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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fyen; Fylfoot; Fylgien; Fyne; Fyt; Fyzabad; Fz.; g; G; G. B. ; G. C. B.; G. C. M. G.; G. C. S. I.; G. P. O.

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Fyen - G.

derm die Thatsache beweist, daß die berühmtesten Komponisten der venezianischen Schule, Caldara und Conti, unter ihm als Vizekapellmeister dienten. Auch wurde ihm die Ehre zu teil, 1723 durch seine Oper "Constanza e fortezza" die Krönungsfeierlichkeit Karls VI. in Prag zu verherrlichen, und da er durch das Podagra verhindert schien, der Aufführung beizuwohnen, so ließ ihn der Kaiser in einer Sänfte von Wien nach Prag tragen. Die meisten Opern, Kirchen- und Kammermusikstücke von F. besitzt, meist in Originalhandschriften, die k. k. Hofbibliothek in Wien. Vgl. v. Köchel, Joh. Jos. F. (Wien 1872).

Fyen (spr. fün), s. v. w. Fünen.

Fylfoot (altengl., "Vierfuß"), auch Gnostikerkreuz oder Baphometzeichen genannt, mystisches Zeichen in Form eines Halbkrückenkreuzes (Fig. a) oder in Form von vier aneinander gesetzten Beinen (Fig. b), kommt schon auf griechischen und sizilischen Münzen (als Dreibein ursprünglich Symbol der dreispitzigen Insel) vor, in Katakombenmalereien, auf bronzenen Grabplatten und häufig als Ornament des priesterlichen Ornats im Mittelalter.

^[Abb.: Fylfoot.]

Fylgien, in der nord. Mythologie die Schutzgeister der Menschen, die sie vom ersten Augenblick ihres Lebens an begleiten, ihnen aber nur erscheinen, wenn sie von ihnen scheiden, d. h. vor dem Tod. Sie zeigen sich gern in der Gestalt desjenigen Tiers, dem die Sinnesart des Menschen gleicht, und man hat hierauf zum Teil unser Wappenwesen zurückgeführt.

Fyne (Loch F., spr. lock fein), ein Meeresarm an der Küste der schott. Grafschaft Argyll, erstreckt sich vom Sund von Bute bis oberhalb Inverary, ist 64 km lang, 1-8 km breit und ergiebig an Heringen.

Fyt (spr. feit), Jan, niederländ. Maler und Radierer, geboren im März 1611 zu Antwerpen, Schüler von Jan van den Berch und Frans Snyders, wurde 1629-30 in die Lukasgilde aufgenommen, machte dann Studienreisen nach Frankreich (1633 und 1634 hielt er sich in Paris auf) und nach Italien und kehrte um 1640 nach Antwerpen zurück, wo er 11. Sept. 1661 starb. Seine Spezialität war das aus der Jagdbeute zusammengesetzte Stillleben, dem er zuweilen auch Hunde beigab, und das er mit großer koloristischer Meisterschaft und in geschmackvollem Arrangement behandelte. Auch malte er Blumen- und Fruchtstücke und lebhaft bewegte Jagden (Bären- und Sauhetzen). Seine Gemälde sind häufig. Hauptwerke besitzen die Galerien von München, Berlin, Wien und Paris. Er gab auch zwei Folgen von Radierungen in je 8 Blättern (Hunde und andre Tiere) heraus.

Fyzabad (spr. feis-), Stadt, s. Faizabad.

Fz., Abkürzung für Forzato oder Sforzato (s. d.).

G.

G (ge), g, lat. G, g, der weiche oder tönende gutturale Verschlußlaut. Er entsteht nach der gewöhnlichsten Aussprache dadurch, daß der Atem die Stimmbänder in schwingende Bewegung versetzt, aber durch einen von dem hintern oder mittlern Teil der Zunge mit dem weichen oder harten Gaumen gebildeten Verschluß aufgehalten wird, aus dem er dann plötzlich hervorströmt. Unser gewöhnliches g (z. B. in Gans) wird an der Grenze zwischen hartem und weichem Gaumen gebildet. In vielen deutschen Mundarten und in den meisten andern Sprachen ist das g vor i und e palatal, d. h. es wird weiter vorn am harten Gaumen gebildet; manche Sprachen haben auch ein tiefes gutturales g, das ganz hinten am Gaumensegel gebildet wird. Neben dem tönenden g gibt es auch ein tonloses, das sich nur durch die geringere Intensität der Aussprache von dem k unterscheidet; es herrscht z. B. in ganz Süddeutschland, Mitteldeutschland und am Rhein, und hieraus erklärt sich die häufige Verwechselung von g und k in diesen Teilen Deutschlands. Im Auslaut wird das deutsche g in den meisten Gegenden Deutschlands wie k oder wie ch gesprochen, z. B. Berch, Tak (ebenso schon mittelhochdeutsch allgemein tac); das auf n folgende g im Auslaut wird von vielen, wenn nicht den meisten Norddeutschen ebenfalls wie k gesprochen, z. B. junk, Dink. In ganz Süd- und Mitteldeutschland findet sich dagegen die auch in der Bühnensprache und in dem stammverwandten Englischen herrschende Aussprache, wonach diese Wörter einfach mit dem gutturalen Nasal schließen. Im Inlaut zwischen Vokalen, teilweise auch im Anlaut, ist in Norddeutschland die Aussprache des g wie j verbreitet, z. B. liejen, Jott; in Süddeutschland wird im In- und Anlaut das g oft wie ch gesprochen, z. B. chewesen, sâchen (für sagen). Ähnliche Erweichungen des g finden sich vor i und e auch im Italienischen, Französischen und Spanischen; auch das englische g wird in ursprünglich französischen oder lateinischen Wörtern vor e, i, y wie dsch ausgesprochen. Gu lautet im Französischen und Spanischen wie reines g, im Italienischen wie gu. Das ungarische gy, z. B. in Magyaren, klingt wie dj. Geschichtlich betrachtet, geht das deutsche g auf gh zurück; s. Lautverschiebung. - Der Buchstabe g heißt im Semitischen Ghimel ("Kamel"), seiner Form wegen; hiervon kommt der griechische Name Gamma her. Von dem griechischen Zeichen stammt das römische C ab; aus letzterm bildeten dann die Römer durch Anfügung eines Querstrichs ihr G, von dem das deutsche G abstammt.

Abkürzungen.

G in römischen Inschriften bedeutet Gajus, Gens etc.; in der Numismatik des Mittelalters s. v. w. Senarius ^[richtig: Denarius]; jetzt auf deutschen Reichsmünzen: Karlsruhe, auf ältern französischen Münzen: Poitiers, auf österreichischen: Nagy-Banya in Oberungarn, auf schweizerischen: Genf. Auf Kurszetteln steht G für "Geld", d. h. gesucht oder bezahlt (vgl. Geld und Brief); in der Goldschmiedekunst bedeutet es garni (s. d.).

g, offizielle Abkürzung für Gramm.

G. B. & I., in England = Great Britain and Ireland.

G. C. B., in England = Grand Cross of the Bath, (Ritter vom) Grosskreuz des Bathordens.

G. C. M. G. = Grand Cross of St. Michael and St. George, Großkreuz des St. Michael- und St. Georgsordens.

G. C. S. I. = Grand Cross of the Star of India, Großkreuz des Sterns von Indien.

G. P. O. = General Post Office, Generalpostamt.

G, in der Musik Buchstabenname eines der sieben Stammtöne des Tonsystems, nach neuerer Oktaventeilung (von C aus) des fünften, nach älterer (von A aus)