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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Hinckley; Hincks; Hind; Hindbeere; Hindeloopen; Hindenburg; Hindernismittel; Hindersin; Hindi

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Hinckley - Hindi.

1834 Regierungsrat in Arnsberg, 1842 Oberregierungsrat in Merseburg und 14. Nov. 1848 Polizeipräsident zu Berlin. Die Residenz verdankte ihm manche Verbesserungen im Polizei- und Armenwesen, die Einrichtung von Speiseanstalten, die neue Feuerwehr, die Herstellung von Bade- und Waschanstalten, mehrere sanitätspolizeiliche Baugesetze, die Gesindeherbergen und andre gemeinnützige Institute. Im J. 1853 ward er Generalpolizeidirektor und 1855 als Geheimer Oberregierungsrat Dirigent der Abteilung für Polizei im Ministerium des Innern. Der herrschenden Partei machte er sich beliebt durch sein schroffes Einschreiten gegen die Liberalen. Als er aber in seinem rücksichtslosen Eifer für polizeiliche Ordnung sich auch gegen die "Kreuzzeitung" Beschlagnahmen erlaubte, ja sogar einen adligen Spielklub schließen ließ, kam er mit einem Mitglied desselben, einem Herrn v. Rochow-Plessow, in Konflikt und wurde von diesem im Duell in der Jungfernheide 10. März 1856 erschossen.

Hinckley (spr. -lä), Stadt in Leicestershire (England), 19 km südwestlich von Leicester, mit Strumpfweberei und (1881) 7673 Einw.

Hincks, Edward, Assyriolog, geb. 19. Aug. 1792 zu Cork in Irland, studierte 1807-11 am Trinity College zu Dublin und wurde 1825 zum Rektor zu Killyleagh in der Grafschaft Down ernannt, in welcher Stellung er 3. Dez. 1866 starb. Anfangs dem Studium der Hieroglyphen ergeben, wurde H. durch die Entdeckung von Ninive zur Entzifferung der assyrischen Keilschriften angeregt und hat auf diesem Gebiet seit 1846 in wahrhaft bahnbrechender Weise gewirkt. Er war es, der zuerst den syllabaren Charakter der assyrischen Schrift erkannte, der die Namen Sanheribs und Nebukadnezars sowie viele nicht assyrische Eigennamen entzifferte und eine Menge von Worten und Phrasen erklärte. Seine Abhandlungen, die sich auch mit historischen und archäologischen Fragen beschäftigen, sind zumeist in den "Transactions of the Royal Irish Academy" niedergelegt.

Hind, die leidenschaftliche Frau Abu Sofiâns, des Feindes Mohammeds, zog 625 mit dem Heer der Koreischiten in den Kampf, feuerte sie zu dem Sieg von Ohod an und befriedigte an den Leichen der Gefallenen ihre schreckliche Grausamkeit. Nach des Propheten Einzug in Mekka 630 bekehrte sie sich zum Islam. Muawija, der erste Kalif aus dem Haus der Omejjaden, war ihr Sohn.

Hind (spr. heind), John Russell, Astronom, geb. 12. Mai 1823 zu Nottingham, trat 1840 als Assistent in die magnetisch-meteorologische Abteilung der Sternwarte zu Greenwich, widmete sich hier der Astronomie und ward 1844 Observator an Bishops Privatsternwarte im Regent's Park zu London. Er entdeckte zehn kleine Planeten, eine Menge veränderlicher Sterne und mehrere Kometen und entwarf auch sehr sorgfältige und umfassende Karten des Himmels zu beiden Seiten der Ekliptik. Außerdem schrieb er noch: "The solar system" (Lond. 1846); "On the expected return of the great comet of 1264 and 1656" (das. 1848); "Astronomical vocabulary" (das. 1852); "Introduction to astronomy" (3. Aufl., das. 1871). Seit 1853 ist er mit der Durchsicht des "Nautical Almanac" beauftragt.

Hindbeere, s. Rubus.

Hindeloopen (Hinlopen), Städtchen in der niederländ. Provinz Friesland, an dem Zuidersee, mit (1883) 1098 Einw., welche Fischerei und Schiffahrt treiben und in Tracht und Sprache manche Eigentümlichkeiten bewahrt haben.

Hindenburg, Karl Friedrich, Mathematiker, geb. 13. Juli 1741 zu Dresden, studierte seit 1757 in Leipzig Medizin, beschäftigte sich aber vorzugsweise mit Physik, Mathematik und Philosophie, habilitierte sich 1771 in Leipzig, ward 1781 außerordentlicher Professor der Philosophie, 1786 ordentlicher Professor der Physik und starb daselbst 17. März 1808. Er schrieb: "Magazin für reine und angewandte Mathematik" (Leipz. 1786-89); "Archiv der reinen und angewandten Mathematik" (das. 1794-99); "Kombinatorisch-analytische Abhandlungen" (das. 1800). H. ist der eigentliche Begründer der "kombinatorischen Analysis", einer Disziplin, die bei seinen Zeitgenossen hohen Anklang fand und auch heute noch eine gewisse Bedeutung behauptet.

Hindernismittel, im Befestigungswesen, sollen dem Gegner die Annäherung an eine Befestigung erschweren. Man unterscheidet natürliche H. (fließende oder stehende Gewässer, Moräste, nasse Wiesen, steile Abhänge etc.) und künstliche (Gräben, Wolfsgruben, Palissaden, Sturmpfähle, spanische Reiter, Verhaue, Verpfählungen, Fußangeln, Drahtgeflechte, Flatter- und Steinminen etc.). Alle H. müssen im wirksamen Feuerbereich des Verteidigers liegen, dieses also nicht maskieren, vielmehr dadurch, daß sie dem Feind keine Deckung gewähren, ihr Beseitigen wenn nicht unmöglich machen, doch sehr erschweren und ihn zu einer langsamen Durchschreitung im wirksamsten Feuer des Verteidigers zwingen. Damit der Feind die H. nicht schon aus der Ferne durch Geschützfeuer zerstört oder sie umgeht, dürfen sie ihm nicht weithin sichtbar sein.

Hindersin, Gustav Eduard von, preuß. General der Artillerie, geb. 18. Juli 1804 zu Wernigerode, trat im Herbst 1820 in die 3. Artilleriebrigade, ward 1825 Offizier, kam 1837 zur Kriegsakademie, 1841 als Premierleutnant in den Generalstab, 1843 ward er Hauptmann, 1846 Major und Dirigent der topographischen Abteilung des Generalstabs. 1849 in Baden dem Kommandeur der Reichsarmee, General v. Peucker, als Generalstabsoffizier zugeteilt, wurde er vor Beginn des Gefechts von Ladenburg auf dem hohen Kirchturm dieses Ortes von Insurgenten gefangen genommen. Erst durch die Kapitulation der Festung Rastatt wurde er befreit. Im J. 1850 ward H. Chef des Generalstabs des 6. Korps, 1854 Kommandeur der 2. Artilleriebrigade, 1858 Inspekteur erst der 3., dann der 2. Artillerie-Inspektion, dann Generalinspekteur der Artillerie. Er leitete in den letzten Tagen vor dem Sturm den artilleristischen Angriff auf die Düppeler Schanzen und wurde nach dem 18. April 1864 in den Adelstand erhoben. 1867 ward er General der Infanterie, 1868 Mitglied der Landesverteidigungskommission, 1869 Chef des pommerschen Feldartillerieregiments Nr. 2.; 1870/71 war H. als Kommandeur der Artillerie im großen Hauptquartier des Königs. Er starb 25. Jan. 1872 in Berlin.

Hindi (türk.), Derwische aus Indien und Afghanistan, welche sich gruppenweise bettelnd in Konstantinopel und in andern Städten der Türkei herumtreiben und, nachdem sie zum Grab Mohammeds gepilgert, nun die Ruhestätten andrer Heiligen besuchen.

Hindi (in seiner ältesten Form Hindui, in seiner wichtigsten Nebenform Hindostani oder Urdu, d. h. Lagersprache, genannt, weil es in den Armeen der mohammedanischen Mogulkaiser zur Ausbildung gelangte), die verbreitetste der lebenden Sprachen des indobritischen Reichs, von etwa 100 Mill. Menschen gesprochen. Sie herrscht in dem größten Teil von