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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Durtonart; Durus; Durutte; Duruy; Dusares

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Durtonart - Dusares.

fälle bei der Cholera, bedingen heftigen D. wegen der schnell eintretenden Verminderung des Wassers im Organismus. Der quälende D. bei der Zuckerharnruhr beruht auf einem ähnlichen Grund wie der D. nach dem Genuß stark gesalzener Speisen. Es sind große Mengen von Wasser erforderlich, um den in den Geweben des Körpers enthaltenen zuckerreichen Saft zu verdünnen und gleichsam den Zucker aus dem Körper auszulaugen. Bei Krankheiten mit verminderter Gehirnthätigkeit wird häufig ein Mangel an D. beobachtet. Dies rührt davon her, daß solchen Kranken das Gefühl des Durstes nicht zum Bewußtsein kommt, obschon die Bedingungen vorliegen, unter welchen sonst der D. auftritt. Um den D. zu stillen, genügt eigentlich das frische Quellwasser. Säuerliche Zusätze, Brausemischungen etc. unterstützen jedoch dessen durstlöschende Eigenschaft oft beträchtlich, und namentlich erhöht auch ein gewisser Gehalt an Kohlensäure in dem Wasser dessen durststillende Wirkung. Beruht der D. nur auf Trockenheit des Mundes aus örtlichen Ursachen, so genügt die bloße Anfeuchtung der Schleimhaut, um den D. zu beseitigen. War aber eine beträchtliche Verminderung des Wassergehalts im Gesamtorganismus die Ursache des Durstes, so muß der Wasserverlust ersetzt werden. Dies geschieht gewöhnlich durch Trinken; indes würde es auch ausreichen, wenn das Wasser als Klystier in den Darm gebracht würde, denn es wird hier aufgesogen und der Blutmasse einverleibt. In gleicher Weise wirken subkutane Injektionen von Wasser. Das Bad dagegen hat keine durststillende Wirkung, denn es wird durch die Haut kein Wasser aufgenommen.

Durtonart. Der ältere Begriff der Tonart ist an die Tonleiter gebunden; eigentlich zur Tonart gehörige Töne und Akkorde sind nach dieser Anschauungsweise nur die "leitereignen", z. B. für C dur die in der Skala:

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enthaltenen. Die neuere Musiktheorie seit Rameau (s. d.) faßt Töne im Sinn von Klängen und hält demgemäß die Durtonleiter für eine Auseinanderlegung der Töne des tonischen Akkords und seiner nächsten Verwandten in ein Nacheinander als melodische Folge. Das harmonische System der auf die leitereignen Töne beschränkten D. ist daher:

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(3 Dur- und 3 Mollakkorde). Indes diese Auffassung erklärt wohl die Durtonleiter, doch nicht die D. Die Beschränkung der Harmonik auf diese wenigen Klänge erscheint als Willkür und steht im Widerspruch zur praktischen Musikübung. Der Begriff der Tonart ist daher zu dem der Tonalität (s. d.) erweitert worden, und die Tonleiter erscheint nur als melodischer Gang durch die Töne eines Akkords mit Einschaltung von Durchgangstönen. S. Tonleiter.

Durus (lat.), hart.

Durutte (spr. dürütt), Joseph François, Graf, franz. General, geb. 14. Juli 1767, trat 1792 in die französische Armee, stieg in den folgenden Feldzügen der Republik, meist im Generalstab beschäftigt, schnell von Stufe zu Stufe und wurde von Napoleon 1803 zum Divisionsgeneral und Kommandanten der 10. Militärdivision zu Toulouse ernannt. Er nahm teil an den Feldzügen gegen Österreich in Italien, zeichnete sich besonders 1809 unter dem Vizekönig Eugen in Italien und bei Raab aus, wofür er zum Baron erhoben wurde, ward sodann Gouverneur von Amsterdam und mit der Bewaffnung der Küste beauftragt, 1812 Kommandant von Berlin. 1812 und 1813 befehligte er im Korps Regnier zwei sächsische Divisionen, zeichnete sich bei Lützen und Bautzen aus, nahm an den unglücklichen Unternehmungen gegen Berlin und an der Schlacht bei Leipzig teil, führte auf dem Rückzug einen Teil der Arrieregarde, rettete bei Freiburg fast die ganze französische Artillerie und setzte dann Metz in Verteidigungszustand. Nach der Restauration ernannte ihn Ludwig XVIII. zum Kommandanten der 3. Militärdivision zu Metz; dessenungeachtet erklärte sich D. nach Napoleons Rückkehr für denselben, erhielt das Kommando der 4. Division im Armeekorps Drouets und focht bei Waterloo mit verzweifelter Tapferkeit. Nach der zweiten Restauration blieb er ohne Anstellung. Er starb 18. Aug. 1827 in Ypern.

Duruy (spr. durui), Victor, bedeutender franz. Historiker, geb. 11. Sept. 1811 zu Paris, wurde (seit 1830) in der École normale gebildet und verließ dieselbe 1833, um eine Professur der Geschichte am Collège Henri IV. anzutreten. Nachdem er an verschiedenen Gymnasien unterrichtet hatte, wurde er 1861 Inspektor der Akademie von Paris, dann Generalinspektor des Sekundärunterrichts und Professor der Geschichte an der polytechnischen Schule. Durch seine Mitwirkung an Napoleons III. Werk über Julius Cäsar kam er in nähere Berührung mit dem Kaiser, der ihn 1863 zum Minister des Unterrichts ernannte. Er entwickelte eine fruchtbare reformatorische Thätigkeit, traf verschiedene löbliche Maßregeln, darunter die Wiedereinführung philosophischer Disziplinen sowie die Gründung eines Lehrstuhls für Zeitgeschichte an den Schulen, vor allem aber Hebung und Verbesserung des Standes der Elementarlehrer, errichtete die École des hautes études, führte den Turnunterricht in den höhern Schulen ein, gründete staatliche Töchterschulen etc. Auch die Einführung der sogen. Conférences littéraires, die jetzt über ganz Frankreich verbreitet sind, ist sein Werk. Seine weitern und eingreifendern Forderungen, besonders Einführung des Schulzwanges und der Unentgeltlichkeit des Volksschulunterrichts, stießen auf den hartnäckigsten Widerstand der klerikalen Partei, den er bei der geringen Unterstützung von seiten der Liberalen nicht zu brechen vermochte; er mußte endlich den heftigen Angriffen, die im Senat und im Gesetzgebenden Körper gegen ihn gerichtet wurden, weichen und nahm im Juli 1869 seine Entlassung. Der Kaiser ernannte ihn zum Senator. Von seinen zahlreichen weitverbreiteten Werken auf dem Gebiet der Geschichte sind die bekanntesten die "Histoire des Romains" (1843-44, 2 Bde.); "État du monde romain vers le temps de la fondation de l'empire" (1853); "Histoire de France" (1852, 2 Bde.); die von der französischen Akademie gekrönte "Histoire de la Grèce ancienne" (1862, 2 Bde.; neue Ausg. 1874); "Introduction générale à l'histoire de France" (1865, 4. Aufl. 1884); "Histoire des Romains jusqu'à la mort de Théodose" (1870-79, 7 Bde.; neue illustrierte Prachtausgabe 1879-84, 7 Bde.), aus welcher die Geschichte des Kaiserreichs von Hertzberg (Leipz. 1884 ff., 4 Bde.) deutsch bearbeitet wurde. Auch verfaßte er mehrere Bände der von ihm herausgegebenen "Histoire universelle". 1879 ward er Mitglied des Instituts.

Dusares, Stammgott des arab. Volksstammes der Nabatäer (s. d.), hatte seinen Wohnsitz zu Petra in