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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Injunktion - Inkasso.

nachdem ihm endlich der Ausweg ins Freie verschlossen ist, mit solcher Geschwindigkeit gegen das durch den Kesseldruck verschlossen gehaltene Speiseventil O getrieben, daß letzteres sich öffnet und dem Wasser den Eintritt in den Kessel gestattet. Die nacheinander erfolgende Öffnung der Ventile V und V¹ wird zugleich mit der allmählichen Verschließung des Hahns E durch die langsame Bewegung eines außen an der Achse angebrachten (in der Figur fortgelassenen) Hebels erzielt, welcher durch die Achse A, den exzentrischen Zapfen B und das Stück CC¹ auf die Ventile und durch eine (gleichfalls fortgelassene) Stange auf den Hahn E wirkt. Da, wo das Speisewasser dem I. mit Gefälle zufließt (wie z. B. aus den Tendern der Lokomotiven), ist für beide Injektoren des Apparats nur ein gemeinsames Dampfventil erforderlich. Körting liefert dem entsprechend zwei Arten von Universalinjektoren unter den Namen saugende (mit getrennten Ventilen) und nicht saugende (mit gemeinsamem Ventil) Universalinjektoren. Vgl. Heusinger von Waldegg, Handbuch für spezielle Eisenbahntechnik, Bd. 3 (Leipz. 1875), Zeuner, Grundzüge der mechanischen Wärmetheorie (2. Aufl., das. 1877); Weißbach-Herrmann, Ingenieur- und Maschinenmechanik, 3. Teil, 2. Abt. (2. Aufl., Braunschw. 1880).

^[Abb.: Fig. 2. Körtingscher Universalinjektor.]

Injunktion (lat.), Befehl, Auftrag, wodurch einem etwas injungiert, d. h. eingeschärft, zur Pflicht gemacht, wird.

Injuriarum belangen, jemand wegen Beleidigung verklagen.

Injurie (lat.), s. Beleidigung.

In jus rapére (in jus vocare, lat.), bei den Römern die Aufforderung des Klägers an den Beklagten, vor dem Prätor zu erscheinen, um einen Rechtsstreit anhängig zu machen.

Inka, der herrschende Stamm in Peru zur Zeit der Eroberung dieses Reichs durch die Spanier, welcher seine Sprache, von den alten Schriftstellern lengua general oder lengua cortesana (Hofsprache) genannt, auf sämtliche ihm untergebene Stämme übertrug; später hieß dieselbe Quichuasprache. Wahrscheinlich waren die I. (wofür ihre strenge Absonderung vom übrigen Volk spricht) ein fremdes Eroberervolk, welches um 949, nach andern um 1021 oder 1100 unter der Führung des Manco Capac, eines "Sohns der Sonne", die einzelnen Stämme zu einem Staat auf theokratischer Grundlage vereinigte. Unter seinen zwölf Nachfolgern vergrößerte sich dies Reich in friedlicher Weise (nur ein I. machte kriegerische Eroberungen) so sehr, daß es endlich von Quito bis Chile reichte. Diese Herrscher, welche in ihrer Person die höchste weltliche mit der höchsten geistlichen Macht vereinigten, regierten ihr lenksames, in mehrere Kasten geteiltes Volk mit ebensoviel Milde wie Klugheit. Jeder Unterdrückung der Niedern war weise vorgebeugt. Für den Kultus (nur eine Religion wurde geduldet, welche Menschenopfer verwarf), für die Wehrhaftigkeit des Reichs nach außen, für öffentliche Bedürfnisse war gut gesorgt. Der Ackerbau blühte ebensowohl wie das Handwerk, obschon es an eisernen Werkzeugen fehlte; dagegen war jeder Verkehr mit den Nachbarvölkern streng verboten, Handel konnte daher nur im Innern des Reichs stattfinden. Von hoher kultureller Entwickelung sprechen die Trümmer gewaltiger Vorratshäuser und Tempel (vgl. Amerikanische Altertümer) sowie die große Inkastraße, welche sich über den Kamm der Andes durch fast 20 Breitengrade hinzog und noch heute benutzt wird. Unter Huayna Capac, der 1475-1525 regierte, erreichte der Staat den Gipfel seiner Macht, sein Nachfolger aber, Atahualpa, verlor 1533 Reich und Leben, als die spanischen Eroberer erschienen und mit ihnen Elend und Verwilderung über Land und Volk hereinbrachen. Die I. selber starben aus, doch führen einige peruanische Familien heute noch ihren Stammbaum auf sie zurück. Die ausführlichsten, wenn auch nicht zuverlässigsten Nachrichten verdanken wir den spanischen Eroberern, von denen einer, Garcilaso de la Vega, mütterlicherseits von dem letzten I. abstammte. Weiteres s. Peru. Vgl. Prescott, Geschichte der Eroberung von Peru (deutsch, Leipz. 1848, 2 Bde.); Wiener, Essai sur les institutions politiques, religieuses etc. de l'empire des Incas (Par. 1874); Brehm, Das Inkareich (Jena 1885).

Inkameration (mittellat.), die Einziehung von Gütern für den Fiskus, das Zuziehen eines Vermögensstücks zum Kammergut oder zur Domäne; im Lehnrecht s. v. w. Konsolidation (s. Lehnswesen).

Inkamminieren (ital.), auf den rechten Weg, in Gang bringen; einleiten, einfädeln.

Inkandeszénz (lat.), das Weißglühen; Inkandeszenzlampen, s. v. w. Glühlampen, s. Elektrisches Licht.

Inkantation (lat.), Beschwörung, Bezauberung.

Inkapabel (lat.), unfähig, untüchtig.

Inkapazität (lat.), Unfähigkeit, Untauglichkeit.

Inkardination (mittellat), Übergabe einer Kirche zur Verwaltung an einen fremden Geistlichen; daher stehen die Clerici incardinati im Gegensatz zu den einheimischen.

Inkarnadin (franz.), blaßrot.

Inkarnat (ital.), hoch rosenrot, fleischrot; in der Malerei Bezeichnung für Fleischfarbe, für die Tönung des Fleisches in verschiedenen Nüancen. So spricht man von hellem und dunklem I. S. auch Karnation.

Inkarnation (neulat., "Einfleischung"), Fleischwerdung, Verkörperung (s. Menschwerdung); in der Malerei s. v. w. Fleischgebung (s. Karnation). Inkarnieren, einfleischen, Fleisch werden; Fleischfarbe annehmen.

Inkartaden (franz.), s. Incartade.

Inkartieren, im Postwesen, s. Kartieren.

Inkarzeration (lat.), Einkerkerung; in der Medizin s. v. w. Einklemmung (s. d.).

Inkasso (ital.), Einkassierung, die Einziehung von barem Geld für Forderungen, insbesondere auf fällige Wechsel etc. Im Bankwesen erlangt das Inkassogeschäft eine große Bedeutung, wenn die Bank über ein ausgedehntes Netz von Filialen verfügt. Als Gebühr für die Inkassokommission wird eine nach der