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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Herrick; Herrieden; Herries; Herrig; Herrliche Gerichte; Herrlichkeit Gottes; Herrmann

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Herrick - Herrmann.

69 Hefte mit Kupfertafeln); "Lepidopterorum exoticorum species novae" (das. 1850-56, 1. u. 2. Reihe); "Neue Schmetterlinge aus Europa" (das. 1856-61, 3 Hefte).

Herrick, Robert, engl. Dichter, geb. 1591 zu London, studierte in Cambridge und erhielt eine Pfarre in Devonshire, aus der ihn die Bürgerkriege vertrieben. Darauf lebte er zu Westminster in fröhlicher Gesellschaft, bis ihm die Restauration wieder zu seiner Stelle verhalf. Hier starb er 15. Okt. 1674. H. veröffentlichte zwei Sammlungen von Gedichten: "Noble numbers, or pious pieces" (1647) und "Hesperides" (1648). Seine Dichtungen zeichnen sich durch Leichtigkeit, Melodik und natürliche Anmut aus. Neuerdings wurden sie herausgegeben von Grosart ("The complete poems of I.: H.", Lond. 1876, 3 Bde.).

Herrieden, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Mittelfranken, Bezirksamt Feuchtwangen, an der Altmühl, hat ein Amtsgericht, ein ehemaliges Chorherrenstift (St. Veit, um 900 gegründet, 1539 aufgehoben) und (1885) 1026 meist kath. Einwohner.

Herries (spr. herris), John Charles, engl. Staatsmann, geb. 1778, wurde 1798 Clerk bei der Schatzkammer, hierauf Privatsekretär Vansittarts und des Premierministers Perceval, verwaltete 1811-15 das Amt eines Generalkommissars der Armee und ward 1823 Schatzsekretär und für den Flecken Harwich Parlamentsmitglied. In dem Ministerium Goderich (Ripon) wurde er im September 1827 Kanzler der Schatzkammer, geriet aber bald mit seinen Kollegen in einen Konflikt, der zur Auflösung des Kabinetts führte, worauf H. in der untergeordneten Stellung eines Direktors der Münze in das Kabinett Wellington trat. Im Februar 1830 ward er Präsident des Handelsamtes, mußte aber schon im November einem Reformministerium weichen. In dem kurzen Toryministerium von 1834 bis 1835 war er Kriegssekretär, verlor aber bei den Wahlen von 1841 als Gegner der Aufhebung der Korngesetze sogar seinen Sitz im Parlament. 1849 von dem Flecken Stamford wieder gewählt, war er eins der hervorragendsten Mitglieder der Partei der Schutzzöllner und erhielt, als dieselbe im Februar 1852 mit Lord Derby auf kurze Zeit ans Staatsruder kam, als Präsident des indischen Amtes einen Platz im Ministerium. Am Schluß der Session von 1853 legte er sein Parlamentsmandat nieder und starb 24. April 1855 auf seinem Landgut bei Sevenoaks. Vgl. seines Sohns Edward H. "The Right Hon. J. C. H. Memoirs of his life" (Lond. 1880, 2 Bde.).

Herrig, Hans, Dichter und Schriftsteller, geb. 10. Dez. 1845 zu Braunschweig, studierte von 1864 an in Berlin und Göttingen Rechtswissenschaft, absolvierte 1868 in Berlin das juristische Doktorexamen und arbeitete eine Zeitlang am dortigen Stadtgericht, gab aber 1872 seinen Beruf auf, um sich ganz der Schriftstellerlaufbahn zu widmen. Seit Gründung des konservativen "Deutschen Tageblattes" führt H. die Redaktion des Feuilletons dieser Zeitung. Von ihm erschienen im Buchhandel eine Reihe ernster Dramen, wie "Jerusalem", Tragödie (Leipz. 1874), "Alexander d. Gr." (das. 1872, 2. Aufl. 1879), "Kaiser Friedrich der Rotbart" (das. 1873, 2. Aufl. 1880), "Der Kurprinz" (Berl. 1876), "Konradin", Trauerspiel (das. 1881, 3. Aufl. 1885), "Drei Operndichtungen" (das. 1881), "Nero" das. 1883) und das Festspiel "Martin Luther" (1883, 3. Aufl. 1886), in denen sich ein nicht gewöhnliches, aber nach der lyrisch-rhetorischen Seite der Dramatik gerichtetes Talent bekundete, dem die Bühnenverhältnisse der Gegenwart in keiner Weise günstig entgegenkommen. Außerdem veröffentlichte er das originelle, elegisch-pessimistische erzählende Gedicht "Die Schweine" (Leipz. 1876); "Mären und Geschichten. Gesammelte kleinere Dichtungen" (2. Aufl., Berl. 1879); das Gedicht "Der dicke König" (das. 1885) und die Schrift "Die Meininger, ihre Gastspiele und deren Bedeutung für das deutsche Theater" (das. 1879).

Herrliche Gerichte, s. v. w. Patrimonialgerichte, s. Patrimonialgerichtsbarkeit.

Herrlichkeit Gottes (Majestas s. Gloria Dei interna), in der biblischen Sprache eigentlich der Lichtglanz, welcher ihn nach althebräischer Vorstellung umschwebt, während die Dogmatik eine die ausschließliche Souveränität Gottes über die natürliche und geistige Schöpfung bezeichnende Eigenschaft daraus gemacht hat.

Herrmann, 1) Ernst Adolf, namhafter Historiker, geb. 25. März 1812 zu Kammerswalde im Erzgebirge, studierte in Dorpat, wo sein Vater Oberlehrer war, Geschichte und Philosophie und widmete sich hierauf in Berlin unter Ranke insbesondere dem Studium der modernen Geschichte. Nachdem er hier 1837 mit einer Schrift über den Deutschen Orden promoviert hatte, kehrte er zunächst nach Dorpat zurück, verließ aber dasselbe, durch die dort herrschenden Russifizierungstendenzen abgestoßen, 1839 wieder, um sich in Dresden niederzulassen, wo er 1842 die Fortsetzung von Strahls "Geschichte des russischen Staats" in der Heeren-Ukertschen Sammlung übernahm; dieselbe (Bd. 3-6, Gotha 1846-60) behandelt unter Benutzung des Dresdener, Londoner und Berliner Archivs sowie russischer Papiere aus Nikolai Turgenjews Nachlaß die Geschichte Rußlands bis 1792. H. habilitierte sich 1847 in Jena, ward 1848 außerordentlicher Professor daselbst, redigierte 1849-51 die "Weimarische Staatszeitung" und wurde 1857 als ordentlicher Professor der Geschichte an die Universität Marburg berufen, wo er 23. Sept. 1884 starb. Seine Schrift "Die österreichisch-preußische Allianz vom 7. Febr. 1792 und die zweite Teilung Polens" (Gotha 1861) führte zu einer lebhaften litterarischen, in die Geschichte vom Ursprung der europäischen Koalition gegen das revolutionäre Frankreich eingreifenden Fehde mit H. v. Sybel, die von H. in den "Forschungen zur deutschen Geschichte" sowie in seinem Ergänzungsband zur russischen Geschichte: "Diplomatische Korrespondenzen aus der Revolutionszeit" (das. 1866) fortgesetzt wurde. Er veröffentlichte noch: "Beiträge zur Geschichte des russischen Reichs" (Leipz. 1843, unter anderm das Tagebuch Münnichs enthaltend); Vockerodts und Pleyers Denkschrift über Rußland unter Peter d. Gr. (das. 1872); "Peter d. Gr. und der Zarewitsch Alexei" (das. 1880) und in dem zu Petersburg erscheinenden "Sbornik": Diplomatische Beiträge zur russischen Geschichte (1868-74).

2) Emil, namhafter Lehrer des Kirchenrechts und Kriminalrechts, geb. 9. April 1812 zu Dresden, erwarb 1834 in Leipzig die juristische Doktorwürde, habilitierte sich unmittelbar darauf als Privatdozent daselbst, ward 1836 in Kiel außerordentlicher, 1842 ordentlicher Professor der Rechte, ging 1847 in gleicher Eigenschaft nach Göttingen, 1868 nach Heidelberg und wurde 1872 zum Präsidenten des evangelischen Oberkirchenrats in Berlin ernannt, in welcher Stellung er sich um die Durchführung der evangelischen Kirchenreform in Preußen und das Zustandekommen der Kirchengemeinde- und Synodalordnung verdient machte. Gegenüber der kampflustigen evangelischen Orthodoxie, der seine Synodalordnung zu liberal war, konnte er jedoch nicht standhalten. Im März 1878 nahm er seine Entlassung, um sich nach Heidelberg,