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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Eteostichon; Eternell; Etesien; Etex; Ethelbert; Ethelfleda; Ethelred; Ethelstan; Ethelwolf; Ethik

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Eteostichon - Ethik.

von der Erde verschlungen, Polyneikes und E. töteten einander im wütenden Zweikampf, und nur Adrastos entkam. Des E. Nachfolger in Theben war sein Sohn Laodamas, der zuerst unter Kreons Vormundschaft regierte. Der Untergang der Sieben vor Theben bildet den Gegenstand der erhaltenen Tragödie des Äschylos: "Die Sieben gegen Theben".

Eteostichon (griech.), s. Chronogramm.

Eternell (franz.), ewig, unvergänglich; Eternelle, s. v. w. Immortelle; eternisieren, verewigen; Eternität, Ewigkeit.

Etesien (griech., "Jahreswinde"), Bezeichnung der alljährlich regelmäßig wehenden nördlichen Sommerwinde des Mittelländischen Meers.

Etex (spr. etécks), Antoine, franz. Bildhauer, Maler, Architekt und Schriftsteller, geb. 20. März 1808 zu Paris, hatte Dupaty, Pradier, Ingres und Duban zu Lehrern, erhielt 1829 für seinen sterbenden Hyacinth den zweiten Preis und ein zweijähriges Reisestipendium nach Italien. Er bereiste Italien, Algerien, Corsica, Spanien, Deutschland und England. Die kolossale Gruppe des Kain (Salon 1833) fand solchen Beifall, daß der Minister Thiers ihm die Ausführung zweier Hochreliefs für den Arc de l'Étoile, den Widerstand des französischen Volkes gegen die Alliierten 1814 und den Frieden von 1815 darstellend, übertrug. Im Salon 1841 trug ihm sein Grabmal Géricaults das Kreuz der Ehrenlegion ein. Seine Hauptwerke sind: Hero und Leander, im Museum zu Caen; Blanka von Kastilien, im Museum zu Versailles; Karl d. Gr., im Luxembourg; der heil. Augustin, in der Kirche Ste.-Madeleine zu Paris; die Schiffbrüchigen, Marmorgruppe (1867); St. Benedikt, sich auf Dornen wälzend; Herkules; Denkmal von Ingres für Montauban. Außerdem lieferte er noch zahlreiche Porträtmedaillons und Büsten. Als Maler kultivierte er das Porträt und das Historienbild in Öl, Aquarell und Pastell. Als Architekt führte er mehrere Grabmonumente aus. Er veröffentlichte: "Essai sur le beau" (Par. 1851); "Cours élémentaire de dessin" (3. Aufl. 1859); "J. Pradier, étude sur sa vie, etc." und "Ary Scheffer" (1859); "Beaux-Arts. Dix leçons sur le dessin appliqué aux arts et à l'industrie" (1861).

Ethelbert (Äthelbert), König von Kent 568-616, vermählt mit Bertha, der Tochter des Frankenkönigs Charibert, nahm 597 mit vielen seiner Unterthanen das Christentum an und erkannte den vom Papst Gregor d. Gr. gesandten Missionär Augustinus als ersten Erzbischof von Canterbury an.

Ethelfleda (Äthelfleda), Tochter Alfreds d. Gr. und Schwester Eduards des ältern, Gemahlin des Grafen Ethelred von Mercia, leistete ihrem Bruder, dem König Eduard, durch persönliche Teilnahme am Krieg wesentliche Dienste bei der Bekämpfung der Walliser und Dänen, befestigte die wichtigsten Punkte des Landes, legte neue Städte an und ließ die verwüsteten wieder aufbauen. Nach ihrem Tod 919 vereinigte ihr Bruder Eduard I. Mercia mit England.

Ethelred (Äthelred), 1) E. I., König von England 866-871, kämpfte unglücklich gegen die Dänen, die in Ostangeln festen Fuß gefaßt, sich Yorks und Nottinghams bemächtigt hatten und das ganze Königreich zu unterjochen drohten, und starb an einer im Treffen gegen sie erhaltenen Wunde 23. April 871.

2) E. II., "der Unberatene", König von England 978-1016. Unter seiner schwachen Regierung hatte das Reich beständig durch die Verheerungen der Wikinger zu leiden, gegen welche E. sich vergeblich durch Bezahlung des sogen. Dänengeldes zu schützen suchte. Zugleich griffen Willkür der Großen und allgemeine Gesetzlosigkeit um sich. Nachdem E. die Tochter des normännischen Herzogs Richard I., Emma, geheiratet, hielt er sich einige Zeit in der Normandie auf und ließ nach seiner Rückkehr in der Nacht vom 13. Nov. 1002 sämtliche in England befindliche Dänen ermorden. Die Folge davon waren neue Einfälle der Dänen unter König Sven, vor welchem E. aufs neue in die Normandie flüchtete. 1014, nach Svens Tod, zurückgekehrt, vertrieb er dessen Sohn Knut auf kurze Zeit, starb aber in erneutem Kampf gegen denselben 23. April 1016, worauf Knut als König von England anerkannt wurde.

Ethelstan (Äthelstan), König der Angelsachsen von 924 bis 940, Eduards des ältern Sohn erster Ehe, besiegte 938 in der Schlacht von Brunanburg, einer der gefeiertsten des Mittelalters, die Normannen. Die keltischen Briten in Wales unterwarfen sich ihm, während er die in Exeter nötigte, nach Cornwall auszuwandern. In den folgenden Friedensjahren zeigte er sich als weisen Gesetzgeber und Volksbildner. Seine Gesetze liegen uns in drei Büchern vor. Eine seiner Schwestern, Editha, war die erste Gemahlin Ottos d. Gr. von Deutschland, eine andre heiratete Hugo d. Gr., Herzog von Neustrien, Burgund und Francien.

Ethelwolf (Äthelwulf), König von England, folgte 836 seinem Vater Egbert, kämpfte 839 zwar unglücklich gegen die Dänen, brachte ihnen jedoch, nachdem sie 851 London und Canterbury zerstört, bei Ockley in Surrey eine blutige Niederlage bei, so daß sie einige Zeit Englands Küsten mieden. E. war ein treuer Verehrer der Kirche und des Papstes. Seinen Sohn Alfred ließ er durch Leo IV. in Rom salben; er selbst machte 855 eine Pilgerfahrt nach Rom, überhäufte die Kirchen mit Geschenken, stellte in Rom die "Schule der Sachsen" wieder her und bestimmte, daß jährlich eine Summe Geldes nach Rom bezahlt werde, woraus der sogen. Peterspfennig entstand. Auf der Rückkehr von Rom heiratete er Karls des Kahlen Tochter Judith. Er starb 858.

Ethik (grch.), als philosophische Wissenschaft s. v. w. Sittenlehre (Moral- oder praktische Philosophie), ist mit der nicht selten mit dem gleichen Namen belegten Sittenkunde (Moralitätslehre; moralische Statistik) so wenig zu verwechseln wie der Ethiker (Moralphilosoph) mit dem Moralisten (Menschenkenner). Letztere handelt von den Sitten, wie sie sind (sie seien lobens- oder tadelnswert), die E. dagegen von den Sitten, wie sie sein sollen. Jene ist eine beschreibende, diese eine vorschreibende Wissenschaft. Dasjenige, was sie vorschreibt, ist das Gute, das (sittliche) Ideal des Wollens; derjenige, dem sie es vorschreibt, ist der menschliche (Einzel- oder gesellschaftliche) Wille; diese Vorschrift selbst ist das (oberste) Sitten- (oder Moral-) Gesetz (s. d.). In der (durch den Willen) vollzogenen Verwirklichung des (sittlichen) Ideals besteht das (einzige wahre) sittliche Gut, in dem Gehorsam gegen das (sittliche) Gebot die (sittliche) Pflicht, in der Dauerhaftigkeit und (weder durch Hoffnung auf Lohn noch durch Furcht vor Strafe beeinflußten) Freiwilligkeit des letztern die (sittliche) Tugend. Wird das Willensideal autoritativ durch den Inhalt einer (wahren oder vermeintlichen) göttlichen Offenbarung (des Heiden-, Juden-, Christen- oder Mohammedanertums) bestimmt, so entsteht die positive (heidnische, jüdische, christliche oder islamitische) E.; wird dasselbe durch eigne unabhängige Vernunft- oder empirische Forschung erkannt, so entsteht die philosophische E. (Moral, praktische Philosophie). Letztere muß, wenn sie