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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Heywood; Hezareh; Hfgg.; Hg; Hiakin; Hiárbas

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Heywood - Hiarbas.

nem Nachlaß erschien: "Die Orestie des Äschylus" (hrsg. von Hartwig, Halle 1884). Vgl. Hillebrand, Th. H. (in der "Gegenwart", Bd. 25).

4) Paul Johann, Dichter und Novellist, geb. 15. März 1830 zu Berlin, Sohn von H. 2), studierte in Berlin und Bonn klassische, dann romanische Philologie, machte im März 1852 eine wissenschaftliche Reise nach Italien und ward 1854 vom König Maximilian nach München berufen, um hier ganz seiner poetischen Ausbildung zu leben. Unter mannigfachen, im ganzen glücklichen Erlebnissen verblieb der Dichter dauernd in der bayrischen Residenz, auch nachdem er 1867 auf den bis dahin genossenen Jahrgehalt freiwillig Verzicht geleistet. Mit der Buchtragödie "Francesca da Rimini" (Berl. 1851), den erzählenden kleinen Dichtungen: "Urica" und "Die Brüder" (das. 1852) und seinen ersten Novellen hatte H. große Hoffnungen für sein Talent erweckt. Seine Poesie zeigte sich frisch sinnlich mit einem leisen Zug zur Lüsternheit, plastisch und farbenreich zugleich, psychologisch sehr fein; dabei lag eine gewisse sonnige Heiterkeit selbst über seiner Behandlung tragischer Stoffe. Als Lyriker trat H. mit den im ersten Band seiner "Gesammelten Werke" vereinigten "Gedichten" (Berl. 1871, 3. Aufl. 1884) hervor, denen später das prächtige "Skizzenbuch", Lieder und Bilder (das. 1877) und die "Verse aus Italien" (1880) folgten. Die erzählenden Dichtungen "Hermen" (Berl. 1854, die in spätern Auflagen den Titel: "Novellen in Versen" erhielten) und die erste Sammlung seiner "Novellen" (das. 1855, 6. Aufl. 1870) begründeten Heyses Ruf als eines phantasievollen und nach reiner Kunstvollendung und Kunstwirkung strebenden Dichters, den alle spätern Werke, mit Ausnahme einer Anzahl mehr auf äußerlichen theatralischen Effekt berechneter Dramen, bekräftigten. Seine Haupterfolge fand er auf dem Gebiet der Novelle, wo er in rascher Folge vier Sammlungen von "Novellen" (Berl. 1855-62, wiederholt aufgelegt), dann die "Meraner Novellen" (das. 1864, 6. Aufl. 1879), "Fünf neue Novellen" (das. 1866, 4. Aufl. 1872), "Novellen und Terzinen" (das. 1867, 4. Aufl. 1880), "Moralische Novellen" (das. 1869), "Ein neues Novellenbuch" (2. Aufl., das. 1871), ferner als 10.-13. Sammlung: "Neue Novellen" (das. 1875), "Neue moralische Novellen" (das. 1878), "Das Ding an sich und andre Novellen" (das. 1878), "Frau v. F. und römische Novellen" (das. 1881), endlich als 14.-18. Sammlung: "Troubadournovellen" (das. 1882), "Unvergeßbare Worte und andre Novellen" (das. 1883), "Buch der Freundschaft" (das. 1883, neue Folge 1884), "Himmlische und irdische Liebe" etc. (das. 1886) und "Der Roman der Stiftsdame" (das. 1886) erscheinen ließ. Daneben erschienen einzeln: "Das Glück von Rothenburg" (Augsb. 1883) und "Siechentrost" (das. 1883). Durch Anmut des Vortrags und warme Lebendigkeit des Details ausgezeichnet, sind diese Novellen dem poetischen Gehalt, der Gestaltungskraft nach ziemlich ungleich, viele darunter, wie: "L'Arabbiata", "Die Einsamen", "Das Mädchen von Treppi", "Im Grafenschloß", "Der Weinhüter von Meran", "Andrea Delfin", kleine Meisterstücke. Eine bemerkenswerte Entwickelung des Dichters liegt darin, daß die spätern Novellen auch herbern Konflikten und einem düstern Lebenshintergrund nicht mehr ausweichen. In den epischen Dichtungen: "Die Braut von Cypern" (Stuttg. 1856) und "Thekla" (das. 1858, 2. Aufl. 1863) und "Syritha" (Berl. 1867) bewährte er wie in den Novellen die eigentümlichen Vorzüge seines Talents. Als Dramatiker durchlief er eine eigentümliche Entwickelung. Die Tragödie "Meleager" (Berl. 1854), die Preistragödie "Die Sabinerinnen" (das. 1859, 3. Aufl. 1879, und "Ludwig der Bayer" (1862) trugen noch ziemlich akademisches Gepräge. Mit den Schauspielen: "Elisabeth Charlotte" (1864), "Maria Moroni" (1865), "Die Pfälzer in Irland" u. a. zog er sich den nicht unbegründeten Vorwurf zu, der Tagesrichtung der Bühne auf Kosten der Poesie allzu große Konzessionen gemacht zu haben. Die Tragödien: "Hadrian" (1865), "Graf Königsmark" (1876), "Elfriede" (1877), "Alcibiades" (1883), "Don Juans Ende" (1883), "Die Hochzeit auf dem Aventin" (1886), die Schauspiele: "Hans Lange" (1866), "Kolberg" (1868), "Die Göttin der Vernunft" (1870), "Ehre um Ehre" (1875), "Die Weiber von Schorndorf" (1881), "Das Recht des Stärkern" (1883), "Getrennte Welten" (1886) widerlegten diesen Vorwurf und behaupteten sich zum Teil gleichwohl besser auf den Brettern als die frühern dramatischen Versuche Heyses. Alle seine dramatischen Erfolge aber ließ der Dichter hinter sich, als er mit seinem ersten größern Roman: "Die Kinder der Welt" (Berl. 1873; 7. Aufl. 1880, 3 Bde.), hervortrat. Derselbe erregte gewaltiges Aufsehen; seine Tendenz wie seine künstlerische Anlage fanden begeisterte Zustimmung wie heftigen Widerspruch, gleichwohl konnte von keiner Seite her die geistige Bedeutung und der poetische Gehalt des Ganzen in Frage gestellt werden. Ein zweiter großer Roman: "Im Paradiese" (Berl. 1875, 3 Bde.; 5. Aufl. 1880), gleichfalls aus der modernen Welt, namentlich Künstlerwelt, in einzelnen Episoden und Figuren von höchster Meisterschaft zeugend, veranlaßte wiederum heftige Proteste gegen die ihm zu Grunde liegende Lebensanschauung und den vermeintlichen Eudämonismus. Weitere Veröffentlichungen von H. sind: "Jungbrunnen" (Berl. 1875); "Die Madonna im Ölwald", Novelle in Versen (das. 1879); "Der Salamander. Ein Tagebuch in Terzinen" (das. 1879); "Spruchbüchlein" (das. 1885). Außerdem erschienen von ihm treffliche poetische Übertragungen, wie: "Spanisches Liederbuch" (mit Em. Geibel, 2. Aufl., Berl. 1852); "Italienisches Liederbuch" (das. 1860); "Die glücklichen Bettler, morgenländisches Märchen nach Gozzi" (das. 1867); "Die Gedichte des Giuseppe Giusti" (das. 1875); "Giacomo Leopardi" (Gedichte und Gespräche, das. 1874, 2 Bde.); auch in die von Bodenstedt geleitete deutsche Shakespeare-Ausgabe lieferte er mehrere Stücke. Mit Herm. Kurz gab er den "Deutschen Novellenschatz" (Münch. 1870-76, 24 Bde.) und den "Novellenschatz des Auslandes" (das. 1872 ff., 14 Bde.), mit Laistner den "Neuen deutschen Novellenschatz" (das. 1884 ff.), außerdem das "Neue Münchener Dichterbuch" (Stuttg. 1882) heraus. 1884 erhielt H. für seine dramatischen Schöpfungen vom deutschen Kaiser den großen Schillerpreis. Seine "Gesammelten Werke" (Berl. 1871-86, bis jetzt 21 Bde.) zeigen den Reichtum und die Anmut seines Talents im besten Licht.

Heywood (spr. hehwúdd), Fabrikstadt in Lancashire (England), 3 km von Rochdale, hat Baumwollspinnerei und (1881) 22,979 Einw.

Hezareh, s. v. w. Hazara, s. Aimak.

Hfgg., auch Hffmsg., oder Hgg., bei botan. Namen Abkürzung für J. C. v. Hoffmannsegg, geb. 1766 zu Dresden, bereiste Portugal, starb 1849 in Dresden. Flora von Portugal (mit Link, 1809-33).

Hg, in der Chemie Zeichen für Quecksilber (Hydrargyrum).

Hiakin, japan. Gewicht, s. v. w. Pikul (s. d.).

Hiárbas (Iarbas), sagenhafter König eines Volkes in Libyen, während dessen Herrschaft Dido in das