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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Herdfrischen; Herdfrischstahl; Herdsteuer; Here; Heredia; Heredieren; Hereditas; Hereford; Herefordshire; Heremans

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Herdfrischen - Heremans.

ferner: H. Döring, Herders Leben (2. Aufl., Weim. 1829); "Weimarisches Herder-Album" (Jena 1845); Rosenkranz, Rede zur Säkularfeier Herders etc. (Königsb. 1844); Jegor v. Sivers, H. in Riga (Riga 1868); Derselbe, Humanität und Nationalität, zum Andenken Herders (Berl. 1869); Joret, H. et la Renaissance littéraire en Allemagne (Par. 1875); namentlich aber das biographische Hauptwerk, das alle frühern Versuche weit hinter sich läßt: R. Haym, H. nach seinem Leben und seinen Werken (Berl. 1880 bis 1885, 2 Bde.), eine Meisterleistung streng sachlicher und zugleich liebevoller Lebensdarstellung und Beurteilung. Vgl. außerdem Werner, H. als Theologe (Berl. 1871); J. G. Müller, Aus dem Herderschen Hause, Aufzeichnungen 1780-82 (hrsg. von Bächthold, das. 1881); Renner, Herders Verhältnis zur Schule (Götting. 1871); Bärenbach, H. als Vorgänger Darwins und der modernen Naturphilosophie (Berl. 1877); Lehmann, H. in seiner Bedeutung für die Geographie (das. 1883).

Herders Gattin Maria Karoline, geborne Flachsland, geb. 28. Jan. 1750 zu Reichenweier im Elsaß, lebte nach ihres Vaters Tod bei ihrer Schwester in Darmstadt, wo sie H. kennen lernte, der sich 1773 mit ihr verheiratete. Nach Herders Tod ordnete sie dessen litterarischen Nachlaß und schrieb: "Erinnerungen aus dem Leben Herders" (hrsg. von J. G. Müller, Stuttg. 1820, 2 Bde.; neue Ausg. 1830, 3 Bde.). Sie starb 15. Sept. 1809 in Weimar. Der älteste Sohn, Wilhelm Gottfried v. H., geb. 1774 zu Bückeburg, studierte in Jena Medizin, ward 1800 Provinzialakkoucheur und 1805 Hofmedikus in Weimar, wo er 1806 starb. Er schrieb: "Zur Erweiterung der Geburtshilfe" (Leipz. 1803) und nahm teil an der Herausgabe der Werke seines Vaters. Der dritte und jüngste, Emil Gottfried v. H., war bis 1839 bei der Regierung für Schwaben und Neuburg thätig und starb als bayrischer Oberforst- und Regierungsrat 27. Febr. 1855 in Erlangen. Er gab in "Herders Lebensbild" (Erlang. 1846-47, 3 Bde.) eine liebevolle Darstellung des Lebens und Wirkens seines Vaters. Ein Enkel Herders ist der gegenwärtige weimarische Staatsminister Stichling.

2) Siegmund August Wolfgang, Freiherr von, zweiter Sohn von H. 1), geb. 18. Aug. 1776 zu Bückeburg, studierte in Jena und Göttingen, seit 1797 in Freiberg und dann noch in Wittenberg die Rechte. Im J. 1802 wurde er Bergamtsassessor zu Marienberg, Geyer und Ehrenfriedersdorf, 1803 in Schneeberg und 1804 Oberbergamtsassessor und Bergkommissionsrat in Freiberg. 1806 erhielt er die Aufsicht über die Blaufarbenwerke. Mit der Verbesserung des Betriebes des Eisenhüttenwerks Panki und der Salzwerke von Wieliczka beauftragt, verweilte er mehrere Jahre teils in Warschau, teils in Wien. Vom König von Sachsen in den Freiherrenstand erhoben, kam er unter dem russischen Gouvernement in das Geheime Finanzkollegium nach Dresden. 1821 wurde er zum Berghauptmann und 1826 zum Oberberghauptmann ernannt. Auf Veranlassung des Fürsten Milosch machte er 1835 eine Reise nach Serbien, um den Bergbau dieses Landes zu heben. Er starb 29. Jan. 1838 in Dresden. H. schrieb: "Der tiefe Meißener Erbstollen, der einzige den Bergbau der Freiberger Reviere bis in die fernste Zukunft sichernde Betriebsplan" (Leipz. 1838) und lieferte "25 Tafeln Abbildungen der vorzüglichsten Apparate zur Erwärmung der Gebläseluft auf den Hüttenwerken" (Freiberg 1840).

Herdfrischen, s. Eisen, S. 415 u. 419.

Herdfrischstahl, Herdstahl, durch Herdfrischen dargestellter Stahl, s. Eisen, S. 419.

Herdsteuer, s. Gebäudesteuer.

Here, Göttin, s. Hera.

Heredia, unansehnliche Hauptstadt des gleichnamigen Departements im mittelamerikan. Staat Costarica, auf der Hochebene, 6 km nordwestlich von San José, mit 7000 Einw.

Heredieren (hereditieren, lat.), erben; hereditär, erblich, angeerbt, z. B. hereditäre Krankheiten (s. Erblichkeit).

Hereditas (lat., Heredität), Erbschaft; im objektiven Sinn die Gesamtheit des beim Tod jemandes vorhandenen Vermögens, also der Inbegriff der Aktiva und Passiva; subjektiv (im prätorischen Recht bonorum possessio) der Eintritt jemandes in die objektive h., auch das Recht, Erbe (heres) zu werden; h. jacens, "liegende Erbschaft", die Hinterlassenschaft eines Verstorbenen, bevor die Erben ermittelt sind und die Erbschaft angetreten haben; cura hereditatis jacentis, die unter richterlicher Aufsicht stehende Verwaltung einer liegenden Erbschaft. In der Physiologie ist Heredität s. v. w. Erblichkeit (s. d.).

Hereford (spr. herriförd), Hauptstadt von Herefordshire (England), im fruchtbaren Thal der Wye, uralter Bischofsitz und früher Grenzfestung gegen Wales, hat eine von 1079 bis 1525 erbaute Kathedrale, eine schöne Shire Hall (von Smirke, 1817), ein großes Krankenhaus, eine Freibibliothek, ein katholisches Seminar und (1881) 19,822 Einw. Auf der Stelle des alten Schlosses steht eine Nelsonsäule. H. hat lebhaften Handel mit Hopfen, Getreide und Holz sowie große Vieh- und Schafmärkte.

Herefordshire (spr. herrifördschir), Grafschaft im westlichen England, grenzt nördlich an die Grafschaft Salop, östlich an Worcester, südlich an Gloucester und Monmouth sowie westlich an Brecknock und Radnor in Wales und hat einen Flächenraum von 2157 qkm (39,18 QM.). Das Land ist ein Hügelland, in welchem anmutige Höhen und prächtige Wälder mit breiten und fruchtbaren Thälern angenehm wechseln. Die schönsten Erhebungen sind die Hatteralhügel (mit dem 807 m hohen Cradle) an der Südwestgrenze und die Malvernhügel (426 m hoch) an der Ostgrenze. Der Boden besteht fast ganz aus altem roten Sandstein; nur vereinzelt kommen daneben silurische Bildungen, von Syenit durchbrochen, vor Hauptbewässerung geben die Wye (zum Severn), die nach heftigem Regen oft plötzlich 2½ m steigt, und deren Nebenflüsse (Lug, Frome, Monnow etc.). Die Bevölkerung zählte 1881: 121,062 Seelen (Abnahme seit 1871: 3,5 Proz.). Die Haupterwerbsquellen der Bewohner bilden Landbau und Viehzucht (namentlich Schafe); die Wolle von H. gehört zu den besten englischen Sorten. An Vieh zählte man 1884: 23,114 Ackerpferde, 90,713 Rinder, 315,068 Schafe, 27,275 Schweine. Äpfel und Birnen zieht man in größter Menge und gewinnt viel Birnwein (Perry), namentlich aber Apfelwein (Cider), mehr als irgendwo in England. Auch der Hopfenbau, der 2700 Hektar einnimmt, ist bedeutend. Ein wichtiges Produkt bildet außerdem Eichenrinde. Vom Gesamtareal kommen 33 Proz. auf Ackerbau und Gärten, 50 Proz. auf Weiden und 7 Proz. auf Wald. Die Industrie ist von keinem Belang. Hauptstadt ist Hereford.

Heremans, Jacob Frans Johan, einer der gründlichsten Kenner der niederländischen und vlämischen Sprache und Litteratur, geb. 28. Jan. 1825 zu Antwerpen wurde nach Absolvierung seiner Stu-^[folgende Seite]