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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Eusebius Emmeran; Eusemie; Euskirchen; Euspongia; Eustach; Eustachio; Eustachius; Eustathios

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Eusebius Emmeran - Eustathios.

auf dem Konzil zu Nicäa zu vermitteln, unterschrieb jedoch schließlich die siegreichen Formeln des Athanasius. E. starb um 340. Jahrhundertelang stand als Quelle aller synchronistischen Geschichtskenntnis sein "Chronikon" in Ansehen, wovon der erste Teil einen Grundriß der Weltgeschichte bis 325 n. Chr., der zweite einen Auszug davon in Tabellenform enthält. Die neueste Ausgabe lieferte A. Schöne ("Eusebii chronicorum libri duo", Berl. 1866-75, 2 Bde.). In seinem Hauptwerk, der "Kirchengeschichte", gibt er eine reiche Ausbeute der öffentlichen Archive, Kirchenbibliotheken und Privatsammlungen, vermehrt durch Nachfragen bei Teilnehmern des Geschehenen und durch Selbsterlebtes und, wenn auch vielfach der Kritik, Unparteilichkeit und Gleichmäßigkeit der Behandlung ermangelnd, doch im allgemeinen den Charakter der Treue und Glaubwürdigkeit an sich tragend. Sie besteht aus zehn Büchern und reicht vom ersten Entstehen der christlichen Kirche bis gegen 324; fortgesetzt wurde sie von E. selbst in seinem 4 Bücher umfassenden, durchaus parteiisch gehaltenen "Leben Konstantins", ferner von Sokrates, Sozomenos, Theodoret und Evagrius, ins Lateinische frei übertragen von Rufinus; eine deutsche Übersetzung lieferte Cloß (Stuttg. 1839). Von des E. übrigen noch vorhandenen historischen Werken sind die Lobrede auf Konstantin von 336 und der Traktat über die Märtyrer Palästinas, eine Schilderung der Diokletianischen Christenverfolgung von 303 bis 310, hervorzuheben. Die schwächsten unter E.' litterarischen Produkten sind seine dogmatischen und exegetischen Schriften. Besser sind seine beiden Apologien: "Praeparatio evangelica" in 15 Büchern und "Demonstratio evangelica" in 20 Büchern. Die neuesten Ausgaben seiner Schriften besorgten Heinichen ("Eusebii Pamphili scripta historica", 2. Aufl., Leipz. 1868-70, 3 Bde.) und Dindorf ("Eusebii Caesariensis opera", das. 1867-1871, 4 Bde.; unvollständig); eine Übersetzung ausgewählter Schriften erschien Kempten 1870 ff. Vgl. Stein, E. nach seinem Leben, Schriften und dogmatischen Charakter (Würzb. 1850); Hely, Eusèbe de Césarée, premier historien de l'église (Par. 1877); Brieger in der "Zeitschrift für Kirchengeschichte" 1879.

2) E. von Nikomedia, Erzieher und Verwandter des Kaisers Julian, spielte bei seiner Geschäftsgewandtheit und Redegabe im arianischen Streit eine hervorragende Rolle. Der Lehre des Arius zugethan, ward er nach dem Konzil von Nicäa zwar nach Gallien exiliert, aber schon 328 vom Kaiser wieder in sein Bistum zu Nikomedia eingesetzt. Infolge seines Einflusses wurde auch der verwiesene Arius zurückgerufen, dagegen Athanasius von Alexandria (336) verbannt und die Herrschaft der gemäßigten Arianer (Eusebianer, Semiarianer) im ganzen Morgenland begründet. E. selbst taufte 337 den Kaiser Konstantin, ward 339 zum Patriarchen von Konstantinopel ernannt und starb 342.

3) E. von Emesa (Emisa), Theolog und Redner aus Edessa, schloß sich der aufblühenden Theologenschule von Antiochia an, erhielt auf der antiochenischen Synode 341 das durch die Absetzung des Athanasius erledigte Patriarchat Alexandria zugesprochen, schlug es aber aus und begnügte sich mit dem phönikischen Bistum Emesa. Von den ihm wegen seines mathematisch-astronomischen Wissens abergläubisch mißtrauenden Emesern zweimal vertrieben, starb er zu Antiochia 360. Von seinen Werken haben nur geringe Bruchstücke die Ungunst der Zeiten überdauert. Vgl. Thilo, Über die Schriften des E. (Halle 1832).

Eusebius Emmeran, Pseudonym, s. Daumer.

Eusemie (griech.), gutes Vor-, Anzeichen; eusemisch, mit günstiger Vorbedeutung.

Euskirchen, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Köln, unweit der Erst, Knotenpunkt der Linien Köln-Hillesheim, Düren-E. und Bonn-E. der Preußischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht, Progymnasium, 2 kath. Kirchen, bedeutende Sohlleder-, Tuch- und Bleiweißfabrikation und (1880) 6958 Einw.

Euspongia, Badeschwamm.

Eustach, Graf von Boulogne, Bruder Gottfrieds von Bouillon, machte den ersten Kreuzzug mit und kehrte nach der Eroberung Jerusalems 1099 nach Hause zurück. Da er keinen Sohn hatte, so ging sein Besitz auf seine Erbtochter und dadurch auf deren Gemahl; den Grafen Stephan von Blois, über, welcher später König von England wurde.

Eustachio, Bartolommeo, Mediziner, geboren zu San Severino in der Mark Ancona, nach andern bei Salerno oder in Katalonien, studierte zu Rom, wurde päpstlicher Leibarzt und Professor der Medizin und starb 1574 in Rom. Er schrieb: "Opuscula anatomica" (Vened. 1564 u. öfter, Leiden 1704, Delft 1726); "Tabulae anatomicae" (hrsg. von Lancisi, Rom 1714; Genf 1717; von Albinus, Leiden 1744; mit deutscher Erklärung von Kraus, Amsterd. 1800). Seinen Namen tragen noch zwei Teile des menschlichen Körpers: die Ohrtrompete zwischen Mund- und Trommelhöhle (Eustachische Röhre, Tuba Eustachii), die er zuerst genauer beschrieb, und die halbmondförmige Klappe an der Einmündung der Vena cava inferior in den rechten Vorhof (Eustachische Klappe, Valvula Eustachii). Vgl. Choulant, Geschichte der anatomischen Abbildung (Leipz. 1852).

Eustachius, vor seiner Taufe Placidus, röm. Feldherr, sah nach der Legende auf der Jagd zwischen dem Geweih eines Hirsches das Bild des Gekreuzigten, das ihn anredete: "Placidus, warum verfolgst du mich, der ich dein Heil will?" wandte sich darauf zum Christentum und starb als Märtyrer unter Kaiser Hadrian zu Rom. Er ist Patron der Jäger. Die Kirche feiert sein Gedächtnis am 20. September.

Eustathios (der "Standhafte, Beständige"), 1) E. von Antiochia, zuerst Bischof von Beröa in Syrien, seit 325 von Antiochia, ein Vorkämpfer der Nicäer (deshalb Homologetes genannt), wurde 330 von einer Synode bei Antiochia abgesetzt und vom Kaiser nach Thrakien verwiesen, wo er um 360 starb. Seine Partei in Antiochia (Eustathianer), jeder Gemeinschaft mit den Arianern feind, überlebte ihn kurze Zeit als eine schismatische.

2) E. von Sebaste, gebürtig aus Cäsarea in Kappadokien, war Gründer des Mönchslebens in Pontus und Armenien. Bereits vor 360 Bischof von Sebaste in Armenien, ward er wegen seines Drängens auf äußerste Askese von der Synode zu Gangra in Paphlagonien verdammt. Er starb um 380. Seine die Ehe verwerfende Anhängerschaft (Eustathianer) verschwand allmählich.

3) E. Makrembolita, ein vornehmer Byzantiner vielleicht des 9. Jahrh. n. Chr., Verfasser eines langweiligen griechischen Romans in elf Büchern von der Liebe des Hysminias und der Hysmine. Außerdem wird ihm eine Sammlung noch erhaltener Rätsel zugeschrieben. Der Roman wurde von Teucher (Leipz. 1792), Le Bas (in den "Scriptores erotici", Par. 1856), Hercher ("Scriptores erotici", Bd. 2, Leipz. 1859) und, mit den Rätseln, von Hilberg (Wien 1876) herausgegeben.

4) E. von Thessalonich, aus Konstantinopel ge-^[folgende Seite]