Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Harsdörfer; Hársfalva; Harst; Hart; Hartberg; Hartblei; Hartbovist; Hartbraunstein; Hartbronze; Harte

180

Harsdörfer - Harte.

Harsdörfer, Georg Philipp, deutscher Dichter des 17. Jahrh., geb. 1. Nov. 1607 zu Nürnberg, studierte in Altdorf und Straßburg die Rechte, bereiste Holland, Frankreich, England und Italien und starb als Mitglied des Rats 22. Sept. 1658 in Nürnberg. Polyhistor und Poet im Sinn seiner Zeit, gründete er mit Joh. Klaj 1644 zu Nürnberg den Pegnitzorden, in welchem er den Namen Strephon führte. Seine deutschen und lateinischen Schriften des verschiedenartigsten Inhalts füllen gegen 50 Bände. Wir erwähnen davon nur den "Poetischen Trichter" (Nürnb. 1650-55, 3 Bde.); die "Frauenzimmergesprächspiele" (neue Aufl., das. 1641-49, 8 Bde.), eine Art Encyklopädie aller möglichen nach des Verfassers Meinung wissenswürdigen Dinge in Gesprächsform; "Nathan, Jotham und Simson, oder geistliche und weltliche Liederdichter" (das. 1650-51, 2 Bde.). Eine Auswahl seiner formell interessanten Gedichte enthält Müllers "Bibliothek deutscher Dichter des 17. Jahrhunderts", Bd. 9 (Leipz. 1826). Sein Leben beschrieb Widmann (Altdorf 1707). Vgl. Tittmann, Die Nürnberger Dichterschule (Götting. 1847).

Hársfalva, Bad im ungar. Komitat Beregh, an der Munkácser Linie der Ungarischen Nordostbahn, mit einem angenehmen alkalischen Säuerling und einer Kaltwasserheilanstalt. Das Wasser wird bei Lungen- und Blasenleiden erfolgreich benutzt.

Harst (der und die), veralteter mundartlicher (Schweiz) Ausdruck für Haufe, Schar, besonders der Vorhut. Daher die Harsthörner, welche diese Truppen zum Angriff riefen. Im Mittelalter verstand man unter H. eine Art Miliz.

Hart, Gebirge, s. Hardt.

Hart, 1) Salomon Alexander, engl. Maler, geboren im April 1806 zu Plymouth, lernte anfänglich bei einem Graveur und bildete sich auf der Royal Academy. H. versuchte sich nach und nach in allen Kunstzweigen vom Historienbild bis zum Stich für Taschenbücher und trat 1826 mit einem Miniaturporträt seines Vaters zuerst vor die Öffentlichkeit. Die Motive seiner ersten Ölgemälde waren dem mosaischen Kultus entlehnt, darunter: die Unterweisung, die Aufrichtung der Gesetzestafeln und die polnische Synagoge. Unter den Arbeiten seiner ersten Periode, 1830-40, stehen in erster Linie folgende Bilder: Isaak von York im Schloß Front de Boeuf, die Kommunion katholischer Edelleute im 16. Jahrh., Wolsey und Buckingham, Richard und Saladin, Thomas Morus empfängt den Segen seines Vaters, Heinrich I. erfährt den Schiffbruch seines Sohns, die Mutter Samuels und der Hohepriester Eli. 1841 machte er eine Reise nach Italien, von der er den katholischen Kultus verherrlichende Skizzen heimbrachte und zu Gemälden verwendete: das Kloster Ognissanti in Florenz, das Opfer an die Madonna, Kircheninterieurs und ähnliche Arbeiten. Später kehrte er mit den Arbeiten: Milton besucht Galilei im Gefängnis, die drei Erfinder der Buchdruckerkunst und Christoph Kolumbus als Kind wieder zum Historienbild zurück. 1840 ward er Mitglied der Royal Academy und 1854 Professor der Malerei. Daneben malte H. auch Landschaften und lieferte regelmäßige Beiträge zum "Athenäum" und zum "Jewish Chronicle". Er starb 11. Juni 1881 in London.

2) William, schott. Maler, geb. 1822 zu Paisley (Schottland), zog 1831 mit seinen Eltern nach Albany und arbeitete als Wagenlackierer, bis bei ihm das künstlerische Talent zum Durchbruch kam und er zunächst mit Porträtmalen begann. Nachdem er eine Studienreise durch die malerischen Gegenden seines Heimatslandes gemacht hatte, ließ er sich 1853 in New York nieder und widmete sich mit Vorliebe der Aquarellmalerei. 1858 wurde er Mitglied der dortigen Kunstakademie, war von 1865 an einige Jahre Präsident der Zeichenakademie in Brooklyn und von 1870 bis 1873 Präsident der Gesellschaft für Aquarellmalerei. In seinen Landschaften weiß er den Unterschied des Charakters der Gegenden Englands und Schottlands von denen Nordamerikas treffend auszudrücken; seine Zeichnung ist voll Leben und Wahrheit. Zu seinen besten Bildern gehören (teils in Aquarell, teils in Öl): die Rückkehr von der Mühle, eine Hügellandschaft, das Pastorale, die goldene Stunde, Kinder am Ufer, der Septemberschnee, Herbst in den Wäldern von Maine, Dämmerung am Bach, ein Regentag im Herbst, der nebelige Morgen am See sowie mehrere Landschaften mit Viehstaffage, z. B. aus New Jersey, und 1878 die Furt im Fluß.

3) James, schott. Maler, Bruder des vorigen, geb. 1828 zu Kilmarnock (Schottland), arbeitete mit seinem Bruder in Albany mehrere Jahre als Wagenlackierer, lernte seit 1851 in Düsseldorf unter Schirmer als Landschaftsmaler und ließ sich, nachdem er wieder vier Jahre in Albany gelebt hatte, 1856 in New York nieder, wo er sehr gelungene, in der Beleuchtung zum Teil meisterhafte Landschaften mit Viehstaffage malte. Als solche sind zu nennen: das heimkehrende Vieh, der Mondaufgang im Adirondacgebirge, ein Wald im Herbst, ein Sonntags-Nachmittag in der Grafschaft Berkshire, die friedliche Heimat (1872), der Obstgarten, der kühle Tag auf der Landstraße, indianischer Sommer und Sommer in Berkshire. 1859 wurde er zum Mitglied der Akademie in New York ernannt.

Hart., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für J. D. W. Hartmann, Naturforscher, Maler und Kupferstecher zu St. Gallen (Gastropoden), oder für Fr. Hartmann, Oberarzt in Göppingen (Paläontolog).

Hartberg, Stadt im österreich. Herzogtum Steiermark, nordöstlich von Graz, unweit der ungarischen Grenze, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, mit Kapuzinerkloster, Wallfahrtskirche, (1880) 1680 Einw., Tuchweberei, Pferdezucht, Hopfenbau und Getreidehandel.

Hartblei, s. Antimonlegierungen.

Hartbovist, s. Scleroderma.

Hartbraunstein, s. v. w. Braunit; s. auch Psilomelan.

Hartbronze, s. v. w. Stahlbronze, s. Bronze, S. 460.

Harte, Francis Bret, nordamerikan. Dichter und Novellist, geb. 1837 zu Albany im Staat New York als der Sohn eines Lehrers, begab sich 1854 nach Kalifornien, arbeitete hier in den Goldgruben als Landmesser, als Schullehrer, endlich als Setzer und, nachdem er durch verschiedene Gedichte voll originellen Humors die allgemeine Aufmerksamkeit erregt, als Journalist und Redakteur eines Blattes: "The Californian", bis er 1864 die ihm angetragene Stelle eines Sekretärs des Zweigmünzamtes der Vereinigten Staaten in San Francisco annahm. Im J. 1868 begann er die Herausgabe der Monatsschrift "The Overland Monthly", mit der er sofort einen außerordentlichen Erfolg erzielte. Hier erschienen die ersten seiner eigentümlich spannenden Erzählungen in Prosa: "The luck of Roaring Camp" (1868), "The outcasts of Pokerflat" (1869), "Miggles" und "Tennessee's partner", endlich zwischen andern Arbeiten in Versen und Prosa das kleine Gedicht "Plain language from truthful James" (1871), vom Volksmund "Heathen Chinee" genannt, das seinen Namen