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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Elpis; Elpis Melena; Elritze; Elsa; Elsaß-Lothringen; Elsasser

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Elpis - Elsaß-Lothringen.

nected with the government of British India" (1831) und als das Hauptwerk seines Lebens die erste umfassende, durchweg auf die besten orientalischen, insbesondere persischen, Quellen sich stützende Geschichte Indiens: "A history of India: the Hindoo and Muhammedan periods" (1841; 5. Aufl., mit Anmerkungen von Cowell, 1866), deren Einleitung sogar in das Marathische (Puna 1855) übersetzt wurde. Eine "Selection from the minutes and other official writings of the Hon. M. E." gab Forrest heraus (Lond. 1884). Vgl. Colebrooke, Life of the Honourable Mountstuart E. (Lond. 1884, 2 Bde.).

Elpis (griech.), die Hoffnung, auch als Personifikation; Elpistiker, griechische Philosophenschule, welche die Hoffnung für den einzigen Halt des Lebens erklärte.

Elpis Melena, Pseudonym der Schriftstellerin Esperance v. Schwartz (s. d.).

Elritze, s. Pfrille.

Elsa, Fluß in Toscana, entspringt in den Bergen von Siena, durchfließt, nordwestlich gerichtet, ein schönes und fruchtbares Thal und mündet nach einem Laufe von 64 km in den Arno.

Elsasser, Friedrich August, Maler, geb. 24. Juli 1810 zu Berlin, besuchte daselbst die Akademie und studierte besonders unter dem Landschaftsmaler Blechen. 1832 begab er sich nach Rom und machte Studienreisen bis nach Sizilien. Er starb 1. Sept. 1845 in Rom. Unter seinen Werken sind durch treue und poetische Auffassung der südlichen Natur ausgezeichnet: Palermo, der See von Nemi, der Campo santo bei Pisa im Mondlicht, die Sibyllengrotte in Tivoli, der Klostergang in Cefalù, das Innere der beleuchteten Peterskirche, das Theater von Taormina. -

Sein jüngerer Bruder, Julius (1815-59), war ebenfalls Landschaftsmaler.

Elsaß-Lothringen (hierzu Karte Elsaß-Lothringen), das unmittelbare "deutsche Reichsland", das durch den Friedensschluß zu Frankfurt a. M. vom 10. Mai 1871 von Frankreich an das Deutsche Reich abgetreten wurde, zwischen 23° 33' und 25° 53' östl. L. v. Gr. und zwischen 47° 25' und 49° 30' nördl. Br. gelegen, bildet die südwestliche Grenzmark Deutschlands gegen Frankreich. Seine größte Ausdehnung von N. nach S. beträgt 190, von O. nach W. (etwa unter 49° Br.) 170 km. Am geringsten ist die Breite des Landes in der Gegend von Schlettstadt und Kolmar und im S. von Mülhausen, wo sie nur 35 km beträgt. Im N. grenzt E. an Luxemburg, die preußische Provinz Rheinland und die bayrische Rheinpfalz, im O. an Baden, im S. an die Schweiz und Frankreich und im W. an Frankreich. Von Baden wird es in der ganzen Ausdehnung der östlichen Grenzlinie durch den Rhein geschieden, während auf der Grenze gegen Frankreich aus der Gegend von Belfort bis zur Saarquelle die Vogesen eine natürliche Grenze bilden.

Physische Beschaffenheit.

Die Oberfläche des Landes teilt sich in drei Regionen: die bergige, die hügelige und die ebene. Die letztere dehnt sich aus vom Rhein bis an die Vogesen und zwar in einer Breite von 16-30 km; die bergige Region umfaßt die Vogesen und die hügelige den nordwestlichen Teil, die Platte von Lothringen. Die ebene Region ist ein Teil der Oberrheinischen Tiefebene (s. d.). Sie erstreckt sich gegen S. bis Mülhausen, wo die letzten Ausläufer des Jura sind, der noch innerhalb des Reichslandes, aber nahe der Grenze der Schweiz, an den Quellen der Ill und Larg im Glaßberg und Morsperg (Morimont) bis 817 und 822 m ansteigt. In der Ebene finden wir längs des Rheins große, oft versumpfte Wiesenflächen und Wasserlachen, Überbleibsel alter Rheinläufe; alsdann einen etwas erhabenen Landstrich, der im S. eine starke Kieslage trägt und wasserarm ist (Hartforst), in der Mitte und im N. neben einigen Sandstrichen aber einen fruchtbaren Lehmboden enthält und somit zum Anbau von Getreide, Tabak und Hopfen ganz vorzüglich geeignet ist; endlich folgt längs der Vogesen eine sanft ansteigende Hügelregion mit zahlreichen Ortschaften, Obst- und Weinpflanzungen. Im N. nähern sich die Vorhügel des Gebirges dreimal dem Rhein, bei Straßburg, Bischweiler und Selz. Die Meereshöhe der Ebene beträgt im S. etwa 250, im N. 140 m. Die bergige Region umschließt die Vogesen (s. d., les Vosges) oder den Wasgenwald. Die Hügelregion im NW., die Platte van Lothringen, besteht aus Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper und Jura, außerdem bei Forbach noch aus dem Steinkohlengebirge und wird durch die Saar, Nied und Mosel gegliedert. In der Mitte befinden sich in einer Ebene zahlreiche und große Weiher; selten aber (wie im Juragebirge an der Mosel, woselbst die reichsten Eisenerzlager) erreicht noch ein Punkt eine Meereshöhe von 400 m; bei Metz ist der höchste Gipfel die Feste Prinz Friedrich Karl, ehemals Fort St.-Quentin (350 m). -

Die Hauptflüsse von E. sind der Rhein und die Ill im O. und die Mosel und Saar im W. von den Vogesen. Der Rhein, dessen Korrektion nahezu vollständig beendet ist, ist nur Grenzfluß und zwar auf einer Strecke von 184,14 km gegen Baden. Der größte Zufluß des Rheins innerhalb der Grenzen des Reichslandes ist die Ill, der eigentliche Hauptfluß des Elsaß. Diese empfängt auf der rechten Seite wegen der Nähe des Rheins nur unbedeutende Bäche, dagegen zahlreiche Gewässer auf der linken Seite: die Larg noch aus dem Jura, sodann aus den Vogesen und zwar dem hohen Teil derselben die Doller aus dem Thal von Masmünster, die Thur aus dem industriereichen Thal von St.-Amarin, zugleich mit der aus dem Blumenthal (von Gebweiler) kommenden Lauch, die Fecht aus dem reizenden Münsterthal und die Breusch von Schirmeck her. Unter den übrigen nur geringen Nebenflüssen des Rheins im Reichsland sind zu nennen: die Moder mit Zorn und Zinsel, die Sauer und auf der Grenze gegen die Rheinpfalz die Lauter. Die Mosel durchströmt den äußersten nordwestlichen Teil von E. und empfängt innerhalb des Reichslandes rechts bei Metz die Seille und links die Orne, die das eisensteinreiche Juragebirge durchbricht. Außerdem erhält die Mosel noch aus dem Reichsland ihren wichtigsten Zufluß, die Saar, die in der preußischen Rheinprovinz mündet, auf der Grenze gegen dieselbe rechts die Blies und in der Rheinprovinz links die aus E. kommende Nied aufnimmt. An Seen ist E. arm. Unter denen der Vogesen, welche aber nur von ganz geringem Umfang sind, haben ihrer Lage wegen der Belchensee am Sulzer Belchen sowie der Schwarze und Weiße See (letzterer 1054 m ü. M.) unterhalb des Hauptkammes am Reisberg Bedeutung. Größer sind die Seen in Lothringen, die aber nur die Bezeichnung Weiher führen und flach sind; unter ihnen sind der Weiher von Gondrexange am Rhein-Marne- und Saarkanal, der Stock- und der Mühlweiher am Saarkanal sowie der Linderweiher südöstlich von Dieuze hervorzuheben.

E. erfreut sich in seinen tiefern Regionen, in der Rheinebene nebst den Vorhügeln zu den Vogesen und im Moselthal, eines milden Klimas, das dem des östlich liegenden Baden in seinen verschiedenen