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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: d'Orb.; Dora Riparia; Dorant; Dorantwurzel; Dorat; Dörbeck; Dorboten; Dorchester; Dordogne

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Dorant - Dordogne.

the Jacobite times" (1877, 2 Bde.) und "Memoirs of our great towns" (1878, 2. Aufl. 1882). Außerdem hat D. "The last journals of H. Walpole" (1859) und die "Bentley ballads" (1860) veröffentlicht.

Dorant, Pflanzengattung, s. Ptarmica; s. auch Antirrhinum und Gentiana. Weißer D., s. Marrubium.

Dorantwurzel, s. Doronicum.

Dora Riparia, Nebenfluß des Po in der ital. Provinz Turin, entspringt an der Ostseite der Kottischen Alpen, durchfließt in nördlicher Richtung das Thal von Cézanne, dann in östlicher das von Susa und mündet nach einem Laufe von 110 km unterhalb Turin in den Po. Dem Thal der D. folgt von Turin aus die Mont Cenis-Bahn bis Oulx sowie die Straße über den Mont Genèvre.

Dorat (spr. -ra), Claude Joseph, franz. Dichter, geb. 31. Dez. 1734 zu Paris, widmete sich anfangs dem Militärdienst, dann dem Vergnügen und nebenbei der Poesie und den schönen Wissenschaften. Er dichtete Trauerspiele, Heroiden, Erzählungen, Fabeln, Lieder und poetische Episteln, die sich durch leichten Witz, heitere Bilder und glänzende Farbengebung auszeichnen, nicht selten aber auch in geschmacklose Spielerei ausarten und der wahrhaft poetischen Wärme und Phantasie ermangeln. Sein didaktisches Gedicht "La déclamation théatrale" handelt von der Theorie der Schauspielkunst. Unter seinen Lustspielen wurden "La feinte par amour" und "Le célibataire", unter seinen Trauerspielen "Régulus" geschätzt. Am meisten goutiert wurden seine kleinen Gedichte, obwohl dieselben jetzt nicht mehr gelesen werden; selbst einst vielbewunderte Poesien, wie: "Les tourtourelles de Zelmis", "Les baisers", "Les cérises", "Conte d'Alphonse" u. a., lassen uns vollständig kalt. Mehrere Jahre war D. auch Herausgeber des "Journal des Dames". Er hat die Herstellungskosten seiner Werke oft selbst bestritten und sein Vermögen dabei aufgeopfert. Er starb in Not und Armut 29. April 1780 in Paris. D. war der erste französische Schriftsteller, welcher (in "L'idée de la poésie allemande") seine Landsleute auf die Bedeutung der deutschen Litteratur aufmerksam zu machen versuchte. Seine sämtlichen Werke erschienen in 20 Bänden (Par. 1764-1780); eine Auswahl derselben gab zuletzt Desprez (das. 1827) heraus.

d'Orb., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für A. d'Orbigny (s. d.).

Dörbeck, Franz Bernhard, Zeichner und Kupferstecher, geb. 1799 zu Fellin, war anfangs als Graveur an der Bank in Petersburg thätig, ging aber zu seiner weitern Ausbildung 1823 nach Berlin, wo er sich durch die Ausführung von Federzeichnungen, welche lithographisch vervielfältigt und illuminiert wurden, bekannt machte. Er kultivierte mit besonderm Geschick das Gebiet des Berliner Witzes, wobei er seine Stoffe aus dem Berliner Volksleben nahm. D. starb 1835 in Berlin.

Dorboten, s. Kalmücken.

Dorchester (spr. dórtschester), 1) Hauptstadt von Dorsetshire (England), am Frome, altertümlich, aber gut gebaut, hat drei Kirchen, ein Rathaus, ein Museum, ein Seminar für die Bildung von Missionären, weit berühmte Bierbrauereien und (1881) 7568 Einw. Der Handel mit Schafen, Vieh und Butter ist ausgedehnt. Schon zur Zeit der Römer wird der Ort unter dem Namen Durnovaria (Dunium) als Hauptstadt der Durotriges erwähnt. In der Nähe gut erhaltene Reste eines römischen Amphitheaters (Mambury) und britische Altertümer. - 2) Altes Städtchen in Oxfordshire (England), an der Themse unterhalb Oxford, von 634 bis ins 11. Jahrh. Sitz eines Bischofs, mit gotischer Kirche (1280-1300 erbaut) und (1881) 813 Einw. - 3) Südliche Vorstadt von Boston (s. d.).

Dordogne (spr. -donnj), ansehnlicher Fluß im zentralen Frankreich, Hauptzufluß der Garonne oder vielmehr einer der beiden Wasserläufe, durch deren Vereinigung die Gironde gebildet wird, entsteht in 1720 m Meereshöhe am Puy de Sancy im Departement Puy de Dôme unter dem Namen Dore, bildet sofort mehrere Wasserfälle, so daß sie nach wenigen Kilometern Laufs beim Bad Mont Dore auf 1047 m Meereshöhe gesunken ist, fließt erst in westlicher, dann in südlicher, endlich in westlicher Hauptrichtung durch die Departements Corrèze, Lot, Dordogne und Gironde und vereinigt sich in der majestätischen Breite von 1200 m nach einem Laufe von 490 km unterhalb Bourg bei Bec d'Ambès mit der Garonne. Die D. ist 292 km weit aufwärts schiffbar, und Seeschiffe können in ihr bis zur Stadt Libourne gelangen. Die Hauptnebenflüsse sind links: Rue, Cère (von Cantal kommend), rechts die Vézère mit der Corrèze (beide vom Plateau des Mille Vaches), dann die Isle mit der Dronne und Haute Vézère (aus dem Plateau von Limousin). Das Thal der D. ist bis Lalinde überaus malerisch, von da ab äußerst fruchtbar.

Das nach dem Fluß benannte Departement in Südfrankreich grenzt gegen N. an Obervienne, gegen O. an Corrèze und Lot, gegen S. an Lot-et-Garonne und gegen W. an Gironde, Niedercharente und Charente, besteht aus der zur alten Provinz Guienne gehörenden Landschaft Périgord und Teilen von Agenais, Limousin und Angoumois und umfaßt 9183 qkm (166,8 QM.). Das Land besteht aus lauter kleinern Hochflächen und Hügelreihen, welche die Höhe von 500 m nirgends erreichen. Der Boden ist im ganzen dürr und wenig produktiv, häufig steht der nackte Kalkfels zu Tage. Die Hügel sind mit ausgedehnten Waldungen, an günstigen Stellen auch mit Reben bekleidet. Die höher gelegenen Regionen dagegen sind öde, nur mit Heide und Gestrüppe bedeckt und bieten nicht selten den Anblick menschenleerer Wüsten dar. Eine ungesunde Gegend ist namentlich die im W. gelegene waldbedeckte, zahlreiche Teiche enthaltende Landschaft Double. Die Hauptflüsse sind: die D. mit breitem, fruchtbarem Thal, die Isle, beide schiffbar, die Dronne, deren Thal zu den schönsten Frankreichs gehört, mit der Nizonne, und die Vézère, sämtlich dem Gebiet der Garonne angehörend. Nennenswerte Mineralquellen sind die von La Bachellerie. Das Klima ist verschieden, im ganzen mild und gesund. Stürme sind häufig, im Juni und Juli auch Hagelwetter. Die Bevölkerung betrug 1881: 495,037 (1861: 501,687) Seelen. Der Ackerbau, früher gering, hat bedeutende Fortschritte gemacht, erzeugt namentlich Weizen, Roggen, Buchweizen und Mais, jedoch für den Konsum kaum genügend, so daß Kastanien und Kartoffeln als wichtige Nahrungsmittel dienen müssen. Ansehnlich ist auch die Kultur von Obst- und Nußbäumen und in den Thälern der Weinbau. Im ganzen kommen 338,370 Hektar auf Ackerland, 75,982 Hektar auf Wiesen, 95,025 Hektar auf Weinland, 191,907 Hektar auf Wald, 98,829 Hektar auf Heideland. Die Weinberge liefern, abgesehen von der Umgebung von Brantôme und Bergerac (guter Weißwein von Monbazillac), nur mittelmäßiges Produkt, im ganzen 4-500,000 hl. Das berühmteste vegetabilische Erzeugnis sind die Trüffeln von Périgord, die noch immer als die besten gelten, wenn auch Vaucluse und Niederalpen jetzt durch Anpflanzung