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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Didrachme; Didron; Didus; Diduzieren; Didym; Didymoi; Didymos; Didymos der Blinde; Didynama stamĭna; Die; Dieb; Diebitsch-Sabalkanski

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Didrachme - Diebitsch-Sabalkanski.

(2. Aufl. 1868); "Études sur la vie et les travaux de Jean Sire de Joinville" (1871); "Études sur Jean Cousin" (1872); "Alde Manuce et l'Hellénisme à Venise" (1875). 1873 zum Mitglied der Akademie ernannt, starb er 22. Febr. 1876. Nach seinem Tod erschienen: "Les graveurs de portraits en France" (1877, 2 Bde.) u. "Les Drevet (Pierre, Pierre-Imbert et Claude). Catalogue raisonné, etc." (1876). Die gegenwärtigen Besitzer des Geschäfts, das noch unter der Firma: "Firmin D. et Co." blüht, sind Alfred Firmin D. (geb. 1828), Sohn von Ambroise D., und Edmond Magimel (geb. 1833), Neffe desselben. Zu den neuern Verlagsunternehmungen gehören die "Bibliothèque française", "Collection des classiques français", "Bibliothèque des auteurs grecs", die neuen Ausgaben des "Thesaurus graecae linguae" von Stephanus, das "Glossarium mediae et infimae latinitatis" von Dufresne, die "Nouvelle biographie générale" (1851 f.) u. a. Vgl. Werdet, Études bibliographiques sur la famille des D. (Par. 1864); Brunet, Firmin D. et sa famille (das. 1871).

Didrachme, Doppeldrachme.

Didron (spr. -óng), Adolphe Napoléon, franz. Archäolog, geb. 13. März 1806 zu Hautvillers (Departement Marne), wurde durch die Lektüre von Victor Hugos Roman "Notre Dame de Paris" zu archäologischen Studien bestimmt, die sich hauptsächlich auf die religiöse Kunst des Mittelalters und die christliche Symbolik erstreckten. Im J. 1844 begründete er die von ihm bis an seinen Tod geleiteten "Annales archéologiques", die für Frankreich das Hauptorgan für Kunstarchäologie des Mittelalters wurden. D. schrieb ferner: "Histoire de Dieu, iconographie des personnes divines" (1844), von welchem Werk nur der erste Band erschienen ist; "Iconographie chrétienne grecque et latine" (mit Durand, 1845); "Iconographie des chapitaux du palais ducal de Venise" (mit Burges, 1857); "Manuel des œuvres de bronze et d'orfévrerie du moyen-âge" (1859); "Verrières de la Rédemption à Notre Dame de Châlons sur Marne" (1863); "Monographie de la cathédrale de Chartres" (1866) u. a. D. hatte 1845 eine besondere Buchhandlung für Archäologie gegründet, ebenso 1849 eine Anstalt für Glasmalerei und 1858 eine Fabrik für Bronzewaren im Stil des Mittelalters. Er starb 13. Nov. 1867 in Paris.

Didus, Dronte; Dididae (Dronten), Familie aus der Ordnung der Taubenvögel (s. d.).

Diduzieren (lat.), auseinander ziehen, dehnen, trennen; Diduktion, das Ausdehnen, die Sonderung.

Didym, s. Cer.

Didymoi (Didymi, griech.), Zwillinge; auch die Hoden; didymisch, gezwillingt, doppelt.

Didymoi, im Altertum Ort im Gebiet von Milet, 18-20 Stadien vom Meer und dem Hafen Panormos, wohin eine mit Sphinxen und sitzenden Statuen geschmückte Straße führte. Hier war ein uraltes Orakel des Apollon, welcher davon den Beinamen Didymeus führte, das berühmteste nach dem delphischen, von Kreta aus gegründet, Sitz des Priestergeschlechts der Branchiden. Die Perser zerstörten den Tempel 494 v. Chr. Der bald darauf von den Milesiern wieder angefangene, aber nie ganz vollendete Neubau wird rücksichtlich seiner Größe und Pracht den Tempeln zu Eleusis und Ephesos an die Seite gestellt. Von ihm stehen nur noch zwei 19 m hohe Säulen mit dem Architrav, alles übrige ist ein Trümmerhaufe. Noch zur Zeit des Kaisers Julianus erteilte man hier Orakel. Ruinen von D. beim heutigen Geronta. Die nach dem Hafen führende "heilige Straße" hat in der Neuzeit Newton untersucht, der einige der Sitzbilder nach England brachte. Es sind Beispiele der ältesten ionischen Skulptur, welche an die assyrischen Bildwerke des 9. und 10. Jahrh. v. Chr. erinnern.

Didymos, berühmter griech. Grammatiker, geb. 63 v. Chr. zu Alexandria, Schüler des Aristarchos, wegen seines eisernen Fleißes und seiner großen schriftstellerischen Thätigkeit (er soll über 3500 Schriften verfaßt haben) Chalkenteros (etwa "Sitzfleisch") genannt, war besonders als Kritiker und Kommentator Homers ausgezeichnet. Auch kommentierte er die lyrischen und dramatischen Dichter sowie Demosthenes und andre attische Redner. Das Beste in den vorhandenen Scholiensammlungen u. grammatischen Lexika geht auf ihn zurück. Sammlung der Fragmente seiner Schriften von M. Schmidt (Leipz. 1854).

Didymos der Blinde, Kirchenlehrer, die letzte glänzende Erscheinung an der Katechetenschule zu Alexandria, welcher er 50 Jahre lang vorstand, geb. 308, gest. 395. Trotz seiner frühen Erblindung einer der ersten Gelehrten seiner Zeit, schloß er sich im arianischen Streite der rechtgläubigen Partei an, was indessen nicht verhinderte, daß ihn spätere Synoden als Origenisten, Anhänger der Lehre von der Präexistenz der Seelen und Gegner der Ewigkeit der Höllenstrafen, verdammten. Ebendeshalb sind seine Schriften in der Kirche zurückgetreten, die vornehmsten derselben wurden erst wieder von Mingarelli (Bolog. 1769) und Lücke (Götting. 1829 u. 1830) ans Licht. gezogen.

Didynama stamĭna (griech.-lat.), zweimächtige Staubgefäße, in Zwitterblüten mit vier Staubgefäßen, von denen zwei länger sind als bei der Mehrzahl der Labiaten. Pflanzen mit solchen Blüten bilden die 14. Klasse des Linnéschen Systems, Didynamia.

Die (spr. dih), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Drôme, am Zusammenfluß der Drôme und der Mérosse in weiter und fruchtbarer Ebene gelegen, mit einer ehemaligen Kathedrale (teilweise aus dem 11. Jahrh.), zahlreichen Überresten aus der Römerzeit (Porte St.-Pierre, Porte St.-Marcel, Aquädukten, Altären u. a.) und (1881) 3298 Einw., welche Fabriken für Seiden- und Wollwaren, Papier und Leder, Handel mit Wein (Clairette de D.), Holz und Seide betreiben. In der Nähe, bei Romeyer, finden sich Mineralquellen. Im Altertum war D. eine Stadt der Vokontier in Gallia transalpina und hieß Dea Vocontiorum; bereits im 4. Jahrh. war es Bischofsitz. Im 11. Jahrh. hatte die Stadt ihre eignen Grafen, 1178 aber wurde sie von Kaiser Friedrich I. dem dortigen Bischof geschenkt. Das Bistum, welches 1276 mit dem zu Valence vereinigt ward, wurde 1687 wiederhergestellt, jedoch 1794 aufgehoben. Vgl. Martin, Antiquités de la ville de D. (1818).

Dieb, Käfer, s. Holzbohrer.

Diebitsch-Sabalkanski, Hans Karl Friedrich Anton, Graf von, russ. Feldmarschall, geb. 13. Mai 1785 zu Großleippe i. Schl. als Sohn Hans Ehrenfrieds von D., russischen Generalmajors und Inspektors der Waffenfabriken zu Tula, erhielt seine Bildung in dem Kadettenhaus zu Berlin und trat 1801 als Fähnrich in das russische Semenowsche Gardegrenadierregiment. Wegen seiner bei Austerlitz, Eylau und Friedland bewiesenen Tapferkeit zum Hauptmann befördert, kam er 1812 als Generalquartiermeister zum Wittgensteinschen Korps, ward zur Belohnung für seine kühne Verteidigung einer Brücke bei der Wiedereinnahme von Polock Generalmajor und zog mit York, den er in geheimer Unterredung zum Abfall von Napoleon bewog (Konvention von Tauroggen 30. Dez. 1812), in Berlin ein. Nach der Schlacht bei Lützen