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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dampfkesselspeiseapparate

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Dampfkesselspeiseapparate.

Sammelgefäß, in welchem das in den Röhren der Heizungsanlage etc. kondensierte Wasser durch das Rohr E zufließt. Dasselbe steht für gewöhnlich außer Verbindung mit dem Dampfkessel B, indem die Hähne c und d geschlossen sind, jedoch mit der äußern Luft durch den Hahn f in Verbindung, damit das Wasser frei einströmen kann. Hat sich A bis nahe an die Mündung des Rohrs mit Wasser gefüllt, so schließt man e und f und öffnet c und d, so daß nunmehr das Wasser vermöge seines Eigengewichts durch das Rohr D in den Kessel fällt, dagegen sich das Gefäß A durch das Rohr C mit Dampf anfüllt. Wenn man nun wieder c und d schließt, so kann man entweder durch Öffnung von e und f wieder Kondenswasser nach A fließen oder aber e und f geschlossen lassen und dadurch bewirken, daß der Dampf in A sich nach kurzer Zeit kondensiert und ein Vakuum bildet, so daß A sich nach Öffnung des im Saugrohr G befindlichen Hahns g mit frischem Speisewasser aus dem tiefer gelegenen Reservoir H füllt.

Mit den bisher beschriebenen Dampfkesselspeiseapparaten ist man ohne besondere Vorrichtungen nicht imstande, kontinuierlich zu speisen, d. h. man kann, weil die Dampfentwickelung und Dampfentnahme bei einer Kesselanlage durchaus nicht gleichmäßig bleibt, diese D., die einen ziemlich gleich bleibenden Wasserstrom zuführen, nicht dauernd arbeiten lassen, ohne übermäßig starke Schwankungen des Wasserstandes herbeizuführen. Vielmehr ist man darauf angewiesen, die betreffenden D. jedesmal, wenn der Wasserstand sich der äußerst erlaubten untern Grenze nähert, in Gang und nach gehöriger Speisung wieder außer Thätigkeit zu setzen. Diese diskontinuierliche Speisung hat den Nachteil, daß sie, wenn der Kesselwärter aus Unaufmerksamkeit oder Bequemlichkeit nur in großen Zwischenräumen speist, auf einmal zu große Quantitäten frischen Wassers in den Kessel gelangen lassen, wodurch die Kesselwassertemperatur momentan erniedrigt und die Dampfentwickelung vermindert, anderseits aber der Heizer veranlaßt wird, zur Kompensierung zeitweise zu stark zu feuern und dadurch Rauch und Rußbildung herbeizuführen. Wartet der Heizer mit dem Speisen vollends, bis Teile der Heizfläche vom Wasser entblößt und glühend werden, so ist dadurch die Vorbedingung zu einer Dampfkesselexplosion gegeben. Man ist deshalb darauf bedacht gewesen, die Dampfkesselspeisung kontinuierlich zu machen. Es läßt sich das bei den Speisepumpen dadurch erreichen, daß man Reguliervorrichtungen anbringt, welche vom Heizer nach den Angaben der Wasserstandzeiger des Kessels justiert werden müssen. Hierher gehört z. B. Maxims Regulatur für Speisepumpen, bestehend in einem über dem Saugrohr angebrachten Reguliercylinder mit darin beweglichem, unter Federdruck stehendem Regulierkolben. Bei Niedergang des Pumpenkolbens wird das unter ihm befindliche Wasser so lange in den Raum unter dem Regulierkolben gedrängt, bis der Federdruck stärker wird als der im Dampfkessel herrschende Druck, worauf der Rest des Hubwassers in den Kessel gelangt, während beim Aufgang des Pumpenkolbens immer erst das Wasser aus dem Reguliercylinder in die Pumpe tritt, ehe neues Wasser angesaugt wird. Je mehr daher die Feder vom Heizer mittels einer Regulierschraube angespannt wird, desto weniger Wasser kann in den Regulierraum und desto mehr in den Kessel gelangen und umgekehrt.

Will man nun die Speisung kontinuierlich und zugleich ganz unabhängig vom Heizer machen, so muß man andre Apparate anwenden, welche jedesmal bei geringem Sinken des Wasserspiegels unter die mittlere Höhe selbstthätig eine geringe Quantität Wasser einführen. Von diesen selbstthätigen Speiseapparaten ist der von Cohnfeld der verbreitetste (Fig. 2). Im Ruhezustand ist der ganze Apparat mit Wasser gefüllt. Sinkt nun im Kessel das Wasser zu tief, so tritt bei V Dampf in das Rohr p', welches oben mit dem Wasserfänger d versehen ist, und geht durch das Ventil h, Rohr p und Apparat z f nach A. Infolgedessen gelangt zunächst das in dem Behälter A vorhandene Wasser durch das Rohr c in den Kessel. Ein Teil des Dampfes tritt ferner durch ein Rohr F'F in den Behälter A' und drückt das hier vorhandene Wasser durch e e' nach A. Indem sich der Dampf hierbei zum Teil kondensiert, entsteht ein luftverdünnter Raum, und es tritt Wasser aus dem Reservoir M durch das Rohr i und Ventil R in den Behälter A', bis dieser wieder gefüllt ist. Zwei selbstschließende Ventile S und z verhindern ein Rücklaufen des Wassers durch c und p. Das Ventil z besteht aus einem langen Cylinder, der sofort in die Höhe schnellt, sobald in A und A' der Dampfdruck bis zu einem gewissen Grad abnimmt und dadurch

^[Abb.: Fig. 2. Cohnfelds Dampfkesselspeiseapparat.]