Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

326

Effacieren - Effusion.

(von 1451) mit Grabmälern der Schaumburger und Starhemberger, ein evang. Bethaus, ein fürstlich Starhembergsches Schloß, ein Rathaus und (1880) 2119 Einw. E. ist ein sehr alter Ort, der schon im Nibelungenlied genannt wird und vor Jahrhunderten von der Donau bespült wurde.

Effacieren (franz., spr. -ssi-), auslöschen, tilgen.

Effékt (lat. effectus), Wirkung, Erfolg, günstiger Erfolg; besonders der Eindruck, den ein Werk der Poesie, bildenden Kunst, Tonkunst etc. hervorbringt. Stärker, aber nicht reiner kann der E. gemacht werden durch starke Kontraste, Kolossalität, Massenhaftigkeit etc.; unrein und tadelnswert wird er, wenn das Kunstwerk nicht mehr durch die Art des Inhalts und der Darstellung wirkt, sondern sich einer herrschenden Geschmacksrichtung des Publikums anschmiegt, wodurch es sich zugleich aller Selbständigkeit entäußert. Von diesem Fehler ist nur ein Schritt zu dem noch niedrigern, durch Anwendung ungewöhnlicher Mittel Überraschung und dadurch Erfolg zu bewirken, zu dem sogen. Knalleffekt.

Effekten (v. franz. effets), Habseligkeiten, Besitz an beweglichen Gütern, oder was jemand auf Reisen zu seinem Gebrauch mit sich führt (Reiseeffekten). Im besondern heißen E. die Wertpapiere aller Art (wie Obligationen, Aktien, Wechsel), vorzüglich die börsengängigen, auf lange Fristen laufenden Wertpapiere; daher Effektenkonto (auch Fondskonto), in Handlungsbüchern das Konto über die E.; Effektenzinsenkonto, das Konto im Hauptbuch, welches die auf den E. haftenden laufenden Zinsen aufnimmt; Effektenhandel, der Handel mit Staatspapieren etc.; Effektenbörse, diejenige Abteilung der Börse, in der vorzugsweise der Handel in E. stattfindet, im Gegensatz zur Waren- oder Produktenbörse. Effektensocietät nennt sich eine in Frankfurt a. M. regelmäßig zusammentretende Gesellschaft von Kaufleuten, um E. zu handeln; auch heißt so eine Privatbörse für E. in Amsterdam.

Effektenversicherung, die Versicherung gegen Kursverlust bei etwaniger Auslosung und Kündigung von Effekten. Sie wird in der Regel von Bankierfirmen als Nebengeschäft betrieben und namentlich von den Besitzern solcher Prämien- (Los-) Papiere benutzt, welche einen den Wert der ohne Gewinn ausgelosten Stücke beträchtlich übersteigenden Kurs zu haben pflegen. E. ist nicht zu verwechseln mit Valorenversicherung (s. d.).

Effektiv (lat.), wirklich, in der That vorhanden; bedeutet auf Schuldurkunden, insbesondere bei Wechseln, wenn dies Wort der Schuldsumme hinzugefügt ist, daß die Zahlung in der gerade bezeichneten Geldsorte verlangt werden könne oder solle (Effektivzahlung). Im Seekrieg nennt man eine effektive Blockade eine wirklich mit Gefahr verbundene Hafenabsperrung durch die feindliche Macht.

Effektivgeschäfte, die sofort abgeschlossenen Geschäfte im Gegensatz zu den Lieferungsgeschäften; letztere nennt man E., wenn es auf wirkliche Lieferung des Kaufobjekts und nicht auf ein Differenzgeschäft abgesehen ist.

Effektivstand, beim Militär der wirkliche Bestand der Mannschaften unter der Fahne.

Effektuieren (lat.), bewerkstelligen, ausrichten, einen Auftrag ausführen, bestellte Waren absenden.

Effeminieren (lat.), weibisch oder weichlich machen oder werden; Effemination, Verweichlichung.

Efferveszieren (lat.), aufbrausen (s. d.); efferveszent, aufbrausend; Effervescentia, Brausepulver; Efferveszenz, das Aufbrausen, die Aufwallung.

Effestukation (mittellat., v. lat. festuca, "Halm") im ältern deutschen Recht übliche symbolische Übergabe eines Grundstücks durch mündliche Erklärung und Überreichung eines von demselben abgeschnittenen Spans oder Halms seitens des Verkäufers an den Käufer. An ihre Stelle trat später die gerichtliche Auflassung (s. d.).

Effet (franz., spr. effeh, "Wirkung"), im Billardspiel Kunstausdruck für die Wirkung, welche der Seiten- oder Schiefstoß hervorbringt, daher auch für diesen Seitenstoß selbst gebraucht: "E. geben"; weiteres s. Billard.

Effgies (lat.), Bildnis, Bild; daher die Redensart: einen in effigie, d. h. im Bildnis, aufhängen.

Effikazität (lat.), Wirksamkeit, Kraftwirkung.

Effilieren (franz.), ausfasern, Fäden auszupfen; Effile, ausgefädelte Franse; Effilüre, Ausfaserung.

Effizieren (lat.), bewirken; effizient, wirksam; Effizienz, Wirksamkeit.

Efflation (lat.), das Aufstoßen aus dem Magen.

Effleurieren (franz., spr. -lö-), obenhin leicht berühren oder streifen, etwas obenhin behandeln.

Effloreszieren (lat.), aufblühen, blühend ausschlagen; auch s. v. w. auswittern (s. d.); Effloreszenz, das Aufblühen, Blütezeit, Blütenstand; Auswitterung (von Kristallen, Salzen etc.); auch Hautausschlag.

Effluieren (lat.), ausströmen, verfließen; Effluvium, Ausfluß, Ausdünstung.

Effodieren (lat.), aus-, nachgraben.

Effort (franz., spr. -for), Anstrengung; sich einen E. oder Efforts geben, sich anstrengen.

Effossion (lat.), Aus-, Nachgrabung.

Effraktion (lat.), Erbrechung, Ausbrechung, z. B. aus dem Gefängnis; auch s. v. w. Diebstahl mit Einbruch; in der Chirurgie s. v. w. Schädelbruch.

Effrayieren (franz., spr. -fräji-), in Schrecken setzen, erschrecken; effrayant, schrecklich, entsetzlich.

Effrenieren (lat.), zügellos machen; Effrenation, Zügellosigkeit; effreniert, zügellos, unbändig.

Effronté (franz., spr. -frong-), unverschämt, frech; Unverschämter; Effronterie, Unverschämtheit.

Effroyable (franz., spr. -froajábl), schrecklich.

Effulguration (lat.), das Aufblitzen, Erleuchtung.

Effusion (lat.), Ausströmung, Erguß; besonders das Ausfließen von Gasen aus einem sie rings umschließenden Gefäß, in dessen Wand eine Öffnung angebracht ist. Dasselbe findet nach folgendem von Graham durch Versuche bewiesenen Gesetz statt: Das Quadrat der Ausströmungsgeschwindigkeit ist dem Druck direkt und dem spezifischen Gewicht des Gases umgekehrt proportional. Dies Gesetz läßt sich leicht begründen, wenn wir im Sinn der "mechanischen" oder "kinetischen" Theorie der Gase (s. Wärme) jeden luftförmigen Körper als ein Haufwerk rasch sich bewegender Teilchen oder Moleküle auffassen; wo sich ihnen eine Wand entgegenstellt, üben sie vermöge der Wucht, mit welcher sie gegen dieselbe prallen, einen Druck auf sie aus; wo sie eine Öffnung finden, fahren sie durch dieselbe hinaus; die Ausströmungsgeschwindigkeit ist daher nichts andres als die mittlere Geschwindigkeit der dahinschießenden Moleküle. Die Wucht, welche einer in der Raumeinheit enthaltenen Gasmenge innewohnt und den Druck des Gases auf die Gefäßwand bedingt, steht nun einerseits zur Masse oder zum spezifischen Gewicht des Gases, anderseits zum Quadrat der Geschwindigkeit seiner Moleküle im Verhältnis (s. Wucht). Üben daher zwei Gase gleichen Druck aus, so müssen sich die Quadrate ihrer molekularen Geschwindigkeiten umgekehrt verhalten wie ihre spezifischen Gewichte. Wenn daher ver-^[folgende Seite]