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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: ICtus; Id.; Ida; Idaho; Idaho City; Idäische Daktylen; Idalion; Idar; Idarwald; Idas

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ICtus - Idas.

ICtus oder I.Ctus (lat.), Abkürzung für jure oder juris consultus, Rechtskundiger, Rechtsgelehrter.

Id., Abkürzung für Idaho (Staat).

Ida, 1) Gebirge in der Landschaft Troas, nördlich vom Golf von Edremid (Sinus Adramyttenus), 1753 m hoch (jetzt Kaz Dagh). Von demselben fließt nach NW. der Skamander hinab, im N. entspringt der Granikos. Die zwischen dem I. und dem Meer liegende Ebene ist der Schauplatz vieler griechischer Mythen. Hier entschied Paris den Streit zwischen Aphrodite, Hera und Athene; von hier wurde Ganymed zum Zeus entführt. - 2) Gebirge im Innern der Insel Kreta, 2456 m hoch (jetzt Psiloriti). In den Höhlen des I. ward Zeus von den Nymphen aufgezogen.

Idaho (spr. eidaho), abgekürzt Id., ein Territorium der Vereinigten Staaten von Nordamerika, westlich von den Felsengebirgen gelegen, 219,623 qkm (3989 QM.), grenzt, in ziemlich dreieckiger Gestalt, mit der Nordspitze an Britisch-Columbia, im W. an die Staaten Washington und Oregon, im S. an Nevada und Utah, im O. an Wyoming und Montana und liegt vollständig im Gebiet des Columbiastroms, dem die sämtlichen Flüsse des Landes zuströmen. Unter ihnen ist der bedeutendste der Snake River (s. d.), der jenseit der Grenze des Staats, im sogen. Yellowstone National Park (s. d.), entspringt und als Lewis Fork in den Staat Washington übertritt. Im nördlichen Teil des Gebiets liegen zahlreiche Seen, unter welchen der Pend d'Oreille der bedeutendste ist; er wird vom Clark Fork durchflossen. Der nördliche, Tacoma genannte Teil des Gebiets ist rauhes Bergland, nur an den Ufern der Seen mit fruchtbarem Boden. Die mittlere Region ist teils Prärie, teils bewaldetes Bergland, von fruchtbaren Thälern durchzogen. Reichliche Ernten sind hier nur durch künstliche Bewässerung zu erzielen. Im südlichen Teil (Owyhee) des Staats hingegen herrschen kahle Hochflächen vor. Das Klima ist je nach örtlichen Verhältnissen verschieden. Reich ist J. in seiner gesamten Ausdehnung an Gold und Silber; im SO. werden auch Steinkohlen gefunden, was für die nahe vorbeiführende Pacific-Eisenbahn von hoher Wichtigkeit ist. Desgleichen hat man Platin, viel Kupfer und Eisen und an den Soda Springs des Bärenflusses reichliches Quellsalz gefunden. Die Bevölkerung betrug 1870: 20,583, 1880: 36,630 Seelen, darunter 3379 Chinesen, 53 Farbige und 4073 Indianer, letztere namentlich den Stämmen der Skirrydika, Shoshone (Schlangenindianer) und Nez Percé (Saptin) angehörig, die mit den weißen Eindringlingen schon manchen Kampf bestanden haben. Angebaut wird vornehmlich Weizen. Bergbau und Viehzucht bilden die Haupterwerbszweige. Das erste Gold wurde 1861 am Salmon River entdeckt und lockte Tausende von Goldsuchern an, von welchen indes viele enttäuscht das Land bald wieder verließen. Bis 1885 hatte I. bereits Gold im Wert von 27 Mill. Doll. und Silber im Wert von 13½ Mill. Doll. geliefert. 1884 war der Ertrag 1,250,000 Doll. Gold, 2,720,000 Doll. Silber und außerdem 20,000 Ton. Steinkohlen. Die Nordpacificbahn durchschneidet das Territorium (Eisenbahnen 1885: 1284 km). Das Gebiet besitzt die in den Vereinigten Staaten übliche Territorialverfassung. Die Revenue belief sich 1884/85 auf 79,864, die Territorialschuld 1885 auf 169,269 Doll. Hauptstadt ist Boisé City. - I. wurde 3. März 1863 als Territorium organisiert und umfaßte ursprünglich alles Land zwischen dem 41. und 49. Breitengrad; doch wurden durch Kongreßbeschlüsse 1864 und 1865 bedeutende Teile zu Dakota geschlagen und außerdem die Territorien Montana und Wyoming von I. abgeschieden, wodurch dieses auf den gegenwärtigen Umfang beschränkt ward. Im J. 1884 war beantragt, den nördlichen Teil des Gebiets als besonderes Territorium Tacoma zu konstituieren.

Idaho City (spr. eidaho ssitti, früher Bannack), Stadt im nordamerikan. Territorium Idaho, 57 km nordöstlich von der Hauptstadt Boisé City, mit Goldgruben und (1880) 889 Einw.

Idäische Daktylen (Idaei Dactyli), in der griech. Mythologie dämonenartige Gestalten, denen die Auffindung und erste Bearbeitung des Eisens und Kupfers zugeschrieben wird. Als ihre Heimat galt das Idagebirge in Phrygien, wo sie im Dienste der Großen Mutter (Rhea-Kybele) standen und infolgedessen mit den Kureten und Korybanten zusammengestellt wie auch mit den samothrakischen Kabiren und mit den Telchinen vermengt wurden. Auch auf den Ida von Kreta wurden sie versetzt. Der Name Daktylen ("Finger") wird verschieden erklärt; am wahrscheinlichsten bezieht er sich auf die Kunstfertigkeit dieser metallurgischen Geister des Waldgebirges. Der phrygischen Daktylen werden drei genannt: Kelmis (angeblich "Schmelzer"), Damnameneus ("Hammer") und Akmon ("Amboß"); in Kreta waren es fünf oder zehn oder hundert. Daß die Daktylen zugleich für Zauberer und geheimer Naturkräfte kundig galten, erklärt sich leicht; auch hielt man sie für Erfinder von allerlei nützlichen Künsten, z. B. des musikalischen Klanges und des Taktes, wozu die Kunst der Schmiede von selbst Anleitung gab.

Idalion, im Altertum Stadt im Innern der Insel Cypern, mit einem Tempel der Aphrodite, der man davon den Beinamen Idalia beilegte. Jetzt Dali, 24 km nordöstlich von Larnaka, berühmt als Fundort zahlreicher Altertümer.

Idar, Stadt im oldenburg. Fürstentum Birkenfeld, am Idarbach und Hunsrück, hat eine Realschule, großartige Achatindustrie (Schleiferei, Schneiderei, namentlich von Gemmen und Kameen, Bohrerei etc. [s. Achat]), Bijouteriewarenfabrikation und (1885) 3948 meist evang. Einwohner. Vgl. Nöggerath, Die Achatindustrie im oldenburgischen Fürstentum Birkenfeld (Berl. 1877).

Idarwald, s. Hunsrück.

Idas, griech. Heros aus Arene in Messenien, Sohn des Königs Aphareus und Bruder des scharfsichtigen Lynkeus, ein wilder und tapferer Held, entführte die schöne Marpessa, die Tochter des akarnanischen Flußgottes Euenos, um die auch Apollon warb, auf einem ihm von Poseidon geschenkten geflügelten Wagen. Als Apollon die Fliehenden in Messene erreicht, spannt I., der stärkste der damaligen Männer, den Bogen auf den Gott. Zeus schlägt sich ins Mittel und überläßt die Wahl zwischen den Freiern der Jungfrau, welche sich für I. entscheidet, da sie die Untreue Apollons fürchtet. Seitdem ist sie dem Gott verhaßt; sie selbst und ihre Tochter Alkyone, Meleagers Gattin, sterben früh dahin. I. und sein Bruder Lynkeus, der bis in den Schoß der Erde zu blicken vermag, nehmen teil an der kalydonischen Jagd und am Argonautenzug. Am berühmtesten ist der Kampf beider Helden mit den Dioskuren (s. d.), mit denen die Brüder aufgewachsen waren. Bei der Teilung einer gemeinsam erbeuteten Herde (nach andrer Sage wegen der Entführung der ihnen verlobten Leukippiden, Hilaeira und Phöbe, durch die Dioskuren) kam es unter ihnen zum Streit. Die Dioskuren lauern den Brüdern in einer hohlen Eiche auf; doch Lynkeus'