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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Isolator - Isomerie.

Außerdem brachte ihm sein Verrat an Wallenstein, der ihn mit Wohlthaten überhäuft hatte, auch den Grafentitel ein. Der Krieg führte ihn nach der Schlacht bei Nördlingen nach Burgund, 1637 nach Hessen, 1638 nach Pommern, 1639 an den Oberrhein gegen den Herzog von Weimar und Guébriant. Er starb 1640 in Wien.

Isolator (lat.), s. Isolieren.

Isolepis R. Br., Gattung aus der Familie der Cyperaceen, Riedgräser mit meist vielblütigen Ähren, dachziegeligen, gleichartigen Schuppen und meist dreieckigen Nüßchen. Von den sehr zahlreichen Arten werden I. gracilis Nees aus Ostindien, mit hängenden, dreikantig zusammengedrückten Halmen und gehäuften Ährchen, sowie I. pygmaea Knth. in Südeuropa und Südamerika, mit ebenfalls hängenden Halmen und einzelnen Ährchen, bei uns in Töpfen kultiviert und zur Dekoration von Blumentischen benutzt. Sie wachsen sehr willig, wenn man für gleichmäßig starke Bewässerung (am besten durch mit Wasser gefüllte Untersetzer) sorgt.

Isolieren (franz., v. ital. isola, "Insel"), vereinzeln, vereinsamen, streng absondern; besonders in der Physik: die unmittelbare Verbindung mit Elektrizitätsleitern (durch schlechte Leiter) unterbrechen; Isolator, die Isolierung oder Isolation bewirkender Körper, Nichtleiter (dielektrischer Körper); vgl. Elektrizität, S. 351. - In der Technik heißen Isoliermasse schlechte Wärmeleiter zur Umhüllung von Dampfleitungsröhren.

Isolierende Sprachen, s. Sprache und Sprachwissenschaft.

Isolierhaft, s. Einzelhaft.

Isolierschemel, s. Elektrisiermaschine, S. 529.

Isolierschichten, Trennungsschichten bei Mauerwerk, welche das Aufsteigen von Feuchtigkeit verhindern sollen. Man benutzt Asphalt, Asphalttuch, Dachpappe, Glas-, Zink- oder Bleiplatten, Zementschichten, Zementmauerwerk etc. Sehr vorteilhaft erweisen sich die Isolierungsmauern, welche nicht wie gewöhnliche Mauern völlig massiv sind, sondern aus zwei parallel zu einander errichteten schwächern Mauern bestehen, die nur durch wenige Binder miteinander verbunden sind. Sie schließen einen Luftraum ein, in welchem lebhafte Ventilation herrscht, da man unten und oben durch Metallsiebe verschlossene Öffnungen in der äußern Mauer anbringt.

Isolierteppich, zur Abhaltung von Feuchtigkeit, zur Warm- oder Kühlhaltung sowie zur Dämpfung des Schalles in Gebäuden dienendes Fabrikat, welches von Giesler in Zürich hergestellt wird und aus einer dicken filzartigen Schicht von Wollabfällen besteht, die mit einer Unterlage von starkem Rollenpapier durch Holzzement als Klebmittel verbunden sind. Dieser Teppich soll besonders als Unterlage für Fußböden besserer Art dienen und wird mit der Papierseite nach oben zwischen Blindboden und Parkett verlegt. Er kann auch innen an Mauern und Holzwänden angebracht werden, entweder, um letztere bloß warm und zugfrei zu machen, oder auch, um bei feuchten Wänden für die Tapeten eine trockne Unterlage zu erzielen.

Isolierungssystem, System der Einzelhaft (s. d. und Gefängniswesen, S. 999).

Isomerie (v. griech. isomeres, "aus gleichen Teilen"), die Erscheinung, daß Körper von gleicher prozentischer Zusammensetzung ungleiche Eigenschaften zeigen. Diese Ungleichheit kann entweder eine äußerliche physikalische (kristallinischer oder amorpher Zustand, verschiedene Kristallform, Härte, spezifisches Gewicht, Farbe, Schmelzpunkt etc.), ohne wesentliche Änderung des chemischen Verhaltens, oder eine auch auf die chemischen Eigenschaften (verschiedenes Verhalten gegen Reagenzien, verschiedene Zersetzungsprodukte etc.) sich erstreckende sein. Danach unterscheidet man physikalische und chemische I. und bezeichnet die nur physikalisch isomeren Substanzen auch als Modifikationen. Eine Erklärung der I. bietet die Atomtheorie. Die Atome, aus denen eine chemische Verbindung besteht, können sich bei gleich bleibender Anzahl in verschiedener Art oder ohne Änderung des gegenseitigen Verhältnisses in verschiedener Anzahl zu Molekülen vereinigen, welche offenbar verschiedene chemische Eigenschaften besitzen müssen. Diese chemischen Moleküle können sich weiter in regelmäßiger oder unregelmäßiger Weise, in mehr oder weniger dichter Gruppierung etc. zu sinnlich wahrnehmbaren Massen vereinigen, welche dann die erwähnten physikalischen Verschiedenheiten zeigen werden. Diese letztern sind mithin auch bei den Elementen möglich, und in der That kennt man verschiedene Modifikationen beim Phosphor, Kohlenstoff, Schwefel, Sauerstoff etc., eine Erscheinung, die als Allotropie bezeichnet wird. Chemische I. findet sich hauptsächlich bei den Kohlenstoffverbindungen. Man kennt z. B. fünf Körper, welchen die empirische Formel C4H8O2 ^[C_{4}H_{8}O_{2}] zukommt, die aber in ihren Eigenschaften wesentlich voneinander abweichen. Zwei von diesen Körpern sind Säuren, die übrigen sind zusammengesetzte Äther, und die I. erklärt sich also hier wie in vielen ähnlichen Fällen daraus, daß die Atome in diesen isomeren Körpern verschieden gruppiert sind. Die Gruppierung der Atome läßt sich aus den Zersetzungsprodukten der Körper mehr oder weniger sicher nachweisen, und das Studium derselben bildet gegenwärtig eine der Hauptaufgaben der organischen Chemie. In dem angeführten Beispiel liegen die Verhältnisse einfach, und die Verschiedenheit der Körper mit der empirischen Formel C4H8O2 ^[C_{4}H_{8}O_{2}] ergibt sich aus folgenden rationellen Formeln derselben:

Buttersäure CH3.CH2CH2.COOH ^[CH_{3}.CH_{2}CH_{2}.COOH],

Isobuttersäure CH3.CH CH3.COOH ^[CH_{3}.CH CH_{3}.COOH],

Propionsäuremethyläther CH2.CH2.COOCH3 ^[CH_{2}.CH_{2}.COOCH_{3}],

Essigsäureäthyläther CH3.COOC2H5 ^[CH_{3}.COOC_{2}H_{5}],

Ameisensäurepropyläther HCOOC3H7 ^[HCOOC_{3}H_{7}].

Benzol hat die Formel C6H6 ^[C_{6}H_{6}]. In dieser Atomgruppe kann der Wasserstoff Atom für Atom durch Chlor vertreten werden, und statt des Chlors kann auch die Methylgruppe CH3 ^[CH_{3}] eintreten. So entstehen Methylbenzol C6H5.CH3 ^[C_{6}H_{5}.CH_{3}] u. Dimethylbenzol C6H4(CH3)2 ^[C_{6}H_{4}(CH_{3})_{2}]. Nun kennt man aber drei Dimethylbenzole, und bei diesen beruht die I. offenbar darauf, daß die Atomgruppe CH3 ^[CH_{3}] an verschiedenen Stellen in das Benzolmolekül eintritt. In den Dimethylbenzolen kann ferner Wasserstoff durch Chlor vertreten werden. Es ist aber ein großer Unterschied, ob das Chlor in die Atomgruppe CH4 ^[CH_{4}] oder in eine der Gruppen CH3 ^[CH_{3}] eintritt, und so entstehen sehr zahlreiche Isomerien. Die neuere Chemie sucht zu ergründen, weshalb es nur ein Methylbenzol, aber drei Dimethylbenzole gibt und geben kann, und gewinnt dadurch Einsicht in die Konstitution der Körper. Je nachdem die I. auf verschiedene in den Verbindungen anzunehmende Radikale (wie bei den oben genannten zusammengesetzten Äthern) oder bei gleichem Kohlenstoffkern auf eine verschiedene Gruppierung der Kohlenstoffatome (wie bei der Buttersäure und Isobuttersäure) oder auf eine verschiedene Verteilung der mit letztern verbundenen Elemente zurückzuführen ist, unterscheidet man metamere und strukturisomere Körper; doch