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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dizaine; Dizful; Dj...; Djakov; Djaus; Djerdjera; Djezla; Djirdjeh; Dlugosz; Dmitrij; Dmitrijew

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Dizaine - Dmitrijew.

reinere Beweggründe aufzeigen, als ihm Macaulay zuschreibt. Aas Artikeln, die zunächst im "Athenaeum" veröffentlicht wurden, erwuchs eine seiner wertvollsten Arbeiten: "Personal history of Lord Bacon, from unpublished papers" (1861), woran sich anschloß: "The story of Lord Bacon's life" (1862). Darauf erschien der erste Band der "Fasti Eboracenses: Lives of archbishops of York" (1863). Eine Reise nach Palästina und Ägypten, die er 1864 unternahm, gab ihm Stoff zu dem Werk "The Holy Land" (1865, 4. Ausg. 1884; deutsch, Jena 1868). 1866 machte er eine neue Reise durch Nordamerika, von New York bis zum Salzsee, und widmete besonders dem Sektenwesen eingehende Studien, deren Ergebnisse er in dem Werk "New America" (1867, 8. Ausg. 1869; deutsch, Jena 1868) niederlegte. Großes Aufsehen erregten seine "Spiritual wives" (1.-4. Aufl. 1868, 2 Bde.; deutsch u. d. T.: "Seelenbräute", Berl. 1868), ein Werk, das ebenfalls krankhafte Auswüchse des pietistischen Sektenlebens bloßlegte, ihm aber seitens der "Pall Mall Gazette" die Beschuldigung der Immoralität zuzog. D. klagte auf Beleidigung und gewann zwar den Rechtsstreit, doch in wenig schmeichelhafter Weise, indem die Geschwornen ihm einen Schadenersatz von Einem Heller (one farthing) zuerkannten. Ein Besuch Rußlands veranlaßte sein Werk "Free Russia" (1.-3. Aufl. 1870; deutsch von A. Strodtmann, Berl. 1870), welches Land und Leute in Rußland und wiederum vorzugsweise das Sektenwesen schildert. Andre Arbeiten aus jener Zeit sind: "Her Majesty's Tower", eine Geschichte des Towers zu London (1869-71, 4 Bde.; 7. Aufl. 1884, 2 Bde.; deutsch, Berl. 1869); "The Switzers" (1872); "History of two queens: Catharine of Aragon and Anne Boleyn" (1873, 4 Bde.); "White conquest" (1875), die Frucht einer abermaligen Reise nach Amerika (1873-75); die Novellen: "Diana, Lady Lyle" (1877; deutsch, Berl. 1878) und "Ruby Grey" (1878); die historische Schrift "Royal Windsor" (1879, 4 Bde.) und als Ergebnis eines Ausflugs nach dem von England eben erworbenen Cypern: "British Cyprus" (1879). Seit 1869 zum Friedensrichter von Middlesex ernannt, starb D. 27. Dez. 1879 in London.

2) Richard Watson, engl. Dichter und Historiker, geb. 1833 zu Islington, einer Vorstadt Londons, studierte Theologie in Oxford und lebt gegenwärtig als Geistlicher in Warkworth bei Newcastle upon Tyne. Von Oxford her mit den "Präraffaeliten" Burne Jones, William Morris und Dante Gabriel Rossetti befreundet, entwarf er mit den beiden erstern den Plan der Zeitschrift "The Oxford and Cambridge Magazine", welches das Hauptorgan der neuen Künstlerbewegung ward. Er veröffentlichte: "Christ's Company, and other poems" (1861) und "Historical odes" (1863), wandte sich dann ernster Geschichtsarbeit zu, als deren Frucht das große, noch unvollendete Werk "History of the Church of England from the abolition of the Roman jurisdiction" (Bd. 1 u. 2, Lond. 1878-80) erscheint, und kehrte mit dem altertümelnden, in den ersten Zeiten des Mittelalters spielenden Epos "Mano" (1883) noch einmal auf das dichterische Gebiet zurück.

Dizaine (franz., spr. disähn; im Deutschen verderbt: Schenie; engl. Design), in der Weberei die quadratische Einteilung des Patronenpapiers.

Dizful, Stadt in der pers. Provinz Chusistan, am gleichnamigen Fluß, zur Hälfte (der Hitze wegen) unterirdisch im Felsen ausgehöhlt, hat verfallene Mauern, 34 Moscheen und etwa ebensoviel heilige Gräber und ca. 25,000 Einw., welche namentlich Indigo und berühmte Schreibfedern aus Rohr produzieren, mit welch letztern Handel bis nach Indien, Bagdad und Konstantinopel getrieben wird. 22 km südsüdwestlich von D. liegen die Ruinen des alten Susa (Schusch).

Dj..., so beginnende orientalische und afrikanische Wörter s. unter Dsch...

Djakov, Ort, s. Diakovár.

Djaus (Dyaus, Dyu), in der altind. Mythologie der Gott des Himmels und Gemahl der Erde (Prithivî), aus deren Vereinigung die Götter, Menschen und alle Dinge hervorgehen. Das Wort entspricht dem griechischen Zeus (Dios) und dem lateinischen Diespiter oder Jupiter (Zeus pater).

Djerdjera, Berg, s. Dschurdschura.

Djezla, Flüssigkeitsmaß in Sansibar, = 257,4 Lit.

Djirdjeh, ägypt. Stadt, s. Girgeh.

Dlugosz (spr. dluhgosch), Johannes, lat. Longinus, poln. Geschichtschreiber, geb. 1415 zu Brzczniea, studierte in Krakau, trat 1431 in die Dienste des Bischofs Zbigniew Olesnicki von Krakau, dessen Sekretär er 1433-55 war, wurde 1436 Geistlicher und erhielt ein Kanonikat, später noch andre Pfründen. Er erwirkte 1449 in Rom für seinen Bischof den Kardinalshut, unternahm 1450 über Italien eine Pilgerfahrt nach Palästina, war nach seiner Rückkehr an wichtigen politischen Verhandlungen beteiligt, fiel 1461 beim König von Polen in Ungnade, erlangte aber 1464 die Gunst desselben wieder und ward von neuem zu wichtigen Gesandtschaften nach Preußen. Böhmen und Ungarn verwendet. Zum Erzbischof von Lemberg erwählt, starb er 19. Mai 1480 in Krakau. Unter seinen zahlreichen geschichtlichen Werken ("Lebensbeschreibungen der Bischöfe von Posen, Gnesen, Krakau und Plock", "Liber beneficiorum dioecesis Cracoviensis" u. a.) ist die "Historia polonica" das bedeutendste; sie behandelt in zwölf Büchern die Geschichte Polens, der eine eingehende Chorographie vorausgeht, von den ältesten Zeiten bis auf des Verfassers Tod, ist seit 1455 nach und nach entstanden und in den letzten Büchern, welche teils auf Urkunden, teils auf guten mündlichen Berichten, teils auf Autopsie beruhen, höchst wertvolle Geschichtsquelle, obwohl D. nicht frei ist von den unkritischen Schwächen der mittelalterlichen Geschichtschreiber und von nationalen Vorurteilen. Ausgaben von D.' "Historia polonica" erschienen zuerst in Dobromil 1614, zuletzt in Leipzig 1711. Eine neue, indes auch unkritische Ausgabe der sämtlichen Werke von Pauli erscheint seit 1863 in Krakau. Vgl. Caro, J. ^[Johannes] Longinus (Jena 1863); Zeißberg, Die polnische Geschichtschreibung des Mittelalters (Leipz. 1873).

Dmitrij (russ.), s. v. w. Demetrius.

Dmitrijew (auch Dmitroswapsk genannt), Kreisstadt im russ. Gouvernement Kursk, an der Swapja, ist auf einem steilen, zum Fluß jäh abfallenden Berg erbaut, hat eine schöne griechische Kirche, eine Kreisschule und (1879) 3004 Einw., die sich von etwas Industrie (besonders Leinwandmanufaktur), vom Handel mit Korn, Talg und Flachs etc. ernähren. D. wurde 1779 zur Kreisstadt erhoben.

Dmitrijew, Iwan Iwanowitsch, russ. Dichter und Staatsmann, geb. 10. Okt. (a. St.) 1760 auf dem Gut seiner Eltern im Gouvernement Simbirsk, genoß seine erste Ausbildung zu Kasan und Simbirsk und trat infolge der durch die Empörung Pugatschews veranlaßten Unruhen, welche seinen Vater von Ort zu Ort zu flüchten zwangen, als 14jähriger Knabe in die Schule des Semenowschen Garderegiments zu Petersburg, aus der er später in den aktiven Dienst