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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Egger; Eggers

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Egger - Eggers.

kanerkloster, Acker- und Hopfenbau, Viehzucht und (1880) 2237 Einw.

Egger, Emile, ausgezeichneter franz. Hellenist, geb. 18. Juli 1813 zu Paris aus einer väterlicherseits aus Kärnten stammenden Familie, erhielt seine Bildung an den Collèges St.-Louis und Henri IV. Seit 1834 Lehrer an verschiedenen Schulen, machte er sich zunächst durch Ausgaben des Varro (Par. 1837), Longin (1837), der Fragmente des Festus und Verrius Flaccus (1839) bekannt, erhielt 1839 mit dem "Examen critique des historiens anciens de la vie et du règne d'Auguste" (1844) den Preis der Akademie und ward in demselben Jahr an der Normalschule Lehrer für allgemeine und vergleichende Grammatik (bis 1861). 1840 wurde er Hilfslehrer und 1855 wirklicher Professor der griechischen Sprache an der Faculté des lettres, nachdem er schon 1854 in die Akademie der Inschriften aufgenommen worden war; 1873 wurde er auch zum Mitglied des Conseil supérieur für den öffentlichen Unterricht ernannt. Er starb 30. Aug. 1885 im Bad Royat. Seine bedeutendsten Schriften sind: "Essai sur l'histoire de la critique chez les Grecs" (Par. 1850); "Notions élémentaires de grammaire comparée" (1852, 8. Aufl. 1880); "Apollonius Dyscole, essai sur l'histoire des théories grammaticales dans l'antiquité" (1854); "Mémoires de littérature ancienne" (1862) und "Mémoires d'histoire ancienne et de philologie" (1863), zwei litterarische Inventarien; "Études historiques sur les traités publics chez les Grecs et les Romains" (1866); "Le recueil des papyrus grecs du Louvre" (1866, mit Brunet de Presle); "L'Hellénisme en France" (1869, 2 Bde.), über den Einfluß des Griechischen auf die französische Sprache und Litteratur; "Les substantifs verbaux formés par l'apocope de l'infinitif" (1875) und "Histoire du livre" (1880). Außerdem veröffentlichte er zahlreiche Abhandlungen in Zeitschriften und Sammelwerken.

Eggers, 1) Jakob, Freiherr von, General, geb. 25. Dez. 1704 zu Dorpat als Sohn eines angesehenen Bürgers, der kurz nach seiner Geburt starb, ward nach der Eroberung Dorpats durch die Russen 1708 nebst seiner Mutter in Kriegsgefangenschaft nach Archangel gebracht. Hier und in einigen andern Städten wuchs er auf und genoß den Unterricht kriegsgefangener schwedischer Offiziere. 1722 befreit, trat er in schwedische Kriegsdienste und widmete sich besonders der Fortifikation. 1728 machte er eine Reise nach Frankreich, diente während des polnischen Erbfolgekriegs 1733-35 in Danzig im Heer Stanislaus Leszczynskis, befestigte 1735 die hessen-kasselsche Festung Rheinfels und ging 1737 als Hauptmann in sächsische Dienste über. Nachdem er größere Reisen in Südeuropa unternommen, begleitete er 1741 das sächsische Heer nach Böhmen, kehrte aber 1743 nach Schweden zurück und nahm am Kriege gegen Rußland als Generalquartiermeister teil. Seit 1744 wieder im kursächsischen Heer angestellt machte er den zweiten Schlesischen Krieg mit und wohnte 1747 als Volontär der Belagerung von Bergen op Zoom durch die Franzosen bei (vgl. sein Werk "Journal du siége de Bergopzoom", Leipz. 1750). Er unterrichtete darauf die sächsischen Prinzen Xaver und Karl in den Kriegswissenschaften und verfaßte ein "Neues Kriegs-, Ingenieur-, Artillerie-, See- und Flotten-Lexikon" (Dresd. 1757, 2 Bde.). Seit 1749 Oberst und vom König von Schweden in den Adelstand erhoben, ward er 1756 zum Vizekommandanten der Festung Königstein und 1758 zum General und Kommandanten von Danzig ernannt. Hier starb er 12. Jan. 1773. Vgl. H. K. Eggers, Geschichte des Geschlechts E. (Plön 1879).

2) Christian Ulrich Detlev, Freiherr von, Staatsmann, geb. 11. Mai 1758 zu Itzehoe, studierte 1776-83 in Kiel, Leipzig, Halle und Göttingen Rechts- und Staatswissenschaften, trat darauf zu Kopenhagen in den dänischen Staatsdienst und wurde 1785 Professor der Kameralwissenschaften, 1788 der Rechte an der Universität daselbst. Daneben wurde er zu Arbeiten in finanziellen Kommissionen herangezogen und vertrat 1797-98 als Legationsrat Dänemark auf dem Rastatter Kongreß (vgl. seine anonyme "Geheime Geschichte der Rastatter Friedensverhandlungen", Germanien 1799). Er besaß die Gunst des Ministers Andreas v. Bernstorff, dessen Ansichten er teilte, und dem er eine schwärmische Verehrung zollte (vgl. sein Werk "Denkwürdigkeiten aus dem Leben des königlich dänischen Staatsministers A. P. Grafen von Bernstorff", Kopenh. 1800). In dessen Sinn wirkte er für humane Reformen und betrieb namentlich die Aufhebung der Leibeigenschaft in Schleswig-Holstein, zu dessen Oberprokurator er 1801 ernannt wurde. Auch um die Kriminalgesetzgebung und die Strafanstalten in den Herzogtümern machte er sich sehr verdient. Wegen seiner Bemühungen für die Reform der österreichischen Gesetzgebung 1806 in den Freiherrenstand erhoben und 1813 zum Oberpräsidenten der Stadt Kiel ernannt, starb er 21. Nov. 1813 zu Gaarz in Holstein. Von seinen zahlreichen Schriften sind zu nennen: "Probierstein für echte Freimaurer" (Kopenh. 1786, 2 Bde.); "Skizze und Fragmente einer Geschichte der Menschheit" (2. Aufl., das. 1803-1804, 3 Bde.); "Beschreibung von Island" (das. 1786); "Denkwürdigkeiten der französischen Revolution" (das. 1794-1807, 6 Bde.); "Memoiren über die dänischen Finanzen" (Hamb. 1800-1801, 2 Bde.) u. a.

3) Johann Karl, Maler, geb. 1. Okt. 1787 zu Neustrelitz, war Schüler Matthäis in Dresden und ging dann zu seiner weitern Ausbildung nach Rom, wo er für die Wiederbelebung der Freskomalerei durch mechanische und chemische Untersuchung der ältern Fresken so erfolgreich thätig war, daß ihm die Wiedererfindung der Freskotechnik zugeschrieben wurde. Künstlerisch hat er dieselbe mit Veit im Braccio nuovo des Vatikans bethätigt, woselbst er die personifizierte Roma malte, vor welcher Münzen ausgeschüttet werden, eine Anspielung auf die damals den vatikanischen Schätzen einverleibte Münzsammlung. Für den Dom zu Naumburg malte er die Fußwaschung Christi. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland nahm er teil an der Ausführung der von Schinkel entworfenen Fresken in der Halle des Berliner Museums. Seine Staffeleibilder, meist religiösen Inhalts, zeichnen sich durch Ausdruck und glückliche Färbung namentlich in der Karnation aus. Er starb 24. Juli 1863 in seiner Vaterstadt. Vgl. H. K. Eggers, Geschichte des Geschlechts E. (Plön 1879).

4) Friedrich, Kunstschriftsteller, geb. 27. Nov. 1819 zu Rostock, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte in Berlin und veröffentlichte in verschiedenen Zeitschriften Berichte über die Leistungen lebender Künstler, redigierte auch eine Zeitlang das von F. Kugler begründete "Kunstblatt". Im November 1862 erhielt er die Berufung als Lehrer der Kunstgeschichte an der königlichen Akademie der Künste zu Berlin. Er wirkte durch seine anregenden Vorträge sehr erfolgreich an derselben. 1871 trat er als Hilfsarbeiter für das Fach der bildenden Künste in das Kultusministerium ein, starb aber schon 11. Aug. 1872.