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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Junkaceen; Junkagineen; Junke; Junker; Junkerhof; Junkermann; Junkerschulen; Junktur; Jünnan

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Junkaceen - Jünnan.

authorship of the letters of Junius elucidated", Lond. 1848) für den Obersten Barré und J. ^[Jelinger] Symons ("William Burke, the author of Junius", das. 1859) für den Bruder des bekannten Edmund Burke aus. Mehr Wahrscheinlichkeit als alle diese hatte von vornherein die zuerst 1816 von Taylor ("Junius identified", Lond. 1816) ausgestellte Ansicht, daß Sir Philip Francis Junius sei; derselben schlossen sich 1841 Macaulay, 1850 Sir F. Dwaris an, sie wurde durch die von dem Schreibverständigen Chabot vorgenommene Untersuchung der hinterlassenen Briefe von Francis sowie der Korrespondenz zwischen Junius und Woodfall und der im Britischen Museum erhaltenen Korrekturbogen der Juniusbriefe in dem Prachtwerk "The handwriting of Junius professionally investigated" (das. 1873, mit einem Vorwort von Edw. Twisleton) unwiderleglich begründet. Vgl. auch F. Brockhaus, Die Briefe des J. (Leipz. 1875). - Sir Philip Francis, geb. 22. Okt. 1740 zu Dublin, trat 1756 in den Staatsdienst und avancierte durch Lord Hollands und Pitts Protektion schnell, bis er eine hohe Stellung im Kriegsministerium einnahm, die ihm aber 1772 wegen eines gegen seinen Chef gerichteten Pamphlets entzogen wurde. Dann 1773 zum Mitglied des Rats für Bengalen ernannt, geriet er in Streit mit dem Generalgouverneur Warren Hastings, wurde in einem Duell mit demselben verwundet, nahm 1780 seine Entlassung und kehrte nach England zurück. Danach bekleidete er kein öffentliches Amt mehr, saß aber längere Zeit im Parlament, in welchem er sich den Whigs anschloß. Er starb 23. Dez. 1818. Vgl. "Memoirs of Sir P. Francis. With correspondence and journals" (hrsg. von Parkes und Merivale, Lond. 1867, 2 Bde.).

Junkaceen (Simsen, Simsenlilien, Binsengewächse), monokotyle Familie aus der Ordnung der Liliifloren, grasartige Pflanzen mit unscheinbaren, zu Köpfchen oder hochblatttragenden Fächeln oder Sicheln angeordneten, dreizähligen Blüten, die sich von denen der nächstverwandten Liliaceen hauptsächlich durch das spelzenartige Perigon unterscheiden. (Vgl. Buchenau, Beiträge zur Naturgeschichte der J., in "Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Bremen", Bd. 2.) Die Familie zerfällt in vier Gattungen, deren wichtigste und artenreichste Luzula DC. und Juncus DC. sind, und enthält ungefähr 250 Arten, von denen die meisten den gemäßigten und kältern Zonen der nördlichen Halbkugel angehören; einige sind kosmopolitisch. Sie wachsen teils an feuchten und sumpfigen Stellen, teils auf den Gebirgen. Die J. gehören wegen ihrer Härte und Zähigkeit zu den schlechten Futterkräutern, werden aber wegen dieser Eigenschaften zum Teil zu Flechtwerken verwendet. Fossil sind nur einige Juncus-Arten aus Tertiärschichten bekannt.

Junkagineen (Dreizackpflanzen), monokotyle, sumpfbewohnende, etwa 20 Arten umfassende Familie der warmen und gemäßigten Zone aus der Ordnung der Helobien, mit schmalen, zweizeiligen, scheidigen Blättern und typisch dreizähligen Blüten, die aus zwei kelchartigen Kreisen, zwei Staubblatt- und zwei Fruchtblattkreisen bestehen. Wichtige Gattungen sind Scheuchzeria, Triglochin. Eine Art ist aus dem Tertiär bekannt.

Junke, s. Dschonke.

Junker (v. mittelhochd. Juncherre, "junger Herr"), ehedem Name der jüngern Prinzen regierender Herren; in der Verkehrssprache junge Edelleute, namentlich Landedelleute, ohne sonstigen Titel, auch Bezeichnung für Offiziersaspiranten. Früher war dieselbe offiziell; die Charge der J. entspricht der des jetzigen Portepeefähnrichs. Die Benennung galt in Bayern bis 1872 und besteht noch in Rußland, wo auch für die Ausbildung der J. besondere Junkerschulen existieren, die an die Vorbildung ihrer Zöglinge erheblich niedrigere Anforderungen stellen als die Kriegsschulen, welche Gymnasialbildung fordern. Junkerpartei, Junkertum war in Preußen in den 50er Jahren die halb verspottende Bezeichnung der reaktionären Adelspartei.

Junker, Wilhelm, deutsch-russ. Reisender, geb. 1840 zu Moskau, lebte als Knabe in Göttingen, besuchte in Petersburg das deutsche Gymnasium, studierte Medizin in Göttingen, Berlin und Prag und bereiste zuerst Island. Nach kürzern Touren in Tunesien 1874 und in Unterägypten 1875 ging er von Suakin 1876 durch das Chor Baraka nach Kassala und Chartum, befuhr dann den Blauen Nil und den untern Sobat und machte ausgedehntere Reisen in den Gebieten der westlichen Nilzuflüsse Jei, Rohl, Dschur und des zum Uëlle gehenden Kibbi. Ende 1879 begab er sich auf eine neue Forschungsreise in das Gebiet der Niam-Niam und Monbuttu zur Erforschung des Uelle und des Nepoko, welch letztern er als den Oberlauf des Aruwimi annahm. Als er aber Ende 1883 nach Europa zurückzukehren gedachte, wurde er durch den Aufstand des Mahdi daran verhindert und gezwungen, mit Emin Bei und Casati sich nach Unyoro am Südostufer des Mwutan Nzige zu wenden, von wo sie zur Ostküste vorzudringen gedachten. Doch verwehrte der Herrscher von Uganda den Durchzug. Die 1885 unter Fischer von Sansibar, unter Lenz den Congo aufwärts zu seiner Erlösung gesandten Expeditionen vermochten ihn nicht zu erreichen. Doch gelang es J., auf einem östlichen Weg mit Umgehung von Uganda durch Karagwe 11. Dez. 1886 nach Sansibar zu gelangen, von wo er sich 10. Jan. 1887 nach Kairo und im März wieder nach Deutschland begab.

Junkerhof, s. Artushof.

Junkermann, August, Schauspieler und Vorleser, geb. 15. Dez. 1832 zu Bielefeld, trat bei der Artillerie ein, um Offizier zu werden, ging aber 1853 zur Bühne über und begann seine theatralische Laufbahn in Trier. Nach verschiedenen Engagements an kleinern und größern Theatern gehört er seit 1871 zu den beliebtesten Mitgliedern des Hoftheaters in Stuttgart. Er spielt komische Rollen mit großem Erfolg; sein Hauptverdienst aber liegt in der Darstellung der Gestalten Fritz Reuters, dessen Werke fast sämtlich teils von ihm selbst, teils von andern für ihn dramatisiert worden sind. Auch als Vorleser der Werke Reuters, dem er besonders in Süddeutschland und Wien neue Verehrer gewann, hat er sich einen Namen gemacht.

Junkerschulen, s. Junker.

Junktur (lat.), Verbindung, Fuge, Gelenk; auch s. v. w. Konjunktur.

Jünnan (Yünnan), die südwestlichste Provinz des chines. Reichs, grenzt im S. an Anam, Siam und Birma und umfaßt 317,162 qkm (5760 QM.) mit (1879) 11,721,576 Einw. Das Land ist gebirgig, reich an wertvollen Mineralien (Kupfer, Blei, Zinn, Zink, Gold), auf den Höhen stark bewaldet, liefert an den Abhängen und in den Thälern vorzügliche Ernten an Thee (im S.), Droguen, Opium, Baumwolle und Getreide. Der Norden wird vom Jantsekiang bewässert; nach S. fließen Salwen und Mekhong, nach O. der Songka ab. Keiner dieser Flüsse ist in J. schiffbar; die Wasserscheiden zwischen ihnen werden in Höhen von 400-1600 m überstiegen. Große Seen