ein schlackenartiges, schmutzig graues Produkt erhalten, welches als Kunstdammar (holländisches D.) in den Handel kommt. Als schwarzes D. kommt das Harz mehrerer asiatischer Canarium-Arten in den Handel. Am häufigsten wendet man den Dammarafirnis mit Terpentinöl an und erhitzt zur Bereitung desselben 2 kg durchsichtiges D. (nicht gepulvert) mit 4 kg Terpentinöl in einem emaillierten eisernen Gefäß. Australisches D., Kauriharz, s. Kopal.

Dammartin (spr. -täng. D. en Goële), Stadt im franz. Departement Seine-et-Marne, Arrondissement Meaux, Station der Nordbahn, mit zwei Kirchen, Spitzenfabrikation, Handel mit Getreide und Wein und (1876) 1780 Einw. Die ehemalige, nach D. benannte Grafschaft kam 1227 durch Heirat an Philipp Hurepel, Sohn König Philipps II., 1258 an die Herren von Tric, später an verschiedene Häuser, ward 1632 nach dem Tode des Marschalls von Montmorency, des letzten Besitzers, vom König eingezogen und dem Haus Bourbon-Condé geschenkt.

Dammastock, Berggipfel in der Ostgruppe der Berner Alpen, im Schneestock 3633 m hoch, umgeben vom Galenstock (3598 m), Tierberg (3440 m), Sustenhorn (3511 m) u. a. Von den Lagern ewigen Schnees (Dammafirn etc.) steigen beträchtliche Eisströme in die Thäler hinab, so der Rhônegletscher, der Triftgletscher, der Steingletscher (letztere zwei zum Gebiet des Gadmenwassers), der Wallebühlfirn, der Kehlegletscher und der Wintergletscher (diese drei zur Göschener Reuß) u. a. In dieser mächtigen Gruppe begannen die Ersteigungen der höchsten und schwierigsten Gipfel mit dem Sustenhorn (G. Studer 7. Aug. 1841) und dem Galenstock (Desor und Dollfuß 18. Aug. 1845); es folgten 1864 der Schneestock (Wenger 7. Juli), der Spitzberg (Raillard und Fininger 21. Juli), der D. (Hoffmann 28. Juli), der Hintere Tierberg (Preiße 1. Aug.), das Diechterhorn (Schwarzenbach 2. Aug.); 1865 wurden der Kilchlistock (A. Hoffmann-Burckhardt 14. Juli) und der Stücklistock (E. Hoffmann und J. Hoffmann-Merian 27. Aug.) bezwungen. 1868 wurde oberhalb des Triftgletschers am Thältistock eine Klubhütte (Trifthütte, 2515 m) errichtet. Oberhalb des über dem Ursernthal hängenden Tiefengletschers entdeckten 1866 die Thalleute von Guttannen (Hasli) eine Kristallhöhle, etwa 30 m über dem Gletscherrand. Dieselbe war bis nahe an die Decke mit einer Masse erdigen, chloritartigen Schuttes, Quarzstücken und Granitblöcken angefüllt. Die Untersuchung förderte eine Menge großer und kleiner Rauchtopase (Morion) aus dem Schutt hervor, im ganzen gegen 150 metr. Ztr. Unter den bedeutendern Exemplaren ragen durch Größe und Schönheit hervor: der "Großvater" (133 kg), der "König" (127 kg), "Karl der Dicke" (105 kg) u. a. So bildete der Fund ein Seitenstück zu den ältern am Zinkenstock (s. Finsteraarhorn) und im Wallis.

Damme, 1) Marktflecken und Amtssitz im Großherzogtum Oldenburg, südlich von Vechta, mit Amtsgericht, Leinweberei, Schweinehandel und (1880) 758 kath. Einwohnern. Die Umgegend ist reich an germanischen Altertümern (Gräber, Opfersteine etc.). -

2) Dorf in der belg. Provinz Westflandern, Arrondissement Brügge, 4 km nordöstlich von dieser Stadt, einst befestigt und ein bedeutender Seehafen, mit einem Denkmal des vlämischen Dichters Jakob Maerlant (seit 1860) und (1884) 1038 Einw.

Dammerde, s. v. w. humose Erde oder Ackerkrume; s. Boden, besonders S. 108.

Dammerkirch (franz. Dannemarie), Stadt in Elsaß-Lothringen, Bezirk Oberelsaß, Kreis Altkirch, am Rhein-Rhônekanal und an der Eisenbahn Mülhausen-Altmünsterol (Belfort), ist Sitz eines Amtsgerichts, hat ein großes Kanalbassin und (1880) 1121 kath. Einwohner.

Dammersfeld, eine der bedeutendsten Erhebungen des Rhöngebirges, zwischen Fulda und Sinn, dem Kreuzberg gegenüber, 930 m hoch, hat einen langen und breiten, mit großen Mooren und Wiesen bedeckten Rücken, auf dem sich noch eine Kuppe erhebt, die eine schöne Fernsicht gewährt. Die Wiesen des Dammersfeldes lieferten zur Zeit der fuldaischen Fürsten als Domäne 4500. Ztr. des besten Heus und nährten obendrein noch eine bedeutende Rinderherde; das alte große Schweizerhaus stand noch lange auf dem Bergrücken.

Dämmerung, die Helligkeit, welche die Sonne einige Zeit vor ihrem Aufgang (Morgendämmerung) und nach ihrem Untergang (Abenddämmerung) verbreitet, und welche des Morgens zunimmt, wie sich die Sonne dem Horizont nähert, und des Abends abnimmt, wie sie sich von demselben entfernt. Sie entsteht dadurch, daß die Sonnenstrahlen die höhern Luftschichten noch treffen und diese, weil sie nicht vollständig durchsichtig sind, einen Teil des auf sie fallenden Lichts zurückwerfen und zerstreuen. Ohne Atmosphäre oder bei vollständiger Durchsichtigkeit derselben würden auf unsrer Erde Licht und Finsternis unmittelbar und ohne Übergänge einander folgen. Wie nun die D. zunächst abhängig ist vom Stande der Sonne, so wird sie in ihrem Verlauf und in ihren einzelnen Erscheinungen ganz vom Zustand der Atmosphäre beherrscht, soweit derselbe das Verhalten zum Licht zu modifizieren vermag. Weil aber die Atmosphäre in Bezug auf ihre Reinheit, Feuchtigkeit, Temperatur, Ruhe und Bewegung fortwährenden Schwankungen unterworfen ist, so ist auch die D. zu verschiedenen Zeiten an demselben Ort sehr ungleichartig. Ist die Luft recht rein, so bemerkt man bald nach Sonnenuntergang diametral dem Untergangspunkt gegenüber einen blaugrauen, bogenförmig begrenzten Raum am Himmel, welcher den von der Erde auf die Atmosphäre geworfenen Schatten bezeichnet. Dieser Raum wurde von Mairan Gegendämmerung genannt. Er ist gewöhnlich durch einen weißlichen Streifen von dem übrigen rötlichen Himmel getrennt, eine Folge der Zusammenwirkung des roten und blauen Lichts. Mit sinkender Sonne hebt sich der Schatten mehr und mehr und erreicht den Zenith, wenn die Sonne 6½° unter dem Horizont steht. Zu dieser Zeit werden die größern Sterne sichtbar. Die orangefarbene Abendröte zieht sich unterdessen immer mehr nach dem westlichen Horizont zusammen, und über ihr zeigt sich ein weißer, bogenförmig begrenzter Raum, den man Dämmerungsschein zu nennen pflegt. Die Abendröte verschwindet dann immer mehr und mehr und sinkt endlich unter den westlichen Horizont hinab, worauf auch die kleinsten Sterne sichtbar werden. Dies ist das Ende der astronomischen D., bei welchem die Sonne 18° unter dem Horizont sich befindet. Ein Kreis, welcher 18° unter dem Horizont und parallel mit diesem am unsichtbaren Teil des Himmels gezogen wird, heißt der Dämmerungskreis, und da, wie schon erwähnt, die D. von der Atmosphäre bedingt wird, so kann man aus der Lage des Dämmerungskreises auf die Höhe der Atmosphäre schließen, die sich hiernach zu etwa 9 geogr. Meilen ergibt. Die Dauer der D. ist also abhängig von der Zeit, in welcher die Sonne den Dämmerungs-^[folgende Seite]