Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Euplectes; Eupnoë; Eupolis; Eupómpos; Euporie; Eupraxie; Eurasier; Eure

917

Euplectes - Eure.

England durch den Roman "Euphues, or anatomy of wit" (1580) von John Lilly aufkam und eine geraume Zeit Mode war. Man findet ihn namentlich auch bei den Dramatikern jener Periode mehr oder weniger, am meisten in Gesprächen über die Liebe angewendet, selbst bei Shakespeare in den Gesprächen Beatrices mit Benedetto in "Viel Lärm um nichts". Es war der Ton, welcher am Hof der gelehrten Königin Elisabeth herrschte. Die Concetti des Marinismus in Italien, der Estilo culto der Gongoristen in Spanien, der Style précieux der "Plejade" in Frankreich, der Stil der zweiten Schlesischen Schule sind Parallelen vom E.

Euplectes, Feuerfink, s. Webervögel.

Eupnoë (griech.), gutes oder leichtes Atmen.

Eupolis, neben Kratinos und Aristophanes das Haupt der ältern attischen Komödie, geboren um 445 v. Chr. zu Athen, trat schon mit 17 Jahren als Dichter auf und trug siebenmal den Sieg davon. Er starb noch vor dem Ende des Peloponnesischen Kriegs. Nach den vorhandenen Fragmenten zu urteilen, suchte E., ähnlich wie Aristophanes, dem immer mehr um sich greifenden Verfall der alten Sitte und Kraft durch Satire entgegenzuwirken. Die Alten rühmten an ihm die glückliche Erfindung und geistreiche Behandlung des Stoffes, den Schwung der Gedanken, den reichen, ungezwungenen Witz und die reine attische Sprache. Die Zahl seiner Stücke wird bis zu 20 angegeben; von 15 lassen sich Titel und Fragmente nachweisen. Sammlung derselben bei Meineke, Fragmenta comicorum graecorum (Berl. 1839), und Kock, Comicorum atticorum fragmenta (Leipz. 1880).

Eupómpos, griech. Maler aus Sikyon, blühte um 390 v. Chr., gründete die sogen. sikyonische Schule, welche, ähnlich wie Polyklet in der Bildhauerkunst, besondern Nachdruck auf das künstlerische (theoretische) Wissen legte. Aus ihr ging Pamphilos hervor.

Euporie (griech.), Gewandtheit, Leichtigkeit; auch Vermögen, Wohlhabenheit.

Eupraxie (griech.), Glück im Handeln; glücklicher Zustand, Wohlbefinden; auch Guthandeln.

Eurasier (engl. Eurasians, spr. jurehsch'ns, d. h. Europäer-Asiaten), in Ostindien Name der von einem Europäer und einer Hindu abstammenden sehr hellen Mischrasse. Die Männer werden zahlreich in Regierungs- und Eisenbahnbüreaus verwendet, sind aber wenig energisch und bei den Eingebornen nicht angesehen; nur wenige beschäftigen sich mit Ackerbau. Ihre Zahl beträgt in ganz Indien 120,000.

Eure (spr. ör), linker Nebenfluß der Seine, entspringt in den Hügeln der Perche unweit Mortagne, fließt erst in südöstlicher Richtung, wendet sich bei Chartres nach N. und mündet nach einem Laufe von 226 km (wovon 86 km schiffbar) oberhalb Rouen bei Pont de l'Arche. Er empfängt links den Avre und Iton, von denen letzterer sich oberhalb Evreux auf etwa 4 km in konischen Löchern (Bétoires) verliert.

Das Departement E. umfaßt den südöstlichen Teil der Normandie mit den Landschaften Ouche, Roumois und Teilen von Lieuvin, Vexin, Perche etc., grenzt nördlich an das Departement Niederseine, östlich an die Departements Oise und Seine-et-Oise, südlich an das Departement Eure-et-Loir und westlich an die Departements Orne und Calvados und hat ein Areal von 5958 qkm (108,2 QM.). Das Land liegt ganz im Flußgebiet der Seine, ist nicht gebirgig, enthält auch wenige Hügelreihen (höchster Punkt 241 m), besteht vielmehr aus Plateaus, welche von schönen Thälern durchfurcht sind. Die Seine durchströmt den nordöstlichen Teil des Departements und bildet streckenweise die Nordgrenze. Ihre Zuflüsse sind links die Eure (mit Iton) und Rille (mit der Charentonne), rechts die Epte (Grenzfluß) und Andelle. Das Klima zeichnet sich durch Milde, aber auch große Veränderlichkeit und Feuchtigkeit aus. Das Departement zählt (1881) 364,291 Einw. und gehört zu denjenigen, deren Bevölkerung am rapidesten und seit 1846 beständig zurückgeht und zwar lediglich infolge Abnahme der Geburten, die wesentlich darauf beruht, daß die meist wohlhabenden Bewohner nur 1-2 Kinder haben wollen. Der Boden ist im allgemeinen sehr fruchtbar, und das Departement gehört durch Landbau, Viehzucht und Industrie zu den vorzüglichsten Frankreichs. Vom Gesamtareal kommen 376,915 Hektar auf Ackerland, 25,538 Hektar auf Wiesen, 400 Hektar auf Weinland, 106,595 Hektar auf Busch und Wald; 16,512 Hektar nehmen Heideflächen ein. Die Erzeugnisse der sehr vollkommen betriebenen Landwirtschaft sind: Getreide (für etwa 70 Mill. Frank, wovon viel ausgeführt wird), Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Zuckerrüben, Raps und Obst (zu Cider). Die Weiden und künstlichen Wiesen ernähren viele Pferde (57,000 Stück), schöne Rinder (109,700 Stück), außerdem Esel, Ziegen, Schafe (478,400 Stück) und Schweine. Aus dem Mineralreich werden ausgebeutet Eisen, Kupfer, Gips, Kalk, Mühlsteine, Töpferthon, Torf. Kohlen hat das Departement nicht, der Bedarf an solchen wird meist aus Belgien und England bezogen. Die sehr lebhafte und bedeutende Industrie erzeugt, außer Eisen, Kupfer und Messing, namentlich Tuch (wichtige Fabriken zu Louviers, Andelys und Beaumont le Rocher), Flanell und andre Wollzeuge, Baumwollwaren, Leinwand, Tischzeug, Papier, Rübenzucker etc. Der Verkehr wird durch Straßen, Schiffahrt und Eisenbahnen befördert. Hauptgegenstände des Handels sind die landwirtschaftlichen und industriellen Produkte, Pferde, Rindvieh und Bauholz. Hafenplatz ist Pont Audemer. Das Departement zerfällt in fünf Arrondissements: Bernay, Evreux, Les Andelys, Louviers, Pont Audemer. Die Hauptstadt ist Evreux. Vgl. Blosseville, Dictionnaire topographique du département de l'E. (Par. 1878); Passy, Description géologique du départ. de l'E. (Evreux 1875).

Das Departement Eure-et-Loir, gebildet aus Teilen der zum ehemaligen Gouvernement Orléanais gehörigen alten Landschaften Beauce und Dunois sowie der Landschaft Perche, grenzt im N. an das Departement E., im O. an Seine-et-Oise, im SO. an Loiret, im S. an Loir-et-Cher, im W. an Sarthe und Orne und hat einen Flächenraum von 5874 qkm (106,68 QM.). Das Departement liegt zum Teil im Flußgebiet der Loire, größtenteils aber in dem der Seine und ist im allgemeinen eine 130-150 m hohe Platte, im O. (Beauce) eben, ohne Quellen, Wiesen und Wald, im W. (Perche) bewaldet, mit Höhen und Thälern, die durch Bäche und zahlreiche Weiher bewässert werden. Die höchsten Erhebungen, welche die Gebiete der Seine und Loire scheiden, haben bis 285 m Höhe. Flüsse sind im N. die Eure mit ihren Nebenflüssen Avre und Blaise, im S. der Loir mit Conie, Ozanne und Yères, im W. die Huisne. Das Klima ist mild und feucht, sehr gesund auf den Hügeln der Perche, weniger in der Landschaft Beauce. Das Departement zählt (1881) 280,097 Einw. und hat seit 1861 um mehr als 10,000 Seelen abgenommen; es ist vorwiegend Ackerbau treibend, der Boden meist fruchtbar und gut bebaut, die Getreideernte (6 Mill. hl, meist Weizen und Hafer) liefert Überschüsse für Paris und die Nachbardepartements. Außerdem baut man Kartoffeln, Zuckerrüben (besonders um Chartres),