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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Garrigues; Garrison; Gärröhre; Garrotte; Garrow; Garrulus; Garry; Garschaum; Gärspund; Garston; Gärt.; Garten

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Garrigues - Garten.

und erntete sofort außerordentlichsten Beifall. Nachdem er 1742 kurze Zeit in Dublin aufgetreten war, kehrte er nach London zurück und spielte mit immer steigendem Erfolg bis 1745 auf dem Drurylane-Theater, ging dann nach Dublin zurück, um mit Th. Sheridan die Direktion des Theaters in Sinock Ally zu übernehmen, folgte aber schon 1746 einem Ruf an das Coventgarden-Theater in London und kaufte 1747 mit Lacy das Drurylane-Theater mit erneuertem Privilegium. Er bemühte sich hier namentlich, den Geschmack an Shakespeares Dichtungen wieder zu erwecken. Nachdem er sich in den Jahren 1763-65 in Frankreich, Italien und Deutschland aufgehalten hatte, war er nach Lacys Tod alleiniger Direktor seines Theaters und zog sich 1776 auf sein Landhaus bei London zurück, wo er 20. Jan. 1779 starb, ein Vermögen von ca. 140,000 Pfd. Sterl. hinterlassend. Sein Leichnam wurde in der Westminsterabtei am Fuß des Shakespeare gewidmeten Denkmals beigesetzt. G. hatte seine Mienen sowie sein Sprachorgan auf das bewundernswürdigste in seiner Gewalt; der Ausdruck jeder Leidenschaft stand ihm zu Gebote, so daß er fast gleich groß im Tragischen wie im Komischen war, wenn auch das erstere als sein eigentliches Feld galt. Von seinen 27 Lustspielen haben sich einige, wie: "The lying valet", "Miss in her teens", "High life below stairs" und das mit Colman bearbeitete Stück "The clandestine marriage", bis heute auf dem Repertoire erhalten. Seine "Dramatic works" erschienen London 1768, 3 Bde. (neuere Ausg. 1798, 3 Bde.). Eine Sammlung seiner zum Teil trefflichen Prologe, Episteln und Gedichte enthalten die "Poetical works of Dav. G." (Lond. 1785, 2 Bde.); seine Korrespondenz erschien 1831. Vgl. Fitzgerald, Life of D. G. (Lond. 1868, 2 Bde.). Seinen Namen tragen das Vaudeville "G. double" von Arm. Gouffé und G. Duval und Deinhardsteins Lustspiel "G. in Bristol". - Seine Gattin Eva Maria, geborne Veigel, geb. 29. Febr. 1724 zu Wien, war die auch um ihrer Tugend willen gefeierte Tänzerin Violette; sie starb 16. Okt. 1822 in London, 97 Jahre alt.

Garrigues (spr. -righ, provençal., "Weideplätze", Monts G.), eine Bergkette der Cevennen (s. d.).

Garrison, William Lloyd, amerikan. Philanthrop, geb. 10. Dez. 1805 zu Newburyport in Massachusetts als der Sohn armer Eltern, wurde nach dem Tod seines Vaters und seiner Mutter streng baptistisch erzogen, ging erst bei einem Schuhmacher in die Lehre, lernte aber dann die Buchdruckerei und übernahm mit 21 Jahren die Herausgabe einer kleinen Zeitung in seiner Vaterstadt, welches Unternehmen jedoch fehlschlug. Er arbeitete darauf eine Zeitlang als Buchdrucker in Boston und leitete dann bis 1828 die Redaktion eines Temperänzlerblattes. 1828 unterstützte er als Redakteur des "Journal of the times", eines republikanischen Blattes in Bennington (Vermont), die Wiederwahl des Präsidenten Quincy Adams, siedelte aber nach dessen Niederlage 1829 nach Baltimore über, wo er als Mitredakteur des "Genius", seit 1831 als Redakteur des "Liberator" eine leidenschaftliche, unermüdliche Agitation für die Emanzipation der Negersklaven begann, zu deren Zweck er auch die Anti-Slavery Society begründete; 20 Jahre war er deren Präsident. Er zog sich dadurch den Haß der Sklavenhalter zu, ward ins Gefängnis geworfen und gemißhandelt, ließ sich aber durch nichts von der Fortführung seines Kampfes abschrecken, den er erst mit Erreichung des Ziels, Vernichtung der Negersklaverei, zu beenden entschlossen war. Nach Erreichung seines Ziels mit der Emanzipationsproklamation Lincolns vom 1. Jan. 1864 ließ er seine Zeitung "Liberator" eingehen und löste die Antisklavereigesellschaft auf. Eine große Volksversammlung ehrte seine Verdienste. Er starb 24. Mai 1879 in New York. Vgl. Johnson, W. L. G. and his times (Boston 1881); "The life and times of W. L. G., by his sons" (New York 1885, 2 Bde.).

Gärröhre, eine zweimal knieförmig gebogene Glasröhre, deren einer Schenkel durch den durchbohrten Spund des Fasses geht, ohne den Spiegel der gärenden Flüssigkeit zu berühren, während der andre außerhalb des Fasses in ein auf das Faß gestelltes, mit Wasser gefülltes Gefäß mündet. Gall hat diese Vorrichtung für Most und gärenden Fruchtsaft empfohlen, um den Luftzutritt zu diesen Flüssigkeiten zu verhindern. Die sich entwickelnde Kohlensäure entweicht durch das Sperrwasser. Bei Anwendung der G. verläuft die Gärung regelmäßiger, und die Bildung von Essigsäure wird vermieden. Man benutzt die G. deshalb auch für die Nachgärung der Biere und hat mehrere einfache Formen konstruiert. Man wendet z. B. einen oben napfförmig ausgedrehten Spund (Gärspund) mit zentralem, beiderseits offenem Rohr an und stülpt über letzteres ein weiteres, oben verschlossenes Rohr, so daß dessen Rand in den mit Wasser gefüllten Napf taucht. Auch benutzt man einen Spund mit zentralem Rohr, dessen obere Mündung durch eine Kugel verschlossen wird. Bei einer gewissen Spannung hebt die Kohlensäure die Kugel, welche aber nach dem Entweichen von Gas sofort wieder herabfällt und das Rohr verschließt.

Garrotte (franz., span. garrote, "Würgschraube"), in Spanien und besonders in Cuba übliche Todesstrafe, welche darin besteht, daß der Verbrecher, an einen Pfahl gebunden, mittels eines um den Hals gelegten und an dem Pfahl befestigten Halseisens erwürgt wird. Garrottieren, mittels der G. hinrichten; auch von Raubanfällen gebraucht, wobei dem Opfer von hinten die Kehle zugedrückt wird.

Garrow, ind. Bergland, s. Garo.

Garrulus, Häher.

Garry, Nebenfluß des Tay in Schottland, am Gebirgspaß Drumouchter, bildet den 11 km langen schönen Gebirgssee gleichen Namens (Loch G.), verbindet sich mit dem aus dem Loch Rannoch kommenden Tummel, fließt durch den Paß von Killiecrankie und mündet bei Logie Rait in den Tay (s. d.).

Garschaum, der Kohlenstoff, welcher sich aus einem unter besondern Umständen (hohe Temperatur, Abwesenheit gewisser Beimengungen etc.) damit übersättigten Roheisen bei dessen Abkühlung, aber noch vor dem Erstarren, in größern oder kleinern, stark glänzenden Tafeln ausscheidet, während der Graphit, mit welchem G. öfters verwechselt wird, erst beim Übergang des Roheisens aus dem flüssigen in den festen Zustand, also später als G. und dann gleichmäßig im Roheisen verteilt, sich absondert (s. Eisen, besonders S. 411 ff.). Garschlacke, s. Eisen, S. 415.

Gärspund, s. Gärröhre.

Garston, Seehafen in der engl. Grafschaft Lancashire, am Mersey, 7 km oberhalb Liverpool, hat Kupfer- und Messinggießereien, Eisenwerke, Docks (6 Hektar groß) und (1881) 10,131 Einw.

Gärt., auch Grtn., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Joseph Gärtner (s. d.).

Garten, ein Stück Land, auf welchem Gewächse mit besonderer Sorgfalt gezogen werden, sei es zu materiellem, sei es zu ästhetischem Genuß; in ersterm Fall nennen wir ihn Nutzgarten, und er ist entweder