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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Futepur; Füterer; Futil; Futschou; Futter

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Futepur - Futter.

hat Frankreich seine Herrschaft hier geltend gemacht; nur das eigentliche Futa, welches eine republikanische Regierungsform unter einem wählbaren Häuptling (Almami) besitzt, hat sich einige Unabhängigkeit bewahrt. Frankreich gehören die am Senegalufer sich hinziehenden Striche, die zum Arrondissement St.-Louis gehörigen Kreise Dagana, Podor, Saldé und Matam mit den gleichnamigen militärischen Posten, deren Bevölkerung 1879 auf 76,763 Seelen berechnet wurde. S. Karte "Guinea".

Futepur, ind. Distrikt, s. Fatipur.

Füterer (Fürtrer, Fütrer), Ulrich, Maler, Chronikenschreiber und Dichter des 15. Jahrh., lebte zu München und Landshut und verfaßte für Herzog Albrecht IV. von Bayern das "Buch der Abenteuer", ein die Hauptdichtungen der Tafelrunde enthaltendes cyklisches Werk in der Titurelstrophe, den letzten Abschluß der aus der Mode gekommenen höfischen Epik, sowie eine bis 1479 reichende prosaische Chronik und Beschreibung vom Herkommen des Hauses Bayern, letztere für die Zeitgeschichte wertvoll. Handschriften von ihm befinden sich in München und Wien. Vgl. Hamburger, Untersuchungen über U. Fürtrers Dichtung etc. (Straßb. 1882).

Futil (lat.; franz., spr. fü-), nichtig, unbedeutend, läppisch; Futilität, Nichtigkeit.

Futschou (Futschoufu, Foochow, in der Volkssprache Hokchin), Hauptstadt der chines. Provinz Fukian, Residenz des Vizegouverneurs für die Provinzen Fukian und Tschekiang und der Sitz hoher militärischer und politischer Behörden wie katholischer und evangelischer Missionsanstalten, auch eines deutschen Konsuls, liegt links unfern des Min, etwa 32 km von der Mündung des Flusses, in einer von einem prächtigen Bergamphitheater umgebenen fruchtbaren Ebene, mit 630,000 Einw. Die Vorstädte ziehen sich bis an den Fluß und längs desselben hin. Selbst der Fluß ist noch gedrängt voll von schwimmenden Wohnungen; über denselben führt eine 301 m lange Brücke, die längste in China, mit 40 Pfeilern, auf denen kolossale, bis 14 m lange Steinplatten ruhen. Mauern von 9 m Höhe und (oben) 3 m Dicke, überragt von hohen Türmen, umgeben die Stadt. Der östliche, von (8000) Mandschu bewohnte Teil ist noch besonders ummauert. Futschous Lage gestattet durch den schiffbaren Minfluß eine billige und bequeme Verbindung mit dem Innern. 1842 wurde die Stadt den Europäern geöffnet; 1853 versuchte die Firma Russel u. Komp. die ersten direkten Theeverschiffungen nach Europa und Amerika, und seither hat sich der Theehandel dieses Platzes so gehoben, daß er unter den Theemärkten Chinas den ersten Platz einnimmt. Obschon der Handel infolge der Konkurrenz des indischen Thees bedeutend abgenommen hat, betrug doch der Export 1884 immer noch über 77½ Mill. Pfund. Die wichtigsten Importgegenstände sind: Opium, baumwollene Zeuge und Blei; 39 europäische Firmen, darunter 3 deutsche, sind hier etabliert. Überaus rege ist der inländische Verkehr. F. hat Fabriken für Seiden- und Baumwollgewebe und Papier, Schiffswerften u. a. und ist ein Hauptmarktplatz für Holz und Papier. Die europäischen Baumwoll- und Schafwollwaren werden über Hongkong bezogen; zwei Dampferlinien ermöglichen zweimal im Monat einen raschen und regelmäßigen Post- und Passageverkehr mit Hongkong. 1883 liefen ein und aus 611 Schiffe (529 Dampfer) mit 531,886 Ton., davon 19 deutsche mit 7315 T. In F. befindet sich auch eins der vier von Europäern geleiteten chinesischen Arsenale (seit 1867), das an 1000 Arbeiter beschäftigt.

Futter (hierzu Tafel "Futterstoffe"), eine Zusammenstellung von Futtermitteln (Futterstoffen), welche geeignet ist, den tierischen Organismus in einen gewünschten Zustand zu bringen oder in demselben zu erhalten. Je nachdem ein F. den Zweck hat, nur den Körperabgang zu decken, welchen die gewöhnliche Lebensthätigkeit, das Atmen, die innere Arbeit der einzelnen Organe, hervorruft, oder gewisse Leistungen des Körpers: Muskelthätigkeit, Milch-, Fleisch-, Woll-, Fettproduktion, hervorzubringen, ist es ein Gleichgewichts- (Beharrungs-, Erhaltungs-) oder Produktionsfutter. Nach ihrem physiologischen Wert für die Fütterung der Tiere unterscheidet man Hauptfutterstoffe, d. h. Substanzen, welche, der naturgemäßen Nahrung der betreffenden Tiere besonders entsprechend, den Hauptbedarf derselben an Nährstoffen enthalten, z. B. Rauh- und Grünfutterstoffe; Kraftfutterstoffe (konzentrierte Beifutterstoffe), d. h. solche, welche, einzelne Nährstoffe in hervorragender Menge enthaltend, einen etwanigen Mangel einer Futterration auszugleichen vermögen, z. B. die Körner der Cerealien und Leguminosen; Nebenfutterstoffe, Futtermittel von geringerm Nährwert, welche geeignet sind, die intensive Wirkung eines Futters abzuschwächen, z. B. das Stroh der Cerealien. Als Beifutterstoffe bezeichnet man bald solche, welche den Gehalt der Ration an einem bestimmten Nährstoff erhöhen, bald solche, welche irgend eine diätetische Wirkung ausüben sollen, z. B. Baumlaub bei Schafen. Zur Bestimmung des Gehalts der Futtermittel an Nährstoffen dient die chemische (Futter-) Analyse. Dieselbe unterscheidet in den Futtermitteln außer Wasser gewöhnlich folgende Stoffgruppen: Mineralstoffe, der beim Einäschern bleibende Rückstand nach Abzug von Sand, Kohlensäure und Kohle (Reinasche); die Gruppe Rohprotein (stickstoffhaltige Nährstoffe, Nh., im Gegensatz zu den stickstofffreien, Nfr.) umfaßt als Hauptbestandteil die verschiedenen Proteinstoffe, aber auch alle sonstigen Stickstoff enthaltenden Substanzen, letztere als Eiweiß in Rechnung gestellt; der Gehalt an Rohprotein wird durch Multiplikation des gefundenen Stickstoffgehalts mit dem Faktor 6,25 gefunden, wobei man mit mehr oder weniger Recht den Prozentgehalt der verschiedenen Eiweißkörper an Stickstoff zu 16 annimmt. In neuerer Zeit hat man angefangen, die in den meisten Futtermitteln enthaltenen stickstoffhaltigen Substanzen, welche nicht zu den Proteinkörpern gehören, namentlich die sogen. Amidosubstanzen, die oft einen bedeutenden Prozentgehalt des bei der Analyse gefundenen Stickstoffs für sich in Anspruch nehmen, gesondert zu berechnen. Das Rohfett (Ätherextrakt) enthält alle durch wasserfreien Äther ausziehbaren Bestandteile: Pflanzenfett, Wachs, Harze, Chlorophyll etc. Die Gruppe Rohfaser umfaßt als hauptsächlichsten Bestandteil die Pflanzenfaser (Cellulose), daneben alle übrigen in Wasser, verdünnten Säuren, Alkohol und Äther unlöslichen Stoffe der Futtermittel (kutikular inkrustierende Substanzen, Korkstoff etc.). Die Gruppe der stickstofffreien Extraktstoffe schließt alle übrigen Stoffe in sich ein: neben Zucker und Kohlehydraten eine Reihe von chemisch nicht wohl charakterisierten Körpern.

Für die Fütterung wichtig ist das Nährstoffverhältnis im F. und in den Futtermitteln, d. h. das Verhältnis zwischen den stickstoffhaltigen und stickstofffreien Nährstoffen. Man drückt es aus durch die Menge des Rohproteins einerseits, die Summe des Fettes und der stickstofffreien Extraktstoffe anderseits in folgender Form: