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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Einband - Eindhoven.

schon von den Assyrern, Persern und Ägyptern geübt; doch ist ihr Verfahren nicht genau bekannt. Nach Diodors nicht ganz deutlicher Beschreibung wurden die Körperhöhlen entleert und mit aromatischen Substanzen (auch Asphalt) gefüllt und darauf die ganzen Leichen einige Monate in eine Lösung von "Nitron" gelegt. Schließlich wurden die Leichen zur Abhaltung der Luft mit aromatisierten Binden umwickelt. Auch Holzessig kam bei diesem Verfahren in Anwendung, vielleicht auch Thonerdesalze, Eisenvitriol und trockne Hitze. Was aber unter dem von Herodot erwähnten Nitron zu verstehen ist, lassen die Mumien nicht erkennen. Jedenfalls war das Resultat, welches erzielt wurde, kein sehr befriedigendes, wie der Zustand der Mumien deutlich zeigt. Gegenwärtig benutzt man gewöhnlich nach Entfernung des Darminhalts flüssige, fäulniswidrige und gegen Würmer schützende Substanzen, mit welchen das Blutgefäßsystem in reichlicher Weise ausgespritzt wird. Es eignen sich dazu Lösungen von Sublimat, Arsenik, Karbolsäure, Alaun, Chlorzink, Gerbsäure oder eine als Wickersheimersche Flüssigkeit in den Handel gebrachte Mischung von mehreren der genannten Stoffe mit Wasser und Glycerin. Ähnlich ist die in England gebräuchliche Garstinsche Flüssigkeit, welche Glycerin, Arsen und Karbolsäure enthält. Gannal erzielt eine recht befriedigende Erhaltung von Leichen auf kurze Zeit durch Einspritzen von schwefelsaurer Thonerde oder Aluminiumchlorid, und noch bessere Resultate soll die Methode von Sucquet geben, welcher in gleicher Weise Chlorzink anwendet. Die Stirlingsche Flüssigkeit besteht aus Kreosot, Holzgeist und Sublimat. Vgl. Gannal, Histoire des embaumements (2. Aufl., Par. 1841); Derselbe, Lettre aux médecins sur la question des embaumements (das. 1845).

Einband, s. Buchbinden.

Einbaum, ein durch Aushöhlen eines Baumstammes hergestelltes Boot.

Einbeck (Eimbeck), Kreisstadt und ehemaliger Hauptort des Fürstentums Grubenhagen im preuß. Regierungsbezirk Hildesheim, an der Eisenbahn Salzderhelden-Dassel, hat 3 schöne evang. Kirchen (die Alexanderkirche mit den Grabmälern der Fürsten von Grubenhagen, die Markt- und die Neustädter Kirche), ein katholisches Bethaus, ein Amtsgericht, ein Realprogymnasium, eine Webschule, Fachschule für Maschinenbauer, ein großes Bürgerasyl, Fabriken für Zucker, Zigarren und Tabak, Tapeten, Tuch etc., eine Wollspinnerei, mechanische Leinweberei, Walkerei, Bierbrauerei, viele Schuhmacher und (1880) mit Einschluß des Militärs (ein Bataillon Nr. 82) 6809 Einw. - E. entwickelte sich aus einem Hof um das 1080 gegründete Stift zu St. Alexander (mit dem Blut Christi). Aus den Händen der Grafen von Katlenburg kam es in den Besitz Heinrichs des Löwen. 1272 erscheint E. zuerst als Stadt, wurde 1297 mit Mauern und Wällen umgeben, im 14. Jahrh. meistens Residenz der Fürsten von Grubenhagen, trat dann aber der Hansa bei. Einen weiten Ruf erwarb E. sich im 15. Jahrh. durch sein Bier (Eimbecker Bier, wovon man den Namen "Bock" ableitet). Um 1540 ward durch Herzog Philipp I. in E. die Reformation durchgeführt, nachdem das Alexanderstift und das um 1300 gegründete Marienstift schon 1534 reformiert waren. 1632 ward E. von Pappenheim, 14. Okt. 1641 von Piccolomini erobert, 1643 von den Kaiserlichen geräumt, 1761 durch die Franzosen seiner Wälle beraubt. Vgl. Harland, Geschichte der Stadt E. (Einb. 1859, 2 Bde.; Auszug 1881).

Einbeere, Pflanzengattung, s. Paris.

Einbeizen, Getreidesamen vor der Aussaat mit düngenden (Samendüngung) oder beizenden trocknen oder feuchten Stoffen behandeln, namentlich mit gepulvertem Kalk, Glaubersalz, Knochenmehl, Gips, Kupfervitriol bestreuen und dann mit Jauche tränken, einesteils um Keimung und Wachstum desselben dadurch zu befördern, andernteils um die Keimkraft schlechter Samenkörner und die äußerlich an den Körnern haftenden Sporen der Brandpilze, besonders der des Weizens, zu töten, hier und da auch, um Ungeziefer abzuhalten (Ruß z. B. gegen Erdflöhe). Zum Zweck der Düngung gibt man derartige Substanzen nur noch selten. Speziell die Keimung fördernde Beizmittel werden in großer Zahl angepriesen - selbst um alte Samen wieder keimfähig zu machen. Die weitaus meisten sind schädlich, Salzsäure in 100facher Verdünnung nur bei Samen förderlich, welche infolge sehr fester Samenschale schwer keimen. Weizen beizt man am besten mit einer Lösung von 1 kg Kupfervitriol für je 5-6 hl. Man löst den Vitriol in heißem Wasser und setzt dann so viel kaltes zu, bis der Same etwa eine Hand hoch mit Wasser bedeckt ist. Nach 6-12stündigem Einquellen und häufigem Umrühren breitet man den Weizen aus und sticht ihn häufig um (d. h. wendet ihn mit der Schaufel). Nach 24 Stunden ist er trocken genug, um gedrillt werden zu können. Ein längeres Einquellen und eine stärkere Verwendung von Kupfervitriol beeinträchtigen die Keimkraft ganz wesentlich. Sehr empfehlenswert ist auch das E. mit xanthogensaurem Kali, und zwar genügen 1-2 Stunden Quellzeit in einer Lösung von 0,5 Proz., also 0,5 kg auf 100 Lit. Wasser. Die nachteilige Wirkung auf die Keimkraft ist weit geringer als beim Vitriol. Man darf nur solche Körner verwenden, welche nicht oder nur sehr vorsichtig durch Dreschmaschinen gegangen sind, weil zu rascher Gang derselben viele Körner äußerlich verletzt, wodurch die Beize eindringen und den Keim töten kann. Kartoffeln schützt man gegen Faulen durch Einbetten in Asche, staubtrocknes Knochenmehl, Kalkpulver oder Gips, und dieselben Materialien kann man auch mit Vorteil beim Legen der Knollen verwenden.

Einbildungskraft, s. Phantasie.

Einbinden, Schutzmittel junger Obstbäume gegen Hasenfraß und Benagung durch Weidetiere, auch Schutzmittel der Weinstöcke und Zierpflanzen gegen Frost. Für Obstbäumchen sind allgemein Dornen oder Korbgeflechte im Gebrauch. Hier und da wendet man auch Stroh, Nadelholzreisig, Heidekraut, Schilfrohr und trocknes Farnkraut an. Soll das E. die starke Einwirkung der Kälte brechen, so benutzt man Stroh, Schilf, Fichten- und Kiefernzweige, trocknes Farnkraut und häuft auch um die Wurzelstöcke der zu schützenden Pflanze Erde, Sägespäne, Spreu, Moos, Laub, Nadeln u. dgl. auf. Rosen, Weinreben u. dgl. schützt man auch durch bloßes Einschlagen in die Erde vor der Winterkälte. Bedecken mit Mist ist weniger zu raten. - E. der Bücher, s. Buchbinden.

Einbökeln, s. Einsalzen.

Einbrennkunst, s. Enkaustik.

Einbruch (Heraldik), s. Faden.

Einbruch, s. Diebstahl.

Eindhoven, Bezirkshauptstadt in der niederländ. Provinz Nordbrabant, an der Mündung der Gender oder Einde in die Dommel und an der Eisenbahn Breda-Venloo, in welche hier die Lüttich-Limburger Linie mündet, mit (1883) 4036 Einw., die Baumwoll-^[folgende Seite]