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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dressieren; Dressing-Case; Dressingmaschine; Dressoir; Dressur; Dreux; Dreves; Drevet; Drewenz; Drewlier; Dreyer; Dreyschock

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Dressieren - Dreyschock.

Dressieren (franz.), abrichten, einüben; zurichten; in der Kochkunst Speisen in gute Form bringen.

Dressing-Case (engl., spr. -kehs'), Reisenecessaire.

Dressingmaschine, Kämmmaschine zur Zubereitung der Florettseide, auch s. v. w. Schlichtmaschine oder Bürstmaschine zum Aufrichten der Faserenden beim Tuch, damit sie von der Schermaschine gefaßt werden können.

Dressoir (franz., spr. -ssoahr), Anrichte-, Schenktisch.

Dressur (franz.), Abrichtung von Tieren, besonders des Pferdes (s. d.) und des Hundes (s. d.); militärisch auch für Rekrutenausbildung gebräuchlich.

Dreux (spr. dröh), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Eure-et-Loir, an der Blaise und der Westbahn, unfern des Waldes von D. gelegen, hat eine gotische Kirche (St.-Pierre) aus verschiedenen Epochen, ein Stadthaus aus dem 16. Jahrh., Ruinen eines alten Schlosses, auf dessen Grund 1816 von der Mutter Ludwig Philipps die reich ausgestattete Grabkapelle des Hauses Orléans erbaut wurde, welche unter anderm das Grabmal Ludwig Philipps enthält, zählt (1881) 7454 Einw., welche Eisenwaren, Leder und Hüte fabrizieren, hat ein Collège und eine Bibliothek und ist Sitz eines Handelsgerichts. - D. ist das Durocasses (Drocä) der Alten und war eine Stadt der Karnuten in Gallia Lugdunensis. In der fränkischen Zeit wurde es königliches Besitztum, dann Hauptort einer Grafschaft, die Ludwig VII. 1137 seinem Bruder Robert übertrug, und die nach dem Aussterben der männlichen Nachkommen desselben 1378 an den König verkauft ward. Die Grafschaft kam sodann an das Haus Albret, 1585 an das Haus Nemours und fiel erst unter Ludwig XV. an die Krone zurück. Hier 19. Dez. 1562 Schlacht zwischen den (siegreichen) Katholiken und den Hugenotten, in welcher Prinz Condé gefangen genommen wurde. 1593 wurde D. von Heinrich IV. nach 18tägiger Belagerung erobert. Am 17. Nov. 1870 blutiges Gefecht zwischen der deutschen 17. Infanteriedivision und den Franzosen, welches mit der Einnahme der Stadt durch die erstere endete.

Dreves, Lebrecht, Dichter, geb. 12. Sept. 1816 zu Hamburg, studierte in Jena und Heidelberg die Rechte, lebte dann als Advokat in seiner Vaterstadt, wo er ein Journal: "Neue Hamburgische Blätter", redigierte. Nachdem er 1846 zur katholischen Kirche übergetreten war, verließ er Hamburg und ließ sich zu Feldkirch in Vorarlberg nieder, wo er 10. Dez. 1870 starb. Seine ältern, unter verschiedenen Titeln erschienenen Dichtungen zeigten ihn als romantisch gestimmte lyrische Natur, die sich vor allen J. ^[Joseph] v. Eichendorff zum Muster nahm. Eichendorff veröffentlichte dann auch die beste Sammlung von D.' "Gedichten" (Berl. 1849; 3. Aufl., Halle 1870), in denen er als der frischeste, unverkünsteltste und innigste aller Nachromantiker, als echter Schüler Eichendorffs erschien. Früchte seiner Konversion sind die "Lieder der Kirche, deutsche Nachbildungen altlateinischer Originalien" (Schaffh. 1846, 2. Aufl. 1868).

Drevet (spr. dröwä), franz. Kupferstecherfamilie. Pierre, der Vater, geb. 1664 zu St.-Columbe bei Lyon, Schüler Germain Audrans, lebte meist in Paris und starb 1739. Er war namentlich im Stich von Porträten ausgezeichnet. - Sein Sohn Pierre Imbert, geb. 1697 zu Paris, gest. 1739 daselbst, lernte bei seinem Vater, den er indes weit übertraf. Besonders hervorragend ist er in Bildnissen, bei denen er die Stoffe, das Beiwerk etc. auf das feinste und charaktervollste durchzubilden verstand; ausgezeichnet ist namentlich sein Blatt: Bossuet in ganzer Figur, nach dem Gemälde von Hyacinthe Rigaud. Doch sind auch seine Stiche historischen Inhalts, die er nach den gleichzeitigen französischen Malern, wie Coypel, A. de Dieu, Restout, Andray, L. de Boullogne, ausführte, vortrefflich. - Claude D., geb. 1710 zu Lyon, gest. 1782 in Paris, sein Neffe und Schüler, zeichnete sich gleichfalls im Porträt aus, ohne jedoch seinen Oheim zu erreichen. Vgl. A. Firmin Didot, Les D. (Par. 1876).

Drewenz, Nebenfluß der Weichsel in den preuß. Provinzen Ost- und Westpreußen, entspringt auf der Platte von Hohenstein unweit des Dorfs Dröbnitz, fließt bei Osterode in den 11 km langen und 1 km breiten Drewenzsee (95 m ü. M.) und nach dem Austritt aus demselben in südwestlicher Richtung über Strasburg zur Weichsel, in die sie nach einem Laufe von 238 km mit großer Wasserfülle (flößbar, aber nicht schiffbar) bei Zlotterie oberhalb Thorn mündet. Vom Drewenzsee besteht eine schiffbare Verbindung mit Elbing durch den Elbing-Oberländischen Kanal (s. d.).

Drewlier (Drewlänen oder Drewjanen), eine alte slaw. Völkerschaft, deren in den russischen Chroniken häufig Erwähnung geschieht, wohnte im jetzigen russischen Gouvernement Wolhynien, führte viele Fehden mit den Russen in Kiew und tötete 945 in der Hauptstadt Korosten (jetzt Iskoroszcz) den russischen Großfürsten Igor, worauf dessen Gemahlin Olga die Stadt zerstörte. Im spätern Verlauf der russischen Geschichte erlischt der Name D. Auch unter den westlichen Slawen kommt der Name vor.

Dreyer, Johann Matthias, satirischer Dichter, geb. 1716 zu Hamburg, starb als fürstlich holsteinischer Sekretär 20. Juni 1769 daselbst. Er war Mitarbeiter an den "Bremer Beiträgen" und stand im Streit Gottscheds mit den Schweizern auf des erstern Seite. Seine Trinkspruchsammlung "Schöne Spielwerke beim Wein, Punsch, Bischof und Krambamboli" (Hamb. 1763) ließ der Hamburger Rat öffentlich verbrennen. Seine "Teutschen Gedichte" erschienen nach seinem Tod (Altona 1771).

Dreyschock, Alexander, Klavierspieler und Komponist, geb. 15. Okt. 1818 zu Zack in Böhmen, spielte schon mit acht Jahren öffentlich in Konzerten, genoß dann den Unterricht Tomascheks in Prag und trat 1838 seine Kunstreisen an. Sie führten ihn zunächst nach Norddeutschland, 1840 nach Rußland, von hier 1842 nach Brüssel, Paris und London, endlich (1846) nach Holland und Österreich, wo er überall den größten Beifall erntete. Im J. 1858 unternahm er eine neue Künstlerfahrt nach Weimar und Kassel, um Liszt und Spohr zu besuchen. Die letzten Jahre seiner Künstlerlaufbahn verbrachte er in Petersburg, wo er von 1863 an die Stelle eines Direktors des kaiserlichen Konservatoriums bekleidete, bis seine angegriffene Gesundheit ihn zwang, ein milderes Klima aufzusuchen. Er starb 1. April 1869 in Venedig. D. war einer der besten und bevorzugtesten Jünger der Prager Schule des Meisters Tomaschek und zählte neben Liszt zu den anerkanntesten und bedeutendsten Virtuosen auf dem Klavier. Staunenerregend war namentlich seine Fertigkeit in der linken Hand sowie in Oktaven, Sexten- und Terzenpassagen. Seine zahlreichen Kompositionen gehören der bessern Salonrichtung an; besonders beliebt sind seine Rhapsodien und die Variationen über das Thema "Gode save the king". - Sein Bruder Raimund, geb. 20. Aug. 1824, bildete sich unter Pixis in Prag zum Violinspieler aus, machte in Gesellschaft seines Bruders mehrere erfolgreiche Kunstreisen und ward 1850 Konzertmeister und Lehrer des Violinspiels am Konservatorium zu Leipzig,