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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Guadalupe y Calvo; Guadamacil; Guadarrama; Guadeloupe; Guadet

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Guadalupe y Calvo - Guadet.

ein Goldkranz, darüber ein Adler mit der Nopalpflanze. Die verschiedenen Grade tragen den Orden in der üblichen Weise. Der Bruststern ist achtstrahlig und von Gold mit daraufliegendem Kreuz. Das Band ist violett und blau. Für große Festlichkeiten bestand noch eine Kette. Seit Maximilians Tod wird der Orden nicht mehr verliehen.

Guadalupe y Calvo (spr. ua-), Bergstadt im S. des mexikan. Staats Chihuahua, mit Silbergruben, jetzt im Besitz einer New Yorker Gesellschaft.

Guadamacil (spr. uadamaßil), span. Ledertapeten, welche gepreßt, gemalt, versilbert oder vergoldet sind. Die Fabrikation derselben ward von den Mauren nach Spanien gebracht, wo sie besonders in Cordova betrieben wurde. Der Name wird von der Stadt Ghadames (s. d.) in Tripolis abgeleitet. S. Ledertapeten.

Guadarrama, Sierra de (spr. uadarama), Gebirgskette in Spanien, ein Glied des Kastilischen Scheidegebirges, streicht in südwestlicher Richtung an der Grenze der Provinzen Madrid und Segovia hin und besteht aus zwei Parallelkämmen, die sich in einem Zentralknoten vereinigen, in welchem sich die höchste Spitze, der steile Pico de Peñalara, zu 2405 m erhebt. Westlicher folgt ein einfacher Kamm, der beim Paß von G. nur 1527 m hoch ist und von hier aus weiter den Namen Sierra de Malagon führt. Das Gebirge ist zum Teil mit Kiefern bewaldet und gewährt einen großartig schönen Anblick. Vom November bis März bedeckt es tiefer Schnee. Ketten von Granithügeln streichen im N. und S. des Gebirges, welches seinen Namen nach der südlich vom gleichnamigen Paß gelegenen kleinen Ortschaft G. der Provinz Madrid (797 Einw.) erhalten hat.

Guadeloupe (spr. guad'lup), eine den Franzosen gehörige Insel in Westindien (s. Karte "Westindien"), wird durch einen schmalen, 30-120 m breiten Seearm (Rivière Salée genannt) in zwei Teile getrennt, einen westlichen: das eigentliche G. oder Basse Terre, und einen östlichen Teil, der Grande Terre heißt. Jenes ist 946 qkm (17,2 QM.) groß, vulkanischer Natur und wenig für die Kultur geeignet; auf dem 1000 m hohen Gebirge erheben sich der 1676 m hohe, noch thätige Vulkan der Souffrière ^[richtig: Soufrière], der erloschene Vulkan der Pitons de la Bouillante, die beiden Mamelles u. a. Grande Terre, das 656 qkm (11,9 QM.) hat, ist niedrig und unfruchtbar. Es besteht aus Muschelkalk. Die mittlere Temperatur beträgt 26° C. (zwischen 20 u. 32° C.). Am Strand fallen jährlich etwa 2190 mm Regen. Wie alle Antillen, ist auch G. furchtbaren Orkanen u. Erdbeben ausgesetzt. Hauptprodukt der Insel ist Zucker. G. hatte 1882: 133,996 ansässige Bewohner, einschließlich der politisch von ihm abhängigen Inseln (Marie galante, La Desirade, Les Saintes, St.-Martin und St.-Barthélemy, zusammen 242 qkm groß) und der Nichtansässigen aber eine Bevölkerung von 197,896 Seelen, worunter 21,084 Kulis. Haupterzeugnis der Kolonie ist Zucker. Nach Freilassung der Sklaven, deren 1848 noch 67,752 vorhanden waren, sank die Produktion rasch von 73 Mill. Pfd. im J. 1835 auf 27 Mill. Pfd. im J. 1850; aber nachdem man seit 1854 Kulis aus Ostindien eingeführt hat, ist der Ertrag ebenso rasch gestiegen. Von der gesamten Oberfläche waren 1867: 29,534 Hektar, 1882: 44,198 Hektar angebaut (davon 26,295 mit Zucker), und 28,000 Hektar bestehen aus Wald. Im J. 1882 erntete man 57 Mill. kg Zucker, 6,783,123 Lit. Sirup, 2,143,729 L. Tafia, 702,735 kg Kaffee, 598,285 kg Orlean, 8,390,627 kg Maniok und geringere Quantitäten Kakao, Vanille, Baumwolle und Tabak. Der Viehstapel bestand 1882 aus 5980 Pferden, 2216 Eseln, 6605 Maultieren, 10,592 Stück Hornvieh, 10,936 Schafen, 10,763 Ziegen und 15,651 Schweinen. Die Einfuhr belief sich 1883 auf 26,500,000 Frank, die Ausfuhr auf 31,900,000 Fr. (1882: 41,812,000 Fr.). An der Spitze der Verwaltung steht ein Gouverneur, dem die in französischen Kolonien üblichen nicht repräsentativen Räte beigegeben sind. In Frankreich wird G. durch einen Senator und zwei Deputierte vertreten. Die Einkünfte betrugen 1884: 5,112,000 Fr., die Ausgaben beliefen sich auf 3,989,000 Fr. Die Militärmacht bestand aus 900 Mann regulärer Truppen und einer Miliz. Die Inselchen Les Saintes (s. d.) bilden einen vorzüglichen Kriegshafen. Hauptort ist Basse Terre mit (1876) 8240 Einw., der bedeutendste Handelsplatz aber Pointe à Pitre mit 17,525 Einw. - G. ward 1493 von Colombo entdeckt und wegen der Ähnlichkeit seiner Berge mit der Sierra Guadalupe in Spanien so benannt; 1635 ward es von französischen Flibustiern unter du Plessis und Olive in Besitz genommen und war lange Jahre Zankapfel zwischen Frankreich und England, welches sich wiederholt (1759-63, 1794, 1810-13 und 1815-16) durch Gewalt in den Besitz der Insel setzte. Am 8. Jan. 1843 wurde G. durch ein Erdbeben arg verwüstet und Pointe à Pitre fast gänzlich zerstört; am 16. Mai 1851 richteten Erdstöße abermals bedeutenden Schaden an. Vgl. A. Budan, La G. pittoresque (Prachtwerk, Par. 1863); Rey, Étude sur la colonie de la G. (Nancy 1879); Bouinais, G. physique, politique, économique (Par. 1881); Pardon, La G. depuis sa découverte (das. 1881); "Annuaire de la G." (Basse-Terre, zuletzt 1885).

Guadet (spr. guadä), Marguerite Elie, Girondist, geb. 20. Juli 1755 zu St.-Emilion bei Bordeaux, war beim Ausbruch der Revolution Advokat in Bordeaux und ward 1791 von dieser Stadt in die Gesetzgebende Versammlung gewählt, wo er sich den Girondisten anschloß und bald eins der angesehensten Mitglieder derselben wurde. Er bildete mit Vergniaud und Gensonné das Triumvirat der Gironde. Um das konstitutionelle Königtum gegen die Partei des Umsturzes zu halten, trat er mit dem Hof in Unterhandlung, veranlaßte die Ernennung eines girondistischen Ministeriums und suchte den König zu einem aufrichtigen Anschluß an das konstitutionelle System zu bewegen. Bald aber überzeugte er sich von der Vergeblichkeit eines solchen Versuchs, überließ sich dem Strom der Revolution und griff unter anderm Lafayette aufs heftigste an, als dieser nach den Ereignissen vom 20. Juni 1792 am 28. auf Bestrafung der Empörer drang. Er forderte nun mit Vergniaud und Gensonné vom König die Bildung eines girondistischen Ministeriums und drang, als dies abgelehnt wurde, auf Absetzung Ludwigs XVI. Als Mitglied des Konvents begann er in Gemeinschaft mit Louvet schon im Oktober 1792 Robespierre und dessen Partei anzugreifen. Im Prozeß des Königs stimmte er für Appellation an das Volk und dann für den Tod mit Aufschub. Von dem Berg und den Jakobinern aufs heftigste angegriffen, bot er diesen Angriffen kühn die Stirn, setzte die Verbreitung einer drohenden Adresse der Stadt Bordeaux durch, in der die Pariser Gemeinde für die Unverletzlichkeit der Deputierten der Gironde verantwortlich gemacht wurde, und beantragte 18. Mai 1793 die Auflösung der revolutionären, 10. Aug. 1792 eingesetzten Munizipalität von Paris und die Verlegung des Konvents nach Bourges. Dieser Antrag jedoch beschleunigte den Sturz Guadets und der Girondisten. Am