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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Drainage

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Drainage.

stampfers, welcher, aus Holz gefertigt, an seiner untern Fläche halbrund gestaltet ist. Anstatt der Grabwerkzeuge hat man in früherer Zeit vielfach, zumeist aber nur versuchsweise, Spanngeräte, sogen. Drainpflüge, zur Herstellung oder wenigstens zum ersten Öffnen der Gräben benutzt. Man ist jedoch jetzt allgemein zu der Erkenntnis gelangt, daß diese Spanngeräte keinerlei Vorteile gewähren. Im Zusammenhang mit denselben wurden auch früher wiederholt mechanische Vorrichtungen zum Legen der Rohre, im unmittelbaren Anschluß an das Herstellen der Gräben, erprobt, welche jedoch keine Verbreitung gefunden haben. Die Grabenarbeit wird erheblich erschwert, wenn sich im Boden viele größere Steine befinden, deren Beseitigung mit Schwierigkeiten verbunden ist. Zuweilen ist man genötigt, wenn man den Stein nicht in eine seitwärts erstellte Grube hineinwälzen kann, denselben in einem Bogen zu umgehen, zu welchem Zweck die Ausdehnung des Steins ermittelt und der Rohrstrang in einem angemessen geschweiften Bogen um denselben herumgeführt wird. Das Legen der Rohre erfolgt in der Regel mittels eines eigentümlichen Instruments, des Legehakens, bestehend aus einer eisernen Stange mit Bund, an welche sich im Winkel von etwa 80° ein hinlänglich langer Stiel ansetzt. Die Verbindung der Saug- und Sammeldrains erfolgt allgemein in der Weise, daß das Saugrohr über das Sammelrohr gelegt wird und in beide korrespondierende Löcher geschlagen werden, während das Ende des Saugrohrs mit einem Bruchstein und einer Thonkappe verschlossen wird. Die Verbindungsstelle wird gehörig fest mit Rasen oder Lehm verlegt, so daß eine spätere Verschiebung nicht stattfinden kann. Die Ausmündungen der Sammeldrains in den Vorflutgraben bilden einen schwachen Punkt der Drainanlagen. Zuweilen findet durch Frost, durch das Einstürzen der Grabenwände oder andre Ursachen eine Zerstörung derselben statt. Auch kommt ein Hineinkriechen von Tieren, z. B. von Fröschen, vor, welches zu Verstopfungen der Drainzüge Veranlassung gibt. Man sucht deshalb, wie bereits erwähnt, die Anzahl der Ausläufe thunlichst zu vermindern. Die Endrohre werden entweder aus Thon oder nach Art der Brunnenrohre aus Holz hergestellt; letzteres Material wird zuweilen wegen seiner bessern Frostsicherheit vorgezogen. Jedoch haben sich gut gebrannte Thonrohre gleichfalls als hinlänglich dauerhaft erwiesen. Um das Einkriechen von Tieren in die Rohre zu verhindern, sind viele Methoden in Anwendung gebracht worden. So schaltete man am letzten Rohrstoß einen mehrfach gebogenen Draht ein oder bedeckte das schräg geschnittene Endrohr mit einer Klappe, welche sich durch den innern Wasserdruck öffnete, sonst aber geschlossen blieb. Am empfehlenswertesten ist es, das Rohr frei ausmünden zu lassen und zwar etwa 25 cm aus der Grabenwand hervorstehend, so daß die Tiere nicht zu der Ausmündung gelangen können. Um dem Rohr ein festes Widerlager zu geben, empfiehlt es sich, das Endrohr auf einer gemauerten Wand aus Ziegelsteinen aufruhen zu lassen. Dieselbe bildet einen Teil der Wand des Vorflutgrabens und kann in geeigneter Weise abgeböscht werden.

Um das System der D. an einigen Beispielen zu erläutern, sind in Fig. 1 und 2 zwei der Praxis entnommene Drainpläne dargestellt. Wie die in punktierten Linien (2-10) angegebenen Schichtenlinien ersehen lassen, zeigt Fig. 1 ein schwach schluchtartiges Terrain, während Fig. 2 ein beckenartiges Terrain darstellt. Fig. 1 hat eine Größe von 20 Hektar; die Schichtenlinien haben 1 m Abstand. Das Terrain wurde früher als Teichbecken benutzt; der Wegdamm b begrenzt dasselbe. Die Speisung des ehemaligen Teiches erfolgte durch den Bach cdefghi. Das Wasser staute

^[Abb.: Fig. 1. Drainage eines schluchtartigen Terrains.]

^[Abb.: Fig. 2. Drainage eines Beckens.]