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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Friedrich

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Friedrich (Österreich, Pfalz).

Sohn von seiner Gemahlin Amalie von Solms, Prinzen Wilhelm II. F. Heinrichs Feldzüge sind in den von ihm selbst verfaßten "Mémoires de Frédéric Henri" beschrieben.

39) F. Wilhelm Georg, Prinz, zweiter Sohn des Erbstatthalters Wilhelm V. der Niederlande und der Prinzessin Friederike Sophie von Preußen, geb. 15. Febr. 1774 im Haag, trat früh in niederländische Kriegsdienste, nahm 1793, als Holland von Dumouriez angegriffen wurde, mit einem aus zerstreut liegenden Truppen zusammengerafften Korps den Franzosen Geertruidenberg und Klundert wieder ab und drängte den Feind über die Lys zurück. 1794 ward er General der Kavallerie, legte aber nach der Eroberung der Provinz Utrecht 1795 seine Befehlshaberstelle nieder und folgte seinem Vater nach England. 1796 trat er als Generalmajor bei der Armee am Niederrhein in österreichische Dienste und zeichnete sich mit seiner Brigade besonders vor Kehl aus, dessen Übergabe durch seine Erstürmung der Schwabenschanze erfolgte. Im Februar 1797 kam er zur Armee des Erzherzogs Karl nach Italien, ward Feldmarschallleutnant und erhielt im November 1798 den Oberbefehl über das ganze österreichische Heer in Italien als Feldzeugmeister, starb aber schon 6. Jan. 1799 in Padua.

40) F. Wilhelm Karl, Prinz der Niederlande, zweiter Sohn des Königs Wilhelm I. und der Prinzessin Wilhelmine Luise von Preußen, geb. 28. Febr. 1797, wurde größtenteils am preußischen Hof erzogen, machte den Feldzug von 1813 mit, trat dann in das niederländische Heer und focht in der Schlacht von Belle-Alliance. Nach dem Familienvertrag vom 4. April 1815 sollte er, sobald sein älterer Bruder König von Holland würde, die deutschen Erblande der Familie Oranien-Nassau, da diese aber ausgetauscht wurden, als souveräner Großherzog Luxemburg erhalten; doch trat er seine Ansprüche 1816 gegen eine Entschädigung in Domänen mit 190,000 Gulden jährlicher Einkünfte ab und erhielt den Titel Prinz der Niederlande. Bald darauf wurde er Generalkommissar des Kriegsdepartements, Generaloberst und Feldmarschall der Landmacht, 1829 Admiral des Königreichs und Großmeister der Artillerie und entwickelte in diesen Ämtern große Thätigkeit. 1830 an die Spitze eines Korps gestellt, welches Brüssel unterwerfen sollte, ward er zum Rückzug gezwungen. Um die Organisation des Heers und die Kriegsverwaltung machte er sich mannigfach verdient, bis ihn der Rücktritt seines Vaters von der Regierung bestimmte, sich von allen öffentlichen Geschäften zurückzuziehen. Er lebte teils in den Niederlanden, teils in dem von ihm gekauften Muskau in der Lausitz und starb 8. Sept. 1881, ohne Söhne zu hinterlassen. Er war seit 1825 mit der Prinzessin Luise von Preußen, Tochter des Königs Friedrich Wilhelm III., vermählt, welche 6. Dez. 1870 starb.

[Österreich.] 41) F. der Streitbare, Herzog von Österreich, geb. 1211, Sohn Leopolds VI., des Glorreichen, folgte diesem 1230 und schrieb sich Herzog von Österreich und Steiermark, Herr von Krain. Tapfer, aber heftig und wild, lag er nicht nur mit allen Nachbarfürsten, insbesondere Böhmens und Ungarns, und den Edlen und Ministerialen seiner Lande in stetem Kampf, sondern verstieß auch seine zweite und dritte Gemahlin, beraubte Schwester und Mutter ihrer Güter, belegte Adel und Geistlichkeit mit hohen Steuern und war daher gehaßt und gefürchtet. Nachdem er 1235 an der Empörung des jungen Königs Heinrich VII. gegen seinen Vater Friedrich II. teilgenommen, ward er 1236 vom Kaiser geächtet und seiner Länder beraubt, die derselbe selbst in Besitz nahm. Als aber Friedrich II. 1239 mit dem Bann belegt wurde, fiel F. wieder in Österreich ein, eroberte es und erhielt es, nachdem er sich mit dem Kaiser versöhnt, aus dessen Händen zurück. 1241 zog er den Ungarn gegen die Mongolen zu Hilfe, 1246 besiegte er den Herzog Ulrich von Kärnten und nahm ihn gefangen, fiel aber 15. Juni 1246 im siegreichen Kampf gegen König Bela von Ungarn. Mit ihm erlosch das ruhmreiche Haus der Babenberger. Vgl. Ficker, Herzog F. II., der letzte Babenberger (Innsbruck 1883).

42) F. mit der leeren Tasche, Herzog von Österreich, Sohn des Herzogs Leopold des Gütigen von Steiermark, erhielt bereits 1404 interimistisch, seit dem Tod seines Bruders, Herzog Leopold IV. (1411), definitiv Tirol und die vorderösterreichischen Besitzungen am Bodensee. Er führte 1405 einen Krieg gegen die Appenzeller, durch welche er die Niederlage am Stoß erlitt. Die starke Adelspartei in Tirol, aus welcher eine Fraktion herauswuchs, die unter Führung Oswalds v. Wolkenstein die Reichsunmittelbarkeit Tirols anstrebte, machte ihm viel zu schaffen. Da er 1415 auf dem Konstanzer Konzil dem Papst Johann XXIII., der ihn zum Gonfaloniere der päpstlichen Truppen und zu seinem Geheimrat ernannt hatte, zur Flucht verhalf und ihm ein Asyl auf einem seiner Schlösser gab, ward er vom Kaiser geächtet und hart verfolgt, so daß er in den letzten Höfen des Ötzthals Zuflucht suchte; zugleich fielen Herren, Städte und Bischöfe, insbesondere aber die Eidgenossen über seine Besitzungen her. Infolge davon unterwarf er sich dem Kaiser und wurde in Konstanz gefangen gehalten, entfloh aber von da nach Tirol, wurde daher 1417 von neuem in Acht und Bann gethan und verband sich nun mit einigen andern Fürsten, besonders seinem Bruder, Herzog Ernst, worauf der Kaiser 1418 ihn in den größten Teil seiner Besitzungen wieder einsetzte; nur der Aargau und einige schweizerische Städte, wie Schaffhausen, Diessenhofen u. a., behaupteten ihre Unabhängigkeit von Habsburg. Den Spottnamen "mit der leeren Tasche" machte er durch seine finanziell geordnete, vom Bergsegen begünstigte Regierung wett. Die Sage setzt damit das sogen. "goldene Dachl" zu Innsbruck in Verbindung. 1424-36 war er Vormund der Söhne seines Bruders Ernst des Eisernen. Mit König Siegmund söhnte er sich 1425 völlig aus. F. starb 24. Juni 1439. Vgl. Brandis, Tirol unter F. von Österreich (Wien 1821); B. Weber, Oswald von Wolkenstein und F. mit der leeren Tasche (Innsbr. 1850).

43) F. Ferdinand Leopold, Erzherzog von Österreich, Sohn des Erzherzogs Karl und der Prinzessin Henriette von Nassau-Weilburg, geb. 14. Mai 1821, widmete sich dem Seedienst, ward Oberst und Inhaber des 16. Infanterieregiments und Schiffskapitän. Als solcher wohnte er 1840 der von den Mächten der Londoner Quadrupelallianz gegen Syrien abgesandten Expedition bei und that sich besonders vor Beirut hervor. Er unternahm sodann auf einer eignen Fregatte eine Seereise durch das Mittelmeer nach Lissabon, England etc.; starb 5. Okt. 1847 als Vizeadmiral und Oberkommandant der Marine. Vgl. Bergmann, Erzherzog F. von Österreich und sein Anteil am Kriegszug in Syrien im Jahr 1840 (Wien 1857).

[Pfalz.] 44) F. I., der Siegreiche, Kurfürst von der Pfalz, von seinen Feinden "der böse Fritz" genannt, zweiter Sohn des Kurfürsten Ludwig III., geb. 1. Aug. 1425, erbte nach seines Vaters Tod 1439