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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Itú; Ituräa; Iturbide; Itys; Itz; Itzehoe; Itzenplitz

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Itú - Itzenplitz.

sodann einige Zeit in München und lebte seitdem dauernd in Düsseldorf, wo er 1. Dez. 1879 starb. I. kultivierte ausschließlich die religiöse Malerei. Seine Zeichnung ist edel und korrekt, seine Farbe hell, klar und von wohlthuender Harmonie. Innige Lieblichkeit des Ausdrucks und eine sorgfältige Behandlung bilden neben der großen Einfachheit in der Anordnung und den Motiven die Hauptvorzüge seiner zahlreichen Gemälde. Auch als Freskomaler hat er sich bewährt. In der Apollinariskirche bei Remagen a. Rh. arbeitete er mit Deger und Karl und Andreas Müller mehrere Jahre hindurch; von seiner Hand stammen die Einzelfiguren des heil. Petrus, des heil. Apollinaris und der vier Evangelisten (1844) sowie einige größere Kompositionen. In der Quirinuskirche zu Neuß führte er ebenfalls zwei Wandgemälde (1864) und in der Schloßkirche zu Pförten fünf Chorbilder aus. Von seinen Ölbildern sind hervorzuheben: Christus am Kreuz mit Maria und Johannes (1845, Altarbild für die katholische Kirche in Königsberg), die Taufe Christi (1849, Altarbild für die Garnisonkirche in Düsseldorf), die heil. Agatha (1851, Altarbild für die katholische Kirche zu Allendorf), ein Altarbild aus fünf Teilen (1851, für den Fürsten Liechtenstein in Wien), die Himmelskönigin und die Himmelfahrt Mariä (1858-61, für die Remigiuskirche in Bonn), vier Altarbilder für die St. Michaelskirche in Breslau (1865-68), die heilige Familie in Ägypten (1868, Nationalgalerie in Berlin) u. a.

Itú, Stadt in der brasil. Provinz São Paulo, an einem Wasserfall des obern Tieté, der unterhalb streckenweise schiffbar ist, hat eine stattliche Kirche, ein Franziskanerkloster, ein Hospital, große Kaffeeplantagen und etwa 5000 Einw., die sich durch geistige Regsamkeit auszeichnen.

Ituräa, Landschaft im NO. von Palästina, der heutige Dschebel Hauran, dessen Bewohner, arabischen Stammes, in mauerlosen Flecken oder beweglichen Zeltdörfern oder auch in den zahlreich vorhandenen Höhlen lebten. Vorübergehend den vordringenden ostjordanischen Israeliten unterliegend, bewahrten sie gleichwohl unter ihren dem Davidschen Haus verschwägerten Königen ihre Unabhängigkeit, teilten aber später die wechselnde Abhängigkeit der benachbarten Stämme, bis sie 107 v. Chr. von dem Hasmonäer Aristobulos und dessen Bruder Antigonos dem politischen Verband des Judentums einverleibt wurden. Die zunehmende Schwäche der Hasmonäischen wie der Seleukidischen Dynastie verhalf ihnen wieder zur Unabhängigkeit, und damals überschritten sie ihre Grenzen und drangen nach Cölesyrien und dem Libanon vor, den phönikischen Handel durch Plünderungszüge störend, bis sie von Pompejus unterworfen wurden. Unter Roms Oberherrschaft bewährten sie sich in dessen Heeren als tüchtige Krieger (besonders Bogenschützen). Augustus überließ die Landschaft Herodes d. Gr.; später (Luk. 3, 1) war sie in der Gewalt des Tetrarchen Philipp. Nach mehrfachem Besitzwechsel wurde sie unter Claudius (50 n. Chr.) mit der Provinz Syrien für immer vereinigt. Manche Gelehrte halten die heutigen Drusen für Nachkommen der Ituräer. S. Karte "Palästina".

Iturbide, Don Augustin de, Kaiser von Mexiko, geb. 27. Sept. 1783 zu Valladolid in Mexiko, führte während des Aufstandes von 1810 auf den Wunsch des Vizekönigs das Kommando über die königlichen Truppen seiner Provinz und zerstreute in kurzem die Aufständischen. 1816 befehligte er im königlichen Heer die Nordarmee und wurde 1821 vom Vizekönig Apodaca zum Befehlshaber des gesamten Heers ernannt, schloß sich aber der aufständischen Partei an, indem er 24. Febr. 1821 den Aufruf von Iguala erließ, eroberte, da der Vizekönig die Forderung, dem Land eine besondere Verfassung zu geben, nicht erfüllte, im September die Hauptstadt und trat an die Spitze der provisorischen Regierungsjunta. Hierauf wurde er 18. Mai 1822 als Agostino I. auf den Kaiserthron erhoben und 21. Juni, nachdem der neuzusammengetretene Kongreß die Kaiserwürde in Iturbides Familie für erblich erklärt hatte, zum Kaiser gekrönt. Aber da er den Parteiungen nicht gewachsen war, überdies die finanziellen Schwierigkeiten nicht überwinden konnte, wurde er schon 19. März 1823 durch eine Militärrevolution genötigt, die Regierung in die Hände des Kongresses zurückzugeben, welcher ihm und seiner Familie einen Jahrgehalt bewilligte mit der Bedingung, daß er seinen Aufenthalt in Italien wähle. Noch aber hatte er unter den Klerikalen zahlreiche Parteigänger in Mexiko auf seiner Seite, die zu seinen gunsten eine Verschwörung einleiteten. Auf die Kunde hiervon schiffte sich I. 1824 in London nach Mexiko ein. Schon aber war die Verschwörung entdeckt und vom Kongreß 28. April Iturbides Ächtung und Hinrichtung beschlossen worden, sobald er den Boden Mexikos betreten würde. Kaum war er daher 16. Juli bei Soto la Marina ans Land gestiegen, so ward er gefangen genommen und 19. Juli in Padilla erschossen. Seine Witwe und ihre fünf Kinder erhielten vom Kongreß einen Jahrgehalt von 8000 Piaster mit der Bedingung, daß sie sich in Columbia an einem bestimmten Ort niederließen, und 1835: 1 Mill. Piaster und 1100 qkm Grundeigentum in Texas, Neumexiko und Ober- und Unterkalifornien. Seine Nachkommen erhielten 1865 von Maximilian den Titel: kaiserliche Prinzen; sie leben jetzt in Paris. I. schrieb seine Denkwürdigkeiten (deutsch, Leipz. 1824).

Itys (Itylos), s. Aëdon und Philomela.

Itz, rechtsseitiger Nebenfluß des Mains, entspringt am Bleßberg im Thüringer Wald, nordöstlich von Eisfeld, fließt in südlicher Richtung durch das Herzogtum Sachsen-Koburg, nimmt die Rodach, Lauter etc. auf, bildet unterhalb Koburg den fruchtbaren Itzgrund und mündet nach 80 km langem Lauf unterhalb Rattelsdorf (nördlich von Bamberg).

Itzehoe (spr. -ho), Stadt in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Steinburg, an der schiffbaren Stör und der Linie Elmshorn-Heide der Holsteinischen Marschbahn, hat 2 evang. Kirchen (darunter die Laurentiuskirche aus dem 12. Jahrh. mit trefflicher Orgel), ein Amtsgericht, ein Landratsamt (für den Kreis Steinburg), ein Hauptzollamt, ein Realprogymnasium, ein adliges Fräuleinstift (seit 1256), eine Eisengießerei und Maschinenfabrik, eine Zuckerraffinerie, Baumwollweberei, Netze-, Zichorien-, Seifen-, Zement- und Dachpappenfabrikation, Bierbrauerei, eine Schiffswerfte, Schiffahrt, Handel mit Vieh und Getreide und (1885) mit der Garnison (2. Husareneskadron Nr. 15) 10,772 Einw. - I., die älteste Stadt in Holstein, entstand 809 unter Karl d. Gr. durch den Grafen Egbert, der daselbst eine Burg, Esesfelth, gegen die Dänen und Wenden anlegte. Der schon zu Ende des 11. Jahrh. blühende Ort, welcher damals Echeho oder Etzehoe hieß, ward 1201 zerstört, 1224 jedoch wieder aufgebaut; die Neustadt erhielt 1238, die Altstadt 1303 das lübische Recht. 1644 und 1657 ward I. von den Schweden zerstört, aber jedesmal wiederhergestellt. Bis 1864 war es der Sitz der holsteinischen Ständeversammlung.

Itzenplitz, Heinrich Friedrich August, Graf von, preuß. Staatsmann, geb. 23. Febr. 1799 zu