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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Jebusiter; Jechaburg; Jecur; Jedburgh; Jedina; Jedlersdorf; Jedo; Jeeze; Jefferson; Jefferson City; Jeffersonville; Jeffrey

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Jebusiter - Jeffrey.

Jebusiter (Jebusäer), Völkerschaft in Palästina von kanaanitischem Stamm, war zur Zeit des Einfalls der Israeliten auf dem Gebirge Juda neben den Chetitern und Amoritern ansässig und ward von Josua zwar in einer Feldschlacht mit andern kanaanitischen Stämmen zugleich bekämpft, behauptete sich aber in der festen Stadt Jebus (dem nachherigen Jerusalem) noch im Zeitalter der Richter. Erst David eroberte die Stadt nebst der Burg, und die letzten Reste der J. machte Salomo tributpflichtig.

Jechaburg, Dorf im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, westlich von Sondershausen, am Frauenberg, mit 296 evang. Einwohnern; war früher eine berühmte Propstei, die 989 vom Erzbischof von Mainz als ein Benediktinerkloster gestiftet, 1525 im Bauernkrieg verwüstet und 1572 völlig aufgehoben wurde.

Jecur (lat.), die Leber.

Jedburgh (spr. dschéddboro), Hauptstadt von Roxburghshire (Schottland), im tiefen Thal des Jed, mit Abteiruine, schloßartigem Gefängnis, Museum, Lateinschule, Wollenindustrie und (1881) 3402 Einw.

Jedina, afrikan. Volk, s. Budduma.

Jedlersdorf (Groß-J.), Vorort von Wien, Bezirkshauptmannschaft Korneuburg, jenseit der Donau im Marchfeld gelegen, hat eine Lokomotivfabrik, eine Malzfabrik und (1880) 6367 Einw. Nahe dabei Jedlersee, Station der Österreichischen Nordwestbahn, von welcher hier eine Verbindung zur Nordbahn nach Floridsdorf führt, mit Werkstätte der Nordwestbahn, Bierbrauerei und (1880) 2006 Einw.

Jedo (Yeddo), Stadt, s. Tokio.

Jeeze (Jeezel), Nebenfluß der Elbe, entspringt bei Altferchau im preußischen Regierungsbezirk Magdeburg, wird bei Salzwedel schiffbar und mündet nach 80 km langem Lauf bei Hitzacker.

Jefferson (spr. dschéffers'n), Hauptort der Grafschaft Marion, im Nordosten des nordamerikanischen Staats Texas, am obern Ende des Caddosees, vom Red River aus durch Dampfschiffe zu erreichen, mit (1880) 3260 Einw.

Jefferson (spr. dschéffers'n), Thomas, der dritte Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, geb. 2. April 1743 zu Shadwell in Virginia, widmete sich dem Studium der Rechtswissenschaften und ward 1769 Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung von Virginia. Während des Freiheitskriegs war er Statthalter von Virginia und zwei Jahre lang Mitglied des Kongresses, auf welchem er die Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 entwarf. 1779-81 war er Gouverneur von Virginia und ging 1784 nach Paris, wo er seit 1785 Gesandter der Union war und dem nordamerikanischen Handel mehrere Begünstigungen auswirkte. 1789 in sein Vaterland zurückgekehrt, bekämpfte er die Einheitsbestrebungen der Föderalisten unter Alexander Hamilton (s. d., S. 52) und verfocht die Rechte der Einzelstaaten. 1792 zum Staatssekretär der neugestalteten Bundesregierung ernannt, legte er dem Kongreß mehrere Berichte über die Einheit des Maßes, der Münze und des Gewichts, über die Fischereien und den auswärtigen Handel vor, beförderte die Einführung der Kuhpockenimpfung und bewirkte die Gründung der Hochschule zu Charlotteville, in der Nähe von Monticello. 1794 legte er seine Stelle nieder und zog sich auf sein Landgut zurück, wurde aber 1797 zum Vizepräsidenten, 17. Febr. 1801 an Adams' Stelle und 17. Febr. 1805 abermals zum Präsidenten der Union ernannt. Er erwarb Louisiana von Frankreich und vereinigte es mit der Union. Die Rechte der nordamerikanischen Freistaaten gegen die wiederholten Anmaßungen Englands nahm er mit Nachdruck in Schutz. Bei den Blockadedekreten, welche damals Napoleon I. und Großbritannien erließen, schützte J. den vaterländischen Handel vor den demselben drohenden Verlusten durch ein allgemeines Embargo. Eine dritte Wahl zum Präsidenten 1809 lehnte er ab und lebte seitdem auf seinem Gut Monticello in Virginia seinen Studien, bis ihn die durch seine übermäßige Gastfreundschaft veranlaßte finanzielle Bedrängnis nötigte, die Legislatur von Virginia um die Erlaubnis zu bitten, seine Besitzungen durch eine Lotterie zu veräußern. Auch seine auserlesene Büchersammlung verkaufte er 1814 dem Kongreß. J. starb 4. Juli 1826 in Monticello. Er ist der Begründer der amerikanischen Demokratie, welche die Unabhängigkeit der Einzelstaaten gegen die Übergriffe der Unionsregierung zu sichern strebt, und steht als Staatsmann deshalb noch jetzt in großem Ansehen. Seine wichtigsten Schriften (gesammelt hrsg. vom Kongreß 1853-55, 9 Bde.) sind: der "Revidierte Kodex für Virginien" (1779); "Bemerkungen über Virginien" (1781); "Entwurf einer Fundamentalkonstitution" (1783); "Manual of parliamentary practice" (neue Ausg. 1840) und die Denkschriften: "Über die fossilen Riesenknochen in Virginien", "Über die geistigen Anlagen der Neger", "Über die Unabhängigkeit des Vaterlandes". Noch in den letzten Jahren seines Lebens übersetzte er Destutt de Tracys "Commentaire sur Montesquieu" ins Englische. Seine Biographie schrieben Tucker (Philad. 1837, 2 Bde.), Randall (New York 1859, 3 Bde.), Parton (Bost. 1874) und Morse (das. 1886).

Jefferson City (spr. dschéffers'n ssitti), Hauptstadt des nordamerikan. Staats Missouri, auf hohen Bluffs am Missourifluß gelegen, regelmäßig gebaut, mit einem 1836 erbauten Kapitol und Zuchthaus, Kornmühlen, Gießereien, Bau von Wagen und Fabrikation von Holzwaren und (1880) 5271 Einw. In der Nähe Kohlengruben.

Jeffersonville (spr. dscheffers'nwill), blühende Stadt im nordamerikan. Staat Indiana, auf einer Anhöhe am Ohiofluß, mit dem gegenüberliegenden Louisville durch eine prächtige Brücke verbunden, hat große Eisenbahnwerke für den Bau von Dampf- und andern Wagen, ein Zuchthaus und (1880) 9357 Einw.

Jeffrey (spr. dscheffri), Francis, Lord, engl. Kritiker, geb. 23. Okt. 1773 zu Edinburg, trat 1794 als Rechtsanwalt bei der schottischen Barre auf, widmete sich aber zugleich litterarischen Studien und war einer der Gründer der "Edinburgh Review", welche unter seiner Redaktion von 1803 bis 1829 nicht nur auf die litterarischen, sondern als Hauptorgan der Whigs auch auf die politischen Angelegenheiten Englands Einfluß übte. Jeffreys scharfe Kritik verwickelte ihn in manche Händel; so ward er von Byron in den "English bards and Scotch reviewers" angegriffen und mußte sich mit dem Dichter Moore 1806 im Zweikampf messen, doch war er letzterm später befreundet. Auch brach sich seine Autorität in Sachen des litterarischen Geschmacks in immer weitern Kreisen Bahn. 1821 ward er von der Universität Glasgow zum Lord-Direktor und 1830 vom Whigministerium zum Lord-Advokaten von Schottland ernannt; auch trat er ins Parlament. 1834 erhielt er ein Richteramt an dem Court of session. Er starb 26. Jan. 1850. Seine "Contributions to the Edinburgh Review" erschienen gesammelt in 4 Bänden (Lond. 1843, 3. Aufl. in 1 Bd. 1852); der "Essay on beauty" und "Nature and principles of taste" wurden mehrfach aufgelegt (zu-^[folgende Seite]