Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Falkland; Falklandinseln; Falknerei; Falknis; Falkonerie; Falkonett; Falköping; Fall

14

Falkland - Fall.

Falkland (spr. fahkländ), altes Dorf in der schott. Grafschaft Fife, mit einem "Palast", in welchem der Sohn Roberts III. verhungerte, und (1881) 1068 Einw.

Falklandinseln (spr. fahkländ-), ein den Engländern gehöriger Archipel im südlichen Atlantischen Ozean, zwischen 51-53° südl. Br. und 57-62° westl. L. v. Gr., besteht aus zwei großen Inseln, West- und Ostfalkland, und gegen 200 kleinen und hat einen Flächeninhalt von 16,384 qkm (305,7 QM.). Die Küsten der Halbinseln sind auffallend zerrissen und an schönen Häfen reich. Das Innere ist öde und einförmig, großenteils ebener Boden oder sanft sich senkendes Hügelland, das ganz allmählich ansteigt, derart, daß in Westfalkland der Mount Adam 708 m Höhe erreicht. Die Felsmassen bestehen vorwiegend aus Schiefern der Primärformationen, mit Einlagerung von Quarzfels, welcher vielfach die Spitzen der Hügel bildet und außerdem die den Inseln eigentümlichen Steinströme bildet. Der Boden ist meist torfig und von vielen kleinen Bächen und schönen Seen reich bewässert. Das Klima ist ein außerordentlich gleichmäßiges, feuchtes Seeklima. Hitze und große Kälte sind gleich unbekannt; die Temperatur schwankt im Sommer gewöhnlich zwischen +6 und 15°, im Winter zwischen -1° und +8°. Die Flora der Inseln ist der von Patagonien und der des Feuerlandes in den einzelnen Arten nahe verwandt. Die eigentümlichsten Pflanzen sind das Tussakgras (Dactylis caespitosa), die hauptsächlichste Nahrung des Viehs, und der Sumpfbalsam (Bolax glebaria), der in den Ebenen kugelige Hügel bis zu 1,3 m Höhe bildet. Bäume fehlen. Die Fauna gleicht vielfach der patagonischen, ist aber viel ärmer. Von Mammalien findet sich nur eine Art wolfartiger Fuchs (Canis antarcticus), der in Ostfalkland jetzt ausgerottet wird; Seehunde und Walfische sind an den Küsten nicht mehr so häufig wie früher. Von Vögeln sind besonders Schwimmvögel überaus zahlreich und verschiedenartig, auch Fische gibt es in großen Massen, Insekten dagegen in geringer Anzahl, und Reptilien fehlen wahrscheinlich ganz. Die Ebenen sind jetzt mit Scharen von verwildertem Rindvieh und Pferden bedeckt; ebenso sind Schweine, Kaninchen und Hasen eingeführt und haben sich sehr vermehrt. Die Inseln sind vornehmlich wegen ihrer schönen Häfen, die den Schiffen Schutz gewähren, wichtig. Die Beschäftigung der Kolonisten (1881: 1543 Seelen) beschränkt sich auf Viehzucht, Seehunds- und Fischfang; Landbau wird wenig betrieben. Europäische Gemüse kommen gut fort, dagegen wird Weizen meist nicht reif. Von Mineralien sind Eisen- und Bleierze sowie Kohlen entdeckt. Der Handel hat in neuester Zeit bedeutende Fortschritte gemacht. Der Wert der Ausfuhr (vornehmlich aus Wolle und daneben aus Talg, Häuten, Horn und Knochen bestehend) belief sich 1883 auf 84,593 Pfd. Sterl., der der Einfuhr auf 52,913 Pfd. Sterl. Den Postverkehr mit Europa unterhält die deutsche Kosmos-Linie. Die Kolonie hatte 1883 eine Revenue von 8337 Pfd. Sterl. und war schuldenfrei. Hauptstadt ist Port Stanley auf Ostfalkland. - Die F. wurden 1592 von dem Engländer Davis entdeckt und 1594 von Hawkins Maiden Land genannt. Ein andrer Engländer, Strong, gab 1690 der Straße zwischen den beiden Hauptinseln den Namen Falklandsund, welcher später auf die Inselgruppe selbst übertragen wurde. Zu Anfang des 18. Jahrh. wurden die Inseln öfters von französischen Seefahrern aus St.-Malo besucht und erhielten danach von den Franzosen den Namen Iles Malouines (von den Spaniern in Islas Malvias verändert). Die ursprünglich unbewohnten Inseln wurden zuerst 1764 von dem Franzosen Bougainville zum Gegenstand eines Kolonisationsversuchs gemacht, der zu Port-Louis in Ostfalkland eine Niederlassung gründete, während die Engländer 1765 sich am Port Egmont in Westfalkland festsetzten. Die Spanier, auf ihre amerikanischen Besitzungen eifersüchtig, erwirkten von der französischen Regierung die Abtretung der Niederlassung, und die Engländer zogen sich 1774 von den Inseln zurück. Die argentinische Regierung nahm 1820 als Nachfolgerin der spanischen von den Inseln Besitz und verlieh sie einem Hamburger, Louis Vernet, der aber infolge eines Streits mit amerikanischen Robbenschlägern von einem amerikanischen Kriegsschiff vertrieben wurde. England, das seine alten Besitzrechte nie aufgegeben hatte, ergriff 1835 aufs neue Besitz von den Inseln und ist seitdem ungestört in demselben verblieben.

Falknerei, s. Falken, S. 10.

Falknis, Berg, s. Rätikon.

Falkonerie (franz. Fauconnerie), Falknerei, s. Falken, S. 10.

Falkonett, altes Geschütz, s. Falke.

Falköping (spr. fáldschöping), alte Stadt im schwed. Län Skaraborg (Westgotland), am Fuß des Mössebergs und der von Stockholm kommenden Eisenbahn, welche sich hier in die westliche (nach Gotenburg) und in die südliche (nach Jönköping und Malmö) teilt, mit (1883) 2669 Einw., welche besonders Ackerbau und Getreidehandel treiben. Die Gegend, in welcher die Stadt liegt, ist eine 45 km lange fruchtbare, aber waldlose Ebene, Falbygden genannt, und berühmt durch die Schlacht vom 24. Sept. 1389, in welcher der schwedische König Albrecht der Mecklenburger von der dänischen Königin Margarete geschlagen und gefangen ward, und welche die Kalmarische Union zur Folge hatte.

Fall, die Bewegung eines Körpers gegen die Erde hin infolge der Schwere. Da die Schwere unausgesetzt mit gleichbleibender Stärke auf den fallenden Körper wirkt, so vermehrt sie dessen Geschwindigkeit vertikal nach abwärts in gleichen Zeiten um gleichviel; die Bewegung eines frei fallenden Körpers ist demnach eine gleichförmig beschleunigte. Die Geschwindigkeitszunahme während einer Sekunde oder die "Beschleunigung der Schwere" beträgt 9,8 m (genauer für Berlin 9,8125 m). Geht daher ein fallender Körper vom Zustand der Ruhe aus, läßt man z. B. einen Stein, den man ruhig zwischen den Fingern hielt, plötzlich los, so wächst seine Geschwindigkeit, welche im Augenblick des Loslassens Null war, gleichmäßig mit der Zeit und erreicht am Ende der ersten Fallsekunde den Betrag von 9,8 m, d. h. der Stein würde, wenn am Ende der ersten Sekunde die Schwere aufhörte, auf ihn zu wirken, vermöge seiner Trägheit in jeder folgenden Sekunde in gleichförmiger Bewegung einen Weg von 9,8 m zurücklegen. Da aber die Schwere in der zweiten Sekunde ganz ebenso auf ihn einwirkt wie in der ersten, so muß auch seine Geschwindigkeit in der zweiten Sekunde um ebensoviel zunehmen wie in der ersten; zu der Geschwindigkeit 9,8 m, welche er am Ende der ersten Sekunde schon besitzt und welche er nun vermöge seiner Trägheit behält, kommt demnach während der zweiten Sekunde die Geschwindigkeit 9,8 m nochmals hinzu, so daß seine Geschwindigkeit am Ende der zweiten Fallsekunde 2×9,8 = 19,6 m beträgt. So wächst seine Geschwindigkeit unter dem steten Einfluß der Schwere in jeder folgenden Sekunde immer um 9,8 m und beträgt somit nach 3 Sekunden 3×9,8 = 29,4, nach 4 Sekun-^[folgende Seite]