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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Eisenbahnregiment; Eisenbahnrettungssignale; Eisenbahnschulen; Eisenbahnstatistik

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Eisenbahnregiment - Eisenbahnstatistik.

und wofern die regelmäßigen Transportmittel der Bahn zur Ausführung des Transports genügen. Auch dürfen die Eisenbahnen die gesetzlichen Vorschriften über die Verpflichtungen des Frachtführers zum Schadenersatz nicht im voraus ausschließen oder beschränken, insoweit dies nicht unter gewissen Umständen im Handelsgesetzbuch (Art. 424 ff.) selbst gestattet ist. Vgl. Hirth, Annalen des Deutschen Reichs, Jahrg. 1874, S. 359 ff.; ferner Bessel und Kühlwetter, Preußisches E. (Köln 1855-67); Beschorner, Das deutsche E. (Erlang. 1858); Koch, Deutschlands Eisenbahnen (Marb. 1858-60); Derselbe, Das deutsche Eisenbahntransportrecht (Erlang. 1866); Förstemann, Das preußische E. (Berl. 1869); Rönne, Verfassungsrecht des Deutschen Reichs, S. 137 ff. (Leipz. 1872); Pollanetz und v. Wittek, Sammlung der das österreichische Eisenbahnwesen betreffenden Gesetze etc. und Konstitutivurkunden (Wien 1869); Simon, Die Haftpflicht der Eisenbahnen in Bezug auf Unfälle etc. in England (deutsch von Weber, Weim. 1868); Endemann, Die Haftpflicht der Eisenbahnen, Bergwerke etc. für die bei deren Betrieb herbeigeführten Tötungen und Körperverletzungen (Berl. 1871); Eger, Das deutsche Frachtrecht, mit besonderer Berücksichtigung des Eisenbahnfrachtrechts (das. 1879-81); Derselbe, Eisenbahnrechtliche Entscheidungen deutscher Gerichte (das. 1884 ff.); Meili, Das Pfand- und Konkursrecht der Eisenbahn (Leipz. 1879); Wehrmann, Das Eisenbahnfrachtgeschäft nach Buch IV, Tit. 5 des allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuchs (Stuttg. 1880); Schrötter, Das preußische E. (Berl. 1883); Röll, Österreichische Eisenbahngesetze (Wien 1884); Haberer, Das österreichische E. (das. 1885).

Eisenbahnregiment, s. Militäreisenbahnwesen.

Eisenbahnrettungssignale, Vorrichtungen in den Koupees der Personenzüge, welche dem Reisenden ermöglichen, den Zug stillhalten zu lassen. Sie erweisen sich namentlich im Fall ausgebrochenen Feuers oder eines im Zug beabsichtigten oder begangenen Verbrechens als nützlich und finden deshalb mehr und mehr Anwendung. Strenge Geldbußen sorgen dafür, daß sie nicht mißbraucht werden.

Eisenbahnschulen, Lehrstätten, welche zur Zeit bei den meisten Staatseisenbahnverwaltungen zur Heranbildung eines den Anforderungen entsprechenden Personals für den Fahr- (Lokomotivführer, Heizer), Bahnunterhaltungs- (Bahnmeister, Wärter), Stations- und Expeditionsdienst eingerichtet sind. Hierzu sind auch die Lehrwerkstätten zu rechnen, welche bei den Maschinen- und Wagen-, Bau- und Reparaturwerkstätten einzelner Eisenbahnverwaltungen bestehen, und in welchen zur Gewinnung eines tüchtigen Werkstättenpersonals alljährlich einer gewissen Anzahl von Handwerkerlehrlingen unter Leitung zuverlässiger Meister eine gründliche technische und theoretische Ausbildung gegeben wird.

Eisenbahnstatistik. Das Bedürfnis der Eisenbahnverwaltungen wie auch der Staatsverwaltung hat schon früh zu ziffermäßiger Darstellung der Erscheinungen des Eisenbahnwesens geführt. Die Entwickelung der E. erfolgte allerdings in den einzelnen Staaten nach verschiedenen Gesichtspunkten. Insbesondere werden eisenbahnstatistische Zusammenstellungen publiziert: für Großbritannien und Irland (railway returns, nach den Hauptgesichtspunkten des Kapitals, des Verkehrs, der Betriebsauslagen, des Reinertrags und des rollenden Materials), Belgien (chemins de ferre de l'état), Frankreich (situation, documents relatifs à la construction et à l'exploitation), Österreich (statistische Nachrichten von den Eisenbahnen der österreichisch-ungarischen Monarchie, eingehende Darstellung der Bahnen nach den Hauptmomenten der Anlage, des Betriebs, der Finanzen, 16 Tabellen mit 1498 Kolonnen), Rußland, Italien, Schweiz etc. Im Deutschen Reich erscheint vor allem die "Deutsche E.", herausgegeben vom Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen (mit 373 Kolonnen, davon 14 betreffend die Verwaltungsorgane, Richtung, Länge und Betriebseröffnung der Bahnen, 80 die Bahnbeschreibung und das Anlagekapital, 33 die Transportmittel, 177 die Betriebsresultate, 41 die außerordentlichen Ereignisse, 28 das Beamten- und Unterstützungswesen). Eine sehr ausführliche und zugleich eine der besten eisenbahnstatistischen Publikationen sind die statistischen Nachrichten der preußischen Eisenbahnen, welche sehr eingehend Anlage, Ausrüstung, Betriebsergebnisse, Betriebsmittel, außerordentliche Anlagen, Unterhaltungskosten, Fahrdienst, Beamte, Arbeiter und deren Besoldung, Achsenbrüche, Unglücksfälle behandeln. Eine wertvolle summarische Zusammenstellung gibt die historische Entwickelung der Bahnen seit 1844. Am ausführlichsten sind die finanziellen und baulichen Verhältnisse behandelt. An die Stelle der preußischen E. ist seit 1880 die Statistik der Eisenbahnen Deutschlands, bearbeitet im Reichseisenbahnamt, getreten. Dieselbe enthält acht Abschnitte und zwar Übersicht, Ausdehnung der Eisenbahnen, bauliche Anlagen, Betriebsmittel, Verkehr, Finanzen, Beamte und Arbeiter, Unfälle, ferner Mitteilungen über die schmalspurigen Eisenbahnen, zusammen 35 Tabellen. - Wenn man die bisherigen Leistungen auf dem Gebiet der E. überblickt, so kann nicht übersehen werden, daß dieselben überwiegend von zwei Momenten, dem der Technik und dem der Finanzverhältnisse, beherrscht werden, während der volkswirtschaftliche Gesichtspunkt ziemlich in den Hintergrund gedrängt erscheint. Auf große Schwierigkeiten stößt bisher namentlich die Darstellung des Eisenbahngüterverkehrs nach einzelnen Artikeln und Richtungen. - Neben dieser partikularen Statistik machte sich auch schon seit langem das Bedürfnis nach einer vergleichenden Statistik des Eisenbahnwesens aller Kulturstaaten geltend. Es hat auch nicht an Versuchen gefehlt, diesem Mangel abzuhelfen, welche insbesondere vom internationalen statistischen Kongreß ausgegangen sind. Derselbe nahm zuletzt im J. 1876 zu Budapest die Angelegenheit in erfolgreicher Weise auf, indem er die Feststellung der Formulare für die internationale E. einer besondern Kommission von Fachmännern zu überlassen beschloß. Diese Kommission, welche unter dem Präsidium des Hofrats im österreichischen Handelsministerium, Professor Hugo Brachelli, tagte, stellte 1877-81 ein 9 Tabellen und 288 Kolonnen umfassendes Formular fest, wobei sie sich auf solche Thatsachen zu beschränken suchte, welche die Mehrzahl der Staaten, resp. Eisenbahnen zu liefern in der Lage sind, ohne ihren bestehenden Aufschreibungsmodus wesentlich zu ändern. Das Formular enthält im ersten Tableau eine Darstellung des Besitz- und Betriebsverhältnisses, der Längen-, Oberbau-, Niveau- und Richtungsverhältnisse; im zweiten Tableau das Anlagekapital nach Titeln, dann das verwendete Anlagekapital, die Garantie- und Subventionsverhältnisse; im dritten Tableau den Stand der Fahrbetriebsmittel, somit die Ausrüstung der Bahnen mit Lokomotiven, Personen- und Güterwagen, die Sitzplätze der Personenwagen, die Tragfähigkeit der Lastwagen, dann die Leistungen der Fahrbetriebsmittel; im vier-^[folgende Seite]