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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dampfmantel; Dampfmaschine

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Dampfmantel - Dampfmaschine.

Dampfmantel (Dampfjacke), Vorrichtung an Dampfmaschinen, welche bezweckt, den Cylinder vor Abkühlung zu schützen, indem man ihn mit einem Mantel umgibt und in letztern Dampf leitet.

Dampfmaschine (hierzu Tafel "Dampfmaschine I und II"), eine Kraftmaschine, die mit gespanntem Wasserdampf betrieben wird. Derjenige Teil, welcher zunächst die Kraft des in einem Dampfkessel erzeugten gespannten Dampfes aufnimmt, ist der Dampfkolben, ein Kolben, welcher sich in einem cylindrischen Raum (Dampfcylinder) dicht anschließend hin und her bewegen läßt. Der Dampf kann auf zweierlei Arten zur Wirkung gebracht werden. Läßt man nämlich in den Cylinder von einer Seite Dampf von einer höhern Spannung als der der umgebenden Luft treten, während die andre Seite mit der Atmosphäre kommuniziert, so wird der Kolben von dem Dampfe vorwärts bewegt, es wirkt also der Dampf in diesem Fall durch direkten Druck. Sperrt man dagegen den Dampf ab, sobald der Kolben das Ende des Cylinders erreicht hat, und kühlt man den nunmehr mit Dampf gefüllten Cylinder mit Hilfe von kaltem Wasser ab, so kondensiert sich der Dampf zu Wasser, und da dies einen bedeutend kleinern Raum einnimmt als der Dampf, so wird der übrige Raum nahezu leer sein. Daher wird von dieser Seite auf den Kolben gar kein Druck ausgeübt werden, während auf der andern Seite der Druck der atmosphärischen Luft herrscht. Dadurch wird der Kolben wieder zurückgetrieben. Hierbei wirkt der Dampf also nicht direkt, sondern durch Erzeugung eines Vakuums. Bei den modernen Dampfmaschinen ist entweder die erstere Wirkungsart (durch direkten Dampfdruck) oder beide (direkter Dampfdruck und Erzeugung eines Vakuums durch Kondensation) im Gebrauch, während man von der zweiten ohne die erste jetzt keine Verwendung mehr macht.

Die Wattsche Niederdruckmaschine.

Die erste wirklich praktische D. ist von James Watt erfunden worden. Watt wandte Dampf von geringer Spannung (1-1½ Atmosphäre Totaldruck) an, weshalb man diese Art Maschinen Wattsche Niederdruckmaschinen nennt. Eine solche (Fig. 1) diene, als Vorbild aller modernen Dampfmaschinen, zur Erläuterung des Prinzips der D. H ist der gußeiserne, zum Schutz gegen Abkühlung mit einem zweiten Cylinder (Mantel) umgebene Dampfcylinder, in welchem der Kolben (Dampfkolben) Z dicht anschließend beweglich ist. Die zweckmäßige Dampfverteilung über, resp. unter dem Kolben wird durch die Steuerung herbeigeführt wie folgt. Am Boden und am Deckel des Cylinders sind die Dampf-^[folgende Seite]

^[Abb.: Wattsche Niederdruckmaschine.]