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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dampierstraße; Damrosch; Damster Diep; Dan; Dana

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Dampierstraße - Dana.

Paris, trat als Leutnant bei der Garde ein, ging auf Urlaub nach England und Deutschland und machte sich in Berlin mit dem preußischen Militärwesen bekannt, dessen eifriger Bewunderer er ward. Als eifriger Anhänger der Revolution wurde er 1791 Adjutant des Marschalls Rochambeau und bald darauf Oberst eines Dragonerregiments, mit dem er den Krieg von 1792 eröffnete. Er befehligte unter Dumouriez in der Champagne und avancierte nach dem Treffen von Valmy zum Divisionsgeneral. Sein mutiger Angriff auf die österreichischen Verschanzungen bei Jemappes (6. Nov.) trug das meiste zu dem hier erfochtenen Sieg bei. 1793 mit ungefähr 15,000 Mann zur Deckung der Belagerung Maastrichts an der Roer aufgestellt, ward er von der österreichischen Übermacht bei Aldenhoven (1. März) geschlagen und bis nach Lüttich zurückgeworfen. In der unglücklichen Schlacht bei Neerwinden (18. März) befehligte er das Zentrum. Nach Dumouriez' Abfall von der Sache des Konvents erhielt er als zuverlässiger Republikaner den Oberbefehl über das bis auf 30,000 Mann zusammengeschmolzene und entmutigte Heer. Gedrängt von den Konventskommissaren, mußte er trotz aller Gegenvorstellungen die Offensive wieder ergreifen. Er kämpfte bei Quiévrain 6. Mai 1793 erfolglos gegen die Verbündeten, verlor durch eine Kanonenkugel ein Bein und starb zwei Tage darauf.

Dampierstraße, 1) von Dampier 1700 entdeckte Meerenge zwischen der Nordostküste von Neuguinea (Kaiser Wilhelms-Land) und dem Westende von Neubritannien, wird durch die Insel Rook in zwei Straßen getrennt, von denen die westliche (Vitiazstraße) die breiteste und sicherste, die östliche durch kleine Inseln und Bänke gefährdet ist. - 2) Gleichfalls von Dampier 1700 aufgefundene Meeresstraße zwischen der Nordwestspitze von Neuguinea und der Insel Waigëu, von allen Straßen zwischen dem Indischen und Stillen Ozean die bequemste und sicherste.

Damrosch, Leopold, Komponist und Violinspieler, geb. 22. Okt. 1832 zu Posen, studierte nach dem Wunsch seiner Eltern in Berlin Medizin, setzte aber seine schon früher leidenschaftlich betriebenen Musikstudien gleichzeitig fort, indem er beim Konzertmeister Ries im Violinspiel, bei Dehn in der Komposition Unterricht nahm, und ging endlich, nachdem er 1854 als Doktor promoviert hatte, ganz zur Kunst über. Sein Debüt als Violinspieler in Magdeburg (1855), dann in Berlin (1856) hatte guten Erfolg; bald darauf berief ihn Liszt in die großherzogliche Kapelle nach Weimar; 1858 wurde er Dirigent des Orchestervereins zu Breslau und 1866 Kapellmeister des Stadttheaters daselbst. Ein entschiedener Anhänger der neuen Musikrichtung (Berlioz, Wagner, Liszt), hat er für dieselbe sowohl als Dirigent wie als Schriftsteller (in der "Neuen Zeitschrift für Musik") gewirkt. Im J. 1872 siedelte er nach New York über, wo er in der Folge als Dirigent des Singvereins Arion und der von ihm neugegründeten Vereine Oratorio Society (1873) und New York Symphony Society (1878) sowie als Schriftsteller, Violinspieler und Gesanglehrer eine angesehene Stellung einnahm und 15. Febr. 1885 starb. Unter seinen mannigfachen Kompositionen sind besonders seine Lieder (12 Hefte), ein Violinkonzert und einige Chorwerke ("Brautgesang", "Ruth und Naemi" etc.) zu erwähnen. - Seine Gattin Helene D., geborne v. Heimburg, ist eine treffliche Liedersängerin.

Damster Diep, Kanal in der Provinz Groningen, 1598 zur Verbindung der Hauptstadt Groningen über Appingadam (daher der Name D.) mit Delfzyl und der Ems angelegt. 1883 wurden auf ihm 190,000 cbm an Gütern befördert.

Dan, Sohn Jakobs von Rahels Magd Bilha und der nach ihm benannte israelitische Stamm, vor der Einnahme Kanaans 62,700 Streiter stark. Letzterer ward von Josua an das Mittelländische Meer gewiesen und östlich von Benjamin und Juda, nördlich von Ephraim, südlich von Simeon begrenzt. Die dazu gehörigen Städte sind Jos. 19, 41-46 verzeichnet. In der Richterzeit zog ein Teil dieses Stammes aus seinem angewiesenen Gebiet nach dem äußersten Norden Palästinas, eroberte die phönikische Stadt Lais oder Leschem und nannte sie D. (Josua 19, 47; Richt. 18). Nach dem Exil verschwindet der Stamm aus der Geschichte und den jüdischen Geschlechtsregistern (1. Chron. 6).

Dan, Stadt an der Nordgrenze Palästinas im Stamm Naphtali, Kolonie der Daniten, früher zu Sidon gehörig und Lais genannt, war stets ein Sitz des Götzendienstes und seit Jerobeam ein Hauptort des Stierkultus; jetzt Tell el Kadi.

Dan, Fluß in Nordamerika, s. Roanoke.

Dana, Fluß in Ostafrika, s. Tana.

Dana (spr. dehna), 1) Richard Henry, amerikan. Dichter und Schriftsteller, geb. 15. Nov. 1787 zu Cambridge in Massachusetts, Sohn von Francis D. (gest. 1811), der an dem Befreiungskampf und den politischen Ereignissen der folgenden Zeit hervorragenden Anteil genommen, erhielt seine Erziehung in Newport auf Rhode-Island und studierte dann im Harvard College die Rechte. Er praktizierte eine Zeitlang als Advokat, widmete sich aber dann ausschließlich litterarischer Beschäftigung. Von 1817 bis 1820 schrieb er für die "North American Review" eine Reihe von Artikeln über die englischen Dichter, gründete 1825 eine Zeitschrift: "The idle man", die mit dem zweiten Jahrgang wieder einging, und arbeitete in der Folge besonders für die "New York Review", welche damals der Dichter Bryant leitete. In den Jahren 1839-40 hielt er in Boston, New York und Philadelphia Vorlesungen über Shakespeares Charaktere, die außerordentlichen Beifall fanden und zu seinen gediegensten Leistungen gehörten. Seit 1842 lebte D. zurückgezogen auf einem kleinen Landgut bei Boston, wo er 2. Febr. 1879 im Alter von 91 Jahren starb. Seine bedeutendsten Dichtungen sind: "The change of home", "The dying raven" (1825) und "The Bucaneer" (1827), welch letztere sich besonders durch großartige Schilderung der Phänomene des Ozeans auszeichnet. Eine Sammlung seiner "Poems and prose writings" erschien zu New York 1850, 2 Bde.; seine "Poetical works" allein mit denen von Poe, auch London 1857.

2) James Dwight, Geolog, geb. 12. Febr. 1813, zu Utica im Staat New York, studierte Mathematik und Naturwissenschaft zu New Haven in Connecticut, wurde als Lehrer der Mathematik bei der Flotte angestellt, bereiste 1833-35 das Mittelmeer, war 1835 und 1836 Assistent Sillimans und begleitete 1838 als Geolog und Mineralog die Expedition von Wilkes zur Erforschung des Großen Ozeans. Nach einer Reise um die Welt kehrte er 1842 zurück und bearbeitete in Washington die wissenschaftlich sehr wertvollen Berichte über seine Reise: "Report on zoophytes" (Washington 1846), "Report on the geology of the Pacific" (das. 1849), "Report on crustacea" (das. 1852-54). Seit 1855 lebt D. in New Haven als Professor der Naturgeschichte am Yale College. Er schrieb noch: "System of mineralogy" (mit Brush, 5. Aufl. 1883), das vollständigste Lehrbuch der Mine-^[folgende Seite]