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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: De Laet; Delagoabai; Délaissement; Delambre

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De Laet - Delambre.

Überhaupt waren Szenen aus den Werken der genannten Dichter sowie aus Walter Scotts Romanen D.' Lieblingsstoffe. Als Schriftsteller trat er mit einem Aufsatz über Michelangelo und dessen Jüngstes Gericht in der "Revue des Deux Mondes" (1837) sowie mit verschiedenen Beiträgen zum "Plutarque français" auf. D. starb 13. Aug. 1863. Erst längere Zeit nach seinem Tod wurde seine Wertschätzung als größter Meister der französischen Schule nach David allgemein, wodurch eine umfangreiche Litteratur über ihn hervorgerufen wurde. Vgl. Moreau, E. D. et son œuvre (Par. 1873); Ph. Burty, Lettres de D. (das. 1880, 2 Bde.); Chesneau, L'œuvre complète d'E. D. (das. 1885). Vgl. Meyer, Geschichte der modernen französischen Malerei (Leipz. 1867); Rosenberg, Geschichte der modernen Kunst, Bd. 1 (das. 1884), und in Dohmes "Kunst und Künstler".

2) Auguste, franz. Maler, geb. 1812 zu Boulogne sur Mer, gest. 1868 daselbst, bewegte sich vorwiegend in Küstendarstellungen seiner Heimat wie des afrikanischen Nordens und in Genrebildern aus dem Gebiet des bäuerlichen Idylls wie afrikanischen Lebens.

De Laet (spr. lāt), Johan Jakob (mit dem Pseudonym Johan Alfried), vläm. Schriftsteller, geb. 13. Dez. 1815 zu Antwerpen, studierte in Löwen Medizin und machte 1839 sein Doktorexamen, gab aber die Praxis bald wieder auf, um in Brüssel ein vlämisches Blatt: "Vlaemsch Belgie", zu gründen, in welchem er für die Sprache und Rechte der Vlämen eintrat. Als dasselbe 1845 einging, gründete er mit Vleeschhouwer in Antwerpen den "Roskam", ein satirisches, gegen die Franzosenfreunde gerichtetes Blatt, übernahm 1849 die Redaktion des "Journal d'Anvers" und 1851 die der "Emancipation" in Brüssel, ward aber plötzlich des journalistischen und politischen Treibens überdrüssig und trat an die Spitze einer großen Bäckerei in Antwerpen, die er seitdem leitete. Auch als Mitglied der belgischen Abgeordnetenkammer ist D. als einer der eifrigsten Verfechter der vlämischen Sache aufgetreten. Von seinen frühern belletristischen Schriften, welche in Bezug auf Stil und Form für klassisch gelten, sind namentlich der auch wiederholt ins Deutsche übersetzte Roman "Het huis van Wesenbeke" (Antwerp. 1842), die Dorfgeschichte "Het lot" (das. 1846; deutsch: "Der Spieler", Hannov. 1847) und seine "Gedichten" (Antwerp. 1848) zu nennen. Seine meisten Novellen erschienen in den Zeitschriften: "Noordstar" (1840-41) und "Taelverbond" (1845-46).

Delagoabai, große Bucht an der Ostküste Südafrikas, unter 26° südl. Br., der südlichste Teil der portugiesischen Besitzungen an dieser Küste (s. Karte beim Artikel "Kapland"). Der Name ist eine Korruption von Bahia de Lagoa (Bai der Lagune), da der niedrige Südstrand häufig mit Wasser bedeckt ist, was den Aufenthalt hier zu einem sehr ungesunden macht. Die Portugiesen nennen die Bucht Bai von Lourenço Marques, nach dem Mann, der 1545 hier die gleichnamige Stadt gründete, die freilich gegenwärtig nur aus einer schmalen Straße von 80 Häusern und einigen kleinen Gäßchen besteht, das Ganze von einer 20 m hohen Steinmauer eingeschlossen. Die Zahl der Einwohner (Portugiesen, Araber, Banianen) beträgt nur 300. Die Kaffern, welche in der Stadt nachts nicht geduldet werden, wohnen in der Zahl von einigen Tausend außerhalb der Thore auf einem nahen niedrigen Hügelzug, der Berea. Der Ort ist Sitz eines Gouverneurs, unter dessen Kommando eine kleine Garnison steht, und eines deutschen Konsuls. In der Nähe das großartige Etablissement der Ostafrikanischen Telegraphenkompanie. Der Handel ist sehr unbedeutend, obschon derselbe, um die hohen englischen Zölle in Natal zu vermeiden, namentlich seit dem Zurückweichen der Tsetsefliege mit Transvaal zugenommen hat. Er ist ein fast einseitiger, da die Einfuhr in europäischen Erzeugnissen, die Ausfuhr in dem von den Kaffern als Lohn erworbenen Gold besteht, und wird, da die Ausführung der projektierten Eisenbahn (s. Transvaal) noch in weiter Ferne steht, durch die schwerfälligen Ochsenwagen der Kaffern vermittelt. Die Stadt steht durch die Dampfer der Castle Mail-Linie (von Portugal subsidiert) mit Natal und Mosambik in monatlicher Verbindung. Der Schiffsverkehr betrug 1883: 29 Dampfer von 16,599 Ton. und 17 Segelschiffe von 3918 T. Die D. mißt von O. nach W. 25, von N. nach S. 35 km und wird durch eine schmale Landzunge gebildet, welcher die Insel Inyack, die kleine Elefanteninsel und zahlreiche Klippen vorgelagert sind. Der gute Ankergrund zwischen dem Festland und den Inseln sowie die Schönheit der Umgebung haben der Bai den Namen Baia Formosa verschafft. Mehrere Flüsse: Maputu, Tembe und Umbelosi (die beiden letztern bilden den English River), Comati (King George River), fallen in die Bai. Um den Besitz der D. haben Engländer und Portugiesen schon seit 1823 gestritten, indem die erstern den ganzen südlichen Teil mit Einschluß der genannten Inseln beanspruchten und später Lourenço Marques gegenüber die Niederlassung Bombay gründeten, welche sie zur Endstation einer nach Transvaal zu bauenden Eisenbahn bestimmt hatten. Zwar wurde ihnen durch den 1872 zum Schiedsrichter angerufenen Präsidenten der französischen Republik, Mac Mahon, der Besitz 1875 abgesprochen; sie wußten aber, um der Transvaalrepublik den freien Zugang zum Meer zu versperren, Portugal 1880 durch den Lourenço Marques-Vertrag zur Abtretung der D. zu bewegen. Dieser Vertrag fand indessen beim portugiesischen Volk den heftigsten Widerspruch, und man ließ ihn in der Folge fallen.

Délaissement (franz., spr. -läß'māng), Überlassung, Abtretung; Verlassenheit, Hilflosigkeit.

Delambre (spr. dölāngbr), Jean Baptiste Joseph, Astronom, geb. 29. Sept. 1749 zu Amiens, studierte in Paris Philosophie, wandte sich, seit 1771 Erzieher im Haus des Generalpachters d'Assy in Paris, mathematischen und auf Lalandes Rat, der ihn auf einem kleinen Observatorium, das ihm Assy errichten ließ, unterbrachte, astronomischen Studien zu. Nach Entdeckung des Uranus durch Herschel gab er 1781 die ersten Tafeln dieses Planeten heraus. Bald darauf fing er auch an, neue Sonnentafeln zu entwerfen, sowie ihn später Tafeln des Jupiter und Saturn beschäftigten: "Tables de Jupiter et Saturne" (Par. 1789); "Tables du Soleil, de Jupiter, de Saturne, d'Uranus et des satellites de Jupiter" (das. 1792); "Tables du Soleil" (das. 1806); "Tables écliptiques des satellites de Jupiter" (das. 1817). Im J. 1795 ward er Mitglied des Längenbüreaus, 1803 Sekretär des Instituts und 1807 Professor der Astronomie am Collège de France. Sein Hauptwerk ist die mit Méchain ausgeführte große Gradmessung von Dünkirchen bis Barcelona, die 1792 begonnen, jedoch durch die Schreckensherrschaft unterbrochen ward. Wegen seiner gemäßigten Gesinnungen von der Kommission der neuen Maße ausgeschlossen, ward D. erst nach zwei Jahren wieder angestellt und erhielt nun die Erlaubnis zur Fortsetzung jener Messung, die er 1799 vollendete. Seinen Bericht über diese damals genaueste Gradmessung, welche zur Fest-^[folgende Seite]