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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Eberle; Eberlein; Ebermannstadt; Ebermayer

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Eberle - Ebermayer.

mat mit der mittelalterlichen Kunst Italiens und wurde im Kreis der römischen Romantiker einer der fanatischten religiösen Schwärmer. Sein Grabdenkmal der Prinzessin Karoline im Querschiff der Theatinerkirche zu München ist sein letztes bedeutendes Erzeugnis der klassischen Richtung (1825). Seitdem behandelte er vorzugsweise religiöse Gegenstände, welche sämtlich den Geist der mittelalterlichen Kunstwerke atmen. Seine Hauptwerke sind die beiden Grabdenkmäler der Bischöfe Sailer und Wittmann im Dom zu Regensburg. Auch in seinen Hausaltarbildern bewährte E. seine Kunstfertigkeit wie seinen Proselyteneifer, in seinen Dichtungen und musikalischen Kompositionen aber eine große Vielseitigkeit. In den letzten Jahren zerstörte er alle seine nicht religiösen Arbeiten. Er starb 12. März 1859 in München. - Sein Bruder Franz, geb. 1767, nahm an seinen Arbeiten mehrfachen Anteil, schuf aber auch selbständige Werke, namentlich kleinern Umfangs, Reliefs etc. aus Alabaster. Er starb erblindet 18. Dez. 1836.

3) Christian August Gottlob, Dichter und Schriftsteller, geb. 1769 zu Belzig, studierte in Leipzig Theologie, wandte sich dann der bildenden Kunst und hierauf seit 1792 der Litteratur zu, ward Mitarbeiter an Beckers "Taschenbuch" und den "Erholungen", übernahm 1807 die Rengersche Buchhandlung in Halle und gab hier mit Lafontaine die Monatsschrift "Salina" (Halle 1812-16, 8 Bde.) und allein "Flatterrosen" (das. 1817) heraus. Auch übernahm er nach des Vaters Tode die Redaktion von dessen "Jahrbuch der häuslichen Andacht". Im J. 1835 wendete er sich nach Hamburg. Eine Reise nach Italien veranlaßte das Werk "Italien, wie es mir erschienen ist" (Halle 1839, 2 Bde.), eine Widerlegung von Nicolais "Italien, wie es wirklich ist". Seit 1842 in Dresden wohnend, starb er hier 13. Mai 1845. Seine poetischen Schriften lehnten sich an die ältern, für mustergültig erachteten Dichter des 18. Jahrh. an; er durfte in gewissem Sinne noch ein Schüler Gleims heißen. Bleibenden Erfolg hatte: "Hannchen und die Küchlein" (Halle 1822; 25. Aufl., Leipz. 1875), ein Idyll, welches in jugendlichen Lebenskreisen noch heute Anteil erweckt. Außerdem sind zu nennen: "Der erste Mensch und die Erde" (Halle 1828, 2. Aufl. 1834) und "Vermischte Gedichte" (das. 1833, 2 Bde.). Seine "Gesammelten Schriften" erschienen Halle 1830-31 in 20 Bänden.

Eberle, Robert, Maler, geb. 22. Juli 1815 zu Meersburg am Bodensee, Schüler des Landschafts- und Tiermalers Biedermann in Konstanz, ging 1830 nach München, studierte dort Ruisdael und Dujardin und erwarb sich bald einen geachteten Namen. Er starb 19. Sept. 1860 in Eberfing bei München. E. war ein trefflicher Zeichner und wußte die charakteristischen Eigentümlichkeiten der Haustiere, namentlich der Schafe, mit feinem Verständnis wiederzugeben. Von seinen Werken sind die bedeutendsten: ein Hirt bei seinen Schafen, vom Blitz erschlagen (in Kopenhagen), eine Tiergruppe beim Heranziehen eines Gewitters, eine von Wölfen überfallene Schafherde, von einem Adler in den Abgrund gejagte Alpenschafe.

2) Adolf, Maler, Sohn des vorigen, geb. 11. Jan. 1843 zu München, besuchte früh die Akademie, trat 1860 in die Schule Pilotys und fand schon im folgenden Jahr durch seine treffliche Pfändung der letzten Kuh (radiert von W. Unger) großen Beifall. Später entstanden: die verunglückte Musikprobe, der Hochzeitstag, nach der Taufe, Zitherunterricht, Backfische, dem Tanz zuschauend; daneben etliche militärische Szenen etc. Allseitigen Beifall erntete auf der internationalen Ausstellung zu München 1879 sein Erster Rehbock, ein Bild von ungewöhnlicher Wahrheit der Schilderung.

Eberlein, 1) Georg, Architekt und Architekturmaler, geb. 13. April 1819 zu Linden (Mittelfranken), wurde 1833 Schüler der polytechnischen Schule in Nürnberg und genoß später den Unterricht des Architekten Heideloff, mit dem er 1839 bei der Ausschmückung der Stiftskirche in Stuttgart sowie am Rittersaal der Feste Koburg, 1840-42 beim Bau des dem Grafen Wilhelm von Württemberg gehörenden Schlosses Lichtenstein und 1842-44 am Schloß Landsberg bei Meiningen beschäftigt war, dessen figürliche und ornamentale Dekoration vorzugsweise sein Werk ist. Nachdem er eine Reihe von Jahren für den Württembergischen Altertumsverein gearbeitet hatte, beteiligte er sich an der von Stüler ausgeführten Wiederherstellung der Burg Hohenzollern und restaurierte in den folgenden Jahren den Dom zu Erfurt, den Kreuzgang zu Aschaffenburg, die Kirche St. Emmeran in Regensburg, nahm an dem Bau der zweiten protestantischen Kirche zu München teil und führte Glasmosaiken (Abendmahl, Kreuzigung und Grablegung) für ein Fenster des Doms in Erfurt aus. Er starb 8. Juli 1884 als Professor der Architektur an der Kunstgewerbeschule zu Nürnberg.

2) Gustav, Bildhauer, geb. 14. Juli 1847 zu Spiekershausen bei Hannöversch-Minden, war bis zu seinem 19. Jahr Goldschmied und besuchte seit 1866 drei Jahre lang die Kunstschule in Nürnberg. Von da ging er nach Berlin, wo er sich an die malerisch-realistische Richtung von R. Begas anschloß. Durch ein Stipendium erhielt er die Mittel zu einer Reise nach Italien. Sein erstes größeres Werk war ein Märtyrer, von einer Römerin vom Kreuzestod gerettet. Es folgten mehrere dekorative Arbeiten, darunter eine Statue Leonardo da Vincis für das Polytechnikum in Charlottenburg, Platon und Hippokrates für die Kieler Universität und 1881 ein durch seines Naturstudium ausgezeichneter dornausziehender Knabe, eine Viktoria, die Kaiserbüste bekränzend, und eine griechische Flötenbläserin. Alsdann führte er für die Fassade des Kultusministeriums in Berlin einen 45 m langen Fries in französischem Kalkstein aus, welcher in 50 lebensgroßen Figuren den geistigen Wirkungskreis des Ministeriums versinnlicht. Die Kunstausstellung von 1883 beschickte er mit einem kolossalen figurenreichen Relief: der Genius Deutschlands, eine Verherrlichung Kaiser Wilhelms darstellend, und einem griechischen Mädchen, Tauben opfernd, von großer Anmut der Formengebung und reizvoller Bewegung, die von 1884 mit einer Psyche und einem tanzenden Bacchanten. E. weiß poetische Auffassung mit feinster Durchbildung der Form zu vereinigen. Er besitzt die kleine goldene Medaille der Berliner Kunstausstellung.

Ebermannstadt, Stadt im bayr. Kreis Oberfranken, an der Wiesent, am Ausgang der Fränkischen Schweiz gelegen, Sitz eines Bezirksamts und Amtsgerichts, mit einer neuerbauten kath. Pfarrkirche, starkem Hanfbau und (1880) 703 Einw.

Ebermayer, Ernst, forstnaturwissenschaftlicher Schriftsteller und Lehrer, geb. 2. Nov. 1829 zu Rehlingen bei Pappenheim, studierte in München, war Lehrer an mehreren Gewerbeschulen in Bayern, wurde 1858 Professor der Chemie, Mineralogie, Geognosie und Landwirtschaft an der Forstlehranstalt zu Aschaffenburg, wirkte seit 1878 in gleicher Eigenschaft an dem bei der Universität München errichteten Forstinstitut. E. ist Begründer der forstlich-meteorologi-^[folgende Seite]