Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

646

Hohlwurz - Hojeda.

mit Baumwachs oder Lehm, eventuell nach Ausfüllung des Hohlraums mit Steinen.

Hohlwurz, s. v. w. Corydalis.

Hohlzahn, Pflanze, s. Galeopsis.

Hohlziegel, s. Mauersteine.

Hohlzirkel, s. Zirkel.

Höhn, Georg, Landschaftsmaler, geb. 1. Juli 1812 zu Neustrelitz in Mecklenburg, besuchte von 1828 bis 1831 die Akademie zu Berlin und trat dann in das Atelier des Professors Blechen. 1838 erschien sein erstes Bild: ein Klosterhof, auf der Berliner Kunstausstellung und wurde von Friedrich Wilhelm III. angekauft. Seit 1837 lebte H. in Dessau, wo er 20. Jan. 1879 starb. Er malte vorzugsweise Eichenlandschaften der dortigen Gegend und staffierte sie mit Figuren oder mit Hochwild, wofür er als erfahrener Jäger eine feine Beobachtungsgabe zeigte. Seine Bilder sind meist von kleinerm Format. Einige größere Landschaften, Veduten aus der Umgegend Dessaus, malte er im Auftrag des dortigen Hofs. Ein winterlicher Eichenforst bei Dessau befindet sich in der Berliner Nationalgalerie.

Hohnstein, 1) (Hohenstein) ehemalige Grafschaft in Nordthüringen, welche, etwa 660 qkm (12 QM.) groß, das Gebiet im S. des Harzes zwischen der Helme, Unstrut und Leine umfaßte und einst zum großen Teil den deutschen Königen aus dem sächsischen Haus zugehörte. Die Grafen von H. stammten von einem Neffen des thüringischen Landgrafen Ludwig des Springers, Konrad von Sangerhausen, ab, der das im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Schloß H. bei Neustadt (in dem hannöverschen Regierungsbezirk Hildesheim) erbaute, während sein Sohn Elger I. das Schloß Ilburg und sein Enkel Elger II. das Kloster Ilfeld gründete. Während von seinem jüngsten Sohn, Heinrich, die Grafen von Stolberg (s. d.) abstammen, verblieb den Nachkommen des ältesten, Dietrich II., die Grafschaft H. Diese wurde bald durch Sondershausen, das 1356 an Schwarzburg fiel, durch die Grafschaft Klettenberg, die Herrschaft Lohra, die Grafschaft Lutterberg vermehrt. 1289 teilte sich das Geschlecht in die Linien Sondershausen, die 1356 erlosch, und Klettenberg; von letzterer zweigten sich im 14. Jahrh. die Linien Kelbra und Heringen ab, von denen die letzte 1417 ausstarb, nachdem sie ihre Besitzungen an Stolberg verkauft hatte. Die Linie Kelbra teilte sich 1455 in die Zweige Heldrungen und Vierraden (Schwedt), die bis 1609 gleichfalls erloschen. Schon 1593 war die Linie H.-Klettenberg ausgestorben. Es brachen nun über die Erbschaft zwischen den Herzögen von Braunschweig-Wolfenbüttel, den Grafen von Stolberg und Schwarzburg und dem Bischof von Halberstadt Streitigkeiten aus, die erst im Westfälischen Frieden geschlichtet wurden. Gegenwärtig ist der größte Teil des Gebiets preußisch, seit 1866 auch die sogen. alte Grafschaft mit dem Stift Ilfeld und den Herrschaften Lutterberg und Scharzfels, die bis dahin hannöversch waren, während das Stift Walkenried zu Braunschweig gehört. Vgl. K. Meyer, Chronik der Grafschaft H. etc. (Nordhaus. 1875). - 2) Stadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Dresden, Amtshauptmannschaft Pirna, an der Polenz, in der Sächsischen Schweiz, hat ein teilweise in Trümmern liegendes Schloß (jetzt Korrektionsanstalt), Zahnstocher- und Korkfabrikation und (1885) 1309 evang. Einwohner. Seiner geschützten und gesunden Lage halber wird H. häufig als Sommerfrische besucht.

Höhr, Flecken im preuß. Regierungsbezirk Wiesbaden, Unterwesterwaldkreis, im sogen. Kannenbäckerland (s. d.) und an der Linie Grenzau-H.-Grenzhausen der Preußischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht, eine Real- und eine keramische Fachschule, bedeutende Thonwaren- und Thonwarenkunstindustrie (Produktion 1884 für 721,000 Mk.), Großhandlungen in Steingut, Apothekerutensilien und Korken, Glas- und Porzellanmalereien, Zinngießereien für Deckelbeschlag altdeutscher Gefäße und (1885) 2498 kath. Einwohner.

Hohrohnen, die voralpine Grenzmarke der schweizer. Kantone Zürich, Schwyz und Zug, im Dreiländerstein 1190 m hoch, ein zwischen Sihl- und Lorzegebiet sich erhebender Bergstock von 1232 m Höhe. Auf der westlichen Flanke erhebt sich (zu 1141 m) der aussichtsreiche Gottschalkenberg mit Kurhaus. Am Fuß des Bergrückens und am Hüttensee liegt der Molkenkurort Hütten (740 m) und weiter aufwärts an der Sihl der Paß der Schindellegi (s. d.).

Höhscheid, Stadtgemeinde im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreis Solingen, aus 111 einzelnen, mit besondern Namen versehenen, auf einer 2086 Hektar großen Fläche zerstreut liegenden Ortschaften bestehend, deren aus 12 Straßen bestehender Zentralpunkt den Namen H. führt, hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, Messer- und Scherenschlägerei, Maillon-, Maschinen-, Korsettschließer- und Metallbügelfabrikation, 4 Eisengießereien, ein Hammerwerk für Waffenschmiede, 36 Schleifmühlen, eine Bleierzgrube und (1885) 11,631 meist evang. Einwohner.

Hohwald, Dorf im deutschen Bezirk Unterelsaß, Kreis Schlettstadt, in reizender Lage in den Vogesen, ein beliebter Sommeraufenthaltsort mit Badeanstalt, hat eine evangelische und kath. Kirche und (1885) 660 Einw. Dabei prächtige Waldungen und das Hochfeld (1095 m), franz. Champs du fé (fé = Vieh).

Hoibreghia, s. Staphylea.

Hoike (Heuke, franz. Heuque, Huque), deutsche Benennung eines kurzen, glockenförmigen Mantels, welcher in Deutschland vom Anfang des 14. Jahrh. an bei den Männern, seltener bei den Frauen im Gebrauch war. (S. die Abbildung, welche einen burgundischen Fürsten aus dem Anfang des 15. Jahrh. in der H. mit gezattelten Säumen darstellt.) Gegen das Ende des 14. Jahrh. wurde die H. verlängert und vom Hals herab bis zum Ellbogen zugeknöpft, gegen das Ende des 16. Jahrh. mit einer Kapuze versehen, die durch Einlegen von Fischbein oder Pappe über der Stirn zu einer krummen, hornartigen Spitze verlängert war, daher Tipheuke genannt. In Niedersachsen blieb eine lange H. bei den Frauen der niedern Stände noch bis ins 18. Jahrh. als schwarzer Regenmantel im Gebrauch.

^[Abb.: Burgundischer Fürst in der Hoike.]

Hojeda (Ojeda), Alonso de, span. Entdecker, geb. 1471 in Andalusien, Vasall der Herzöge von Medina Celi, zeichnete sich schon früh in den Kämpfen