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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Falkenburg; Falkenburger Höhle; Falkenhayn; Falkenier; Falkenorden; Falkenstein

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Falkenburg - Falkenstein.

Amtsgericht, eine Pfarrkirche und (1885) 1213 meist kath. Einwohner, darunter 1 Eskadron des 13. Dragonerregiments. F. war ehemals Festung und kam im 15. Jahrh. an Lothringen. -

5) Dorf und beliebter Sommeraufenthalt der Berliner, im preuß. Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Oberbarnim, an der Eisenbahn von Eberswalde nach Wriezen, mit dem Pädagogium Viktoriastift und (1880) 794 evang. Einwohnern. -

6) Dorf und Gut im preuß. Regierungsbezirk Merseburg, Kreis Liebenwerda, mit 644 Einw., wichtiger Knotenpunkt der Linien Wittenberg-F., Kohlfurt-F., Jüterbog-Röderau und Halle-Guben der Preußischen Staatsbahn. -

7) Alte Hafenstadt im schwed. Län Halland, an der Mündung der schiffbaren Ätran in das Kattegat, mit (1881) 1668 Einw., die außer einigem Handel vornehmlich Lachsfischerei treiben; F. ist berühmt durch die Schlacht von 1565, in welcher sich die Dänen durch die Schweden durchschlugen.

Falkenburg, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Köslin, Kreis Dramburg, an der Drage und der Wangerin-Konitzer Eisenbahn, mit Amtsgericht, einer Pfarrkirche und (1880) 4009 fast nur evang. Einwohnern, welche meist Tuchfabrikation treiben.

Falkenburger Höhle, s. Frankenhausen.

Falkenhayn, Julius, Graf von, österreich. Minister, geb. 20. Febr. 1829, Sohn des 1853 verstorbenen Generals der Kavallerie, Grafen Eugen F., und jüngerer Bruder des ultramontan gesinnten erblichen Herrenhausmitglieds Grafen Franz F., trat zuerst in die k. k. Armee ein, aus welcher er als Rittmeister ausschied, und übernahm dann seine Herrschaft St. Wolfgang in Oberösterreich. Hier wurde er wiederholt in den oberösterreichischen Landtag gewählt und endlich zum Landeshauptmann von Österreich ob der Enns ernannt. Er gehörte der föderalistisch-ultramontanen Partei an und beschäftigte sich mit Finanzfragen. 1874 erschien von ihm ein Buch über die Finanzen Österreichs, in welchem er sich bemühte, die Ersparnisse nachzuweisen, welche bei einer föderalistischen Organisation der Monarchie erzielt werden könnten; ein zweites Werk behandelte die Finanzen Österreichs während der ersten Ausgleichsperiode. Beide Schriften waren indes ziemlich oberflächlich. Nachdem er im Juli 1879 bei den Neuwahlen zum Abgeordnetenhaus in Wels an Stelle des liberalen Groß zum Abgeordneten gewählt worden war, ernannte ihn der Kaiser 12. Aug. zum Ackerbauminister im Ministerium Taaffe, in dem er den äußersten rechten Flügel des Reichsrats vertritt.

Falkenier (Falkenierer, Falkonier, Falkener, lat. Falconarius, franz. Fauconnier), einer, der Falken zur Beize abrichtet; s. Falken, S. 11.

Falkenorden, 1) (Falkenerbund) ein von westfälischen und Paderborner Rittern 1308 gestifteter Bund zur Erhaltung und Vergrößerung der ritterlichen Rechte den Fürsten und Städten gegenüber sowie zur Wiedererwerbung verlorner Güter durch Waffengewalt, machte mit dem Hörnerbund gemeinschaftliche Sache, ward aber schon 1382 wieder aufgelöst. -

2) (Weißer F., auch Orden der Wachsamkeit oder vom weißen Falken genannt) Großherzoglich weimarischer Orden, vom Herzog Ernst August zu Sachsen-Weimar 2. Aug. 1732 gestiftet und, halb erloschen, von Karl August 1815 erneuert. Nach den Modifikationen der Statuten von 1840 zerfällt der Orden jetzt in Großkreuze, Komture mit Stern und ohne Stern, Ritter erster und zweiter Klasse. Das Ordenszeichen ist ein achtspitziges grünes Kreuz mit rotem Stern zwischen den Armen, vor dem ein weiß emaillierter goldener Falke schwebt, mit der Inschrift auf der Rückseite: "Vigilando ascendimus", beim Militär mit Armatur, beim Zivil mit einem Lorbeerkranz umgeben. Das Ordenszeichen wird an hochrotem Band getragen, von der ersten Klasse über die Schulter nach der rechten Seite, samt einem silbernen Stern mit dem Falken auf goldenem Grund, von der oben bemerkten Devise umgeben, von den Komturen erster Klasse am Hals und als besondere Auszeichnung mit Stern auf der Brust, von den Rittern im Knopfloch. Ordenstag ist der 18. Oktober. Dem Orden ist affiliiert ein 1848 gestiftetes Zivilverdienstkreuz aus Silber an gelbem, grün und schwarzem Band. S. Tafel "Orden".

Falkenstein, 1) Marktflecken im bayr. Regierungsbezirk Oberpfalz, Bezirksamt Roding, am gleichnamigen Bach, mit den Ruinen eines Schlosses in einem an landschaftlichen Schönheiten reichen Park und (1880) 670 kath. Einwohnern. Das Schloß F. war der Stammsitz der adligen Familie dieses Namens, wurde von den Schweden 1641 verbrannt und kam in der neuern Zeit nebst dem Markte durch Kauf an den Fürsten von Thurn und Taxis zu Regensburg. -

2) Dorf im bayr. Regierungsbezirk Pfalz, Bezirksamt Kaiserslautern, am südwestlichen Fuß des Donnersbergs, mit den großartigen Ruinen der gleichnamigen Burg, die einst Stammsitz mächtiger Grafen war. Nach dem Aussterben derselben im 15. Jahrh. kam die Grafschaft F. 1579 an die Rhein- und Wildgrafen, 1724 an das Haus Lothringen und dann an Österreich, welches sie im Lüneviller Frieden an Frankreich und 1814 an Bayern abtrat. -

3) Marktflecken in Niederösterreich, Bezirkshauptmannschaft Mistelbach, hat eine alte Kirche, ein Schloß, welches schon 1115 der Familie von Falkenstein gehörte (gegenwärtig gehört die Herrschaft den Grafen Vrints zu Falkenstein), Obst- und Weinbau und (1880) 863 Einw. -

4) F. am Harz, altes Bergschloß im preuß. Regierungsbezirk Merseburg, liegt 3,5 km von Ballenstedt, auf einem hohen Berg auf der rechten Seite des Selkethals und ist eine der schönsten Zierden des Harzes. F. ist Eigentum des Grafen von der Asseburg und ein Bestandteil der Mindergrafschaft F.-Meisdorf, ein Majorat, welchem Friedrich Wilhelm IV. von Preußen 1840 diesen Namen und Charakter beilegte, als er den Besitzer, den preußischen Oberstjägermeister Freiherrn von der Asseburg, in den Grafenstand erhob. Die Burg F., welche durch Bürgers Ballade "Die Pfarrerstochter von Taubenhain" (unter welchem Orte das nahegelegene Dorf Pansfelde zu verstehen sein soll) ein romantisches Interesse hat, wurde 1832 restauriert und im Innern dem Charakter einer alten Ritterburg entsprechend ausgestattet. Unweit befindet sich die Höhle Tidian, wo sonst Goldsand gefunden worden sein soll. Die Burg F. war seit dem 12. Jahrh. der Sitz eines Grafengeschlechts, welches eine Zeitlang (1137-1237) die Schirmvogtei über das Stift Quedlinburg besaß. Der ausgezeichnetste unter diesen Dynasten ist Graf Hoyer von F. (gest. 1250), der in Verbindung mit seinem Freund Eike von Repgow die unter dem Namen "Sachsenspiegel" (s. d.) bekannte Sammlung der sächsischen Rechte und Gewohnheiten veranlaßte. Graf Burchard IV. von F., der letzte seines Stammes, vermachte 1332 seine Grafschaft dem Domstift Halberstadt, welches sie 1386 an die Herren von der Asseburg käuflich überließ, in deren Besitz sie seitdem geblieben ist. Zur Mindergrafschaft F. gehören außer der Burg noch die fünf Dörfer: Meisdorf, Pansfelde, Dankerode, Molmerswende und