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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dampfentwässerungsapparate; Dampfer; Dämpfer; Dampffähre; Dampffarben; Dampfflinte

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Dampfentwässerungsapparate - Dampfflinte.

leitet. - In der Kochkunst heißt d. (schmoren, dünsten, franz. dauber, étuver) diejenige Zubereitungsart des Fleisches (besonders des Rindfleisches), bei welcher man dasselbe im verschlossenen Gefäß unter Hinzuthat von Butter oder Fett und Bouillon im eignen Dampf gar werden läßt.

Dampfentwässerungsapparate (Dampftrockner, Wasserabscheider), Vorrichtungen, welche dem Wasserdampf das für den Betrieb von Dampfmaschinen schädliche, in Nebelform darin enthaltene Wasser entziehen, wirken (abgesehen von der Erhitzung des Dampf- und Wassergemisches in über dem Dampfkessel angebrachten Rohren): 1) Durch Verminderung der Geschwindigkeit des Dampfstroms, indem man demselben einen so großen Querschnitt bietet, daß sich wenigstens ein Teil des Wassers infolge seines größern spezifischen Gewichts abscheidet. Die auf diesem Prinzip beruhenden D. sind fast gar nicht im Gebrauch, weil sie zu voluminös ausfallen. 2) Durch bedeutende Erniedrigung der Spannung des Dampfes (Drosseln des Dampfes), indem man ihn zwingt, unter Überwindung einer großen Reibung durch eine Anzahl kleiner Öffnungen zu strömen. Die dabei aufgewendete Arbeit setzt sich in Wärme um, und diese verdampft das mitgerissene Wasser. Ein derartiger Dampfentwässerungsapparat ist von Glaser konstruiert u. besteht aus zwei ineinander greifenden Ringsystemen, welche zwischen sich eine Reihe enger, ringförmiger Spalten lassen (Fig. 1). 3) Durch Einführung des Wasser- und Dampfgemisches in gekrümmte Bahnen, wobei die größere Trägheit und die damit zusammenhängende größere Zentrifugalkraft des Wassers deren Abscheidung zu bewirken hat. Hierher gehört der Dampfentwässerungsapparat von Schmidt (Fig. 2). Der bei E ein- und bei A austretende Dampf wird beim Durchströmen des Apparats durch die mit Haken und Rinnen versehenen Scheidewände gezwungen, einen schlangenförmig gewundenen Weg zurückzulegen. Die hierbei durch die Zentrifugalkraft ausgeschleuderten Wasserteilchen werden durch die Haken g1 g2 g4 ^[g_{1} g_{2} g_{4}] und durch die Rinne g3 ^[g_{3}] aufgefangen und nach dem Wasserabfluß w geleitet (aus der Sammelrinne g3 ^[g_{3}] mittels eines in dieselbe mündenden Röhrchens), damit das einmal abgeschiedene Wasser möglichst wenig mit dem Dampf in Berührung kommt. Die wiederholte Schleuderwirkung wird in den erweiterten Querschnitten der beiden Sammelkammern durch das Beharrungsvermögen der sich nach unten bewegenden Wasserteilchen unterstützt. Aus dem Wasserabfluß wird das Wasser durch ein Rohr a abgeführt, und gewöhnlich geschieht die Abführung entweder in der Weise, daß man den Apparat höher als den Kessel stellt und das Rohr a in den Kessel bis unter den Wasserspiegel hineinführt, so daß das Wasser einfach durch sein Gewicht kontinuierlich hineinfließt, oder aber, wo die Verhältnisse eine solche Rückleitung des Wassers nicht gestatten, durch zeitweises Öffnen eines im Rohr a angebrachten Hahns, besser jedoch durch Anschließung eines selbstthätig wirkenden Kondensationswasserableiters (s. d.).

^[Abb.: Fig. 1. Glasers Dampfentwässerungsapparat.]

^[Abb.: Fig. 2. Dampfentwässerungsapparat von Schmidt.]

Dampfer, s. v. w. Dampfschiff.

Dämpfer (ital. Sordino, franz. Sourdine), Vorrichtungen, mittels deren man die Stärke des Tons der Saiten-, Blas- und Schlaginstrumente vermindert. Die ältern Tafelklaviere und auch unsre Pianinos haben zweierlei Dämpfervorrichtungen, nämlich die allen Klavieren, auch den Flügeln, gemeinsamen D., welche nach Loslassen der Taste den Ton sofort ersticken, und eine zweite Art, die durch ein besonderes Pedal regiert wird und nur ausgiebige Schwingungen der Saiten verhindert, kleine dagegen zuläßt. Diese letztere Art der Dämpfung ersetzt die Verschiebung der Flügel, gibt aber einen durchaus abweichenden Effekt, so daß es zu verwundern ist, daß unsre Flügelfabrikanten nicht außer der Verschiebung auch noch diese Art der Dämpfung anbringen, was ersprießlicher wäre als alle die Spielereien wie Prolongationspedal etc. Die D. der Streichinstrumente sind ähnlich wie der Steg geformte Holzkämmchen mit gespaltenen Zinken, welche auf den Steg fest aufgeklemmt werden. Dieselben vermögen zwar nicht ein starkes Schwingen der Saiten zu verhindern, da dieses vom Angriff des Bogens abhängt; wohl aber modifizieren sie stark die Übertragung der Schwingungen durch den Steg auf den Resonanzboden. Der Timbre des gedämpften Klanges der Streichinstrumente ist ein ganz andrer als der des freien und hat etwas an den Klang der Oboe Gemahnendes, ein wenig Näselndes, das im Piano traumhaft verschleiert und im Mezzoforte seltsam gedrückt, wie aus Fesseln sehnend sich losringend klingt. Für die Blechblasinstrumente gebraucht man als D. durchbohrte Holzkegel, die in die Stürze eingeschoben werden und den Timbre stark verändern durch Hemmung der Molekularschwingungen des Blechkörpers selbst, aber zugleich als halbe Deckung wirken, d. h. die Tonhöhe etwas verändern; ihre Anwendung ist darum eine mißliche, und man hat neuerdings kompliziertere D. konstruiert. Das Stopfen der Horn- und Trompetentöne mit der Hand ist auch Dämpfung und die dadurch hervorgebrachte Veränderung des Timbre dem entsprechend. Der Klang der Trommeln wird gedämpft durch Einschaltung eines Tuchstreifens od. dgl. zwischen die Schnarrsaite und das Fell, der Klang der Pauken durch Berührung des Felles mit der Hand.

Dampffähre, flaches Dampfschiff (von den kleinsten Abmessungen bis zu mehreren Tausend Tonnen Gehalt) zum Übersetzen von Personen, Gütern, Fuhrwerken oder Eisenbahnzügen über Flüsse, Landseen und Meeresarme; s. Dampfschiff.

Dampffarben, s. Zeugdruckerei.

Dampfflinte, s. Dampfgeschütz.