Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kaaden; Kaafjord; Kaag; Kaaken; Kaalund; Kaama; Kaarta; Kabache; Kabale; Kabalieren; Kaban; Kabara; Kabarda; Kabardiner; Kabarett; Kabbala

345

Kaaden - Kabbala.

macht, herausgegeben als "Carmen panegyricum in laudem Muhammedis" von Lette (Leid. 1748) und Freytag (Halle 1823), mit dem arabischen Kommentar des Ibn Hischám von Guidi (Leipz. 1871-74); übersetzt von Rückert (in "Hamasa", 1. Teil, Zugabe 2 zu Nr. 149).

Kaaden, Stadt im nordwestlichen Böhmen, an der Eger und der Bahn Prag-Eger, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine Dekaneikirche, ein Franziskanerkloster mit spätgotischer Kirche, ein interessantes altes Stadtthor, einen schönen Rathausturm, Denkmäler Josephs II. und des Arztes Löschner, ein Kommunalobergymnasium, eine landwirtschaftliche Lehranstalt und (1880) 6332 Einw., welche Handschuh- und Zuckerfabrikation, Bergbau auf Braunkohle, Gewinnung grüner Farberde, Obstbau und Getreidehandel treiben. Um 821 gegründet, wurde K. 1277 zur königlichen Stadt erhoben. Hier 1534 Friede zwischen König Ferdinand I. und dem Herzog Ulrich von Württemberg. Bei K. die ausgedehnte Burgruine Hassenstein.

Kaafjord, Dorf im norweg. Amt Finnmarken, am südwestlichen Ende des Altenfjords, Station der Dampfschiffe, mit 850 Einw., einem Hafen und einem (1820 gegründeten) Kupferwerk, das einer englischen Gesellschaft gehört.

Kaag (Kag), einmastiges, plattbodiges, der Schmack ähnliches, kleines holländisches Küstenfahrzeug ohne Verschanzung am Hinterschiff.

Kaaken (holländ., kaken), den einzusalzenden Heringen Eingeweide und Kiemen herausnehmen.

Kaalund, Hans Vilhelm, dän. Dichter, geb. 23. Juni 1818 zu Kopenhagen, betrat zuerst die Künstlerlaufbahn und war eine Zeitlang der Schüler des Bildhauers Freund, legte indessen bald den Meißel zur Seite, um sich der Poesie zu widmen. Seine Jugenddichtung "Haldan den Starke" verriet den Öhlenschlägerschen Einfluß, und in der "Valkyrien Gøndul" tummelte er sich nach besten Kräften mit der von Martensen importierten "spekulativen Idee". Erst als er mit dem Maler Lundby eine Sammlung "Fabler før Børn" ("Fabeln für Kinder", 1845) herausgab, schien er sein rechtes Feld gefunden zu haben. Doch verschaffte ihm erst viel später eine Auswahl seiner alten und neuen Gedichte, die er unter dem Titel: "Et Foraar" ("Ein Lenz", 1858, 6. Aufl. 1883) herausgab, allgemeine Anerkennung, welche auch der darauf folgenden Sammlung "En Efteraar" ("Ein Herbst", 1877, 3. Aufl. 1882) und dem neuesten Bande "Digte" (1881) zu teil wurde. Noch ist sein an lyrischen Schönheiten reiches Drama "Fulvia" (1875, 2. umgearbeitete Ausg. 1881), dessen Handlung in die Zeit der ersten Christen zu Rom fällt, zu erwähnen. Seit langer Zeit wirkte K. als Lehrer im Zellengefängnis zu Bridslöslille; er starb 27. April 1885. Nachgelassene Gedichte veröffentlichte Borchsenius (1885). Vgl. Nielsen, Hans Vilhelm K. (Kopenh. 1886).

Kaama, s. v. w. Hartebeest oder Hirschkuhantilope, s. Antilopen, S. 640.

Kaarta, Landschaft im Innern von Senegambien, nördlich vom Senegal, nach Faidherbe 54,500 qkm (990 QM.) groß, ist sehr fruchtbar und war mit Dörfern und gut bestellten Hirse-, Reis-, Mais- und Arachidenfeldern bedeckt, ehe die Tukulörs sich derselben zum großen Teil bemächtigten. Die Bevölkerung (300,000 Bambara und Soninke) zerfällt in eine große Anzahl kleiner Staaten, die zum Teil von Brüdern des Sultans von Segu in dessen Namen, aber fast unabhängig regiert werden. Der mächtigste der letztern wohnt in der Hauptstadt Nioro im N. Die Landschaft ist den Franzosen gegenwärtig streng verschlossen, wird denselben aber wohl mit der Zeit zufallen. S. Karte bei "Guinea".

Kabache (Kabak, russ.), Branntweinschenke, schlechtes Wirtshaus; auch verächtliche Bezeichnung eines Hauses, einer Wohnung.

Kabale (franz.), ursprünglich s. v. w. Kabbala (s. d.); allgemeiner s. v. w. Intrige, geheimer Anschlag zur Erreichung böser Absichten; auch geheime Verbindung, die solche Ränke schmiedet (vgl. Cabal).

Kabalieren, Kabalen schmieden; Kabalist, Kabaleur, Ränkeschmied.

Kaban, Reismaß auf den Philippinischen Inseln, = 98,28 Lit.

Kabara (Kabra), der Hafen von Timbuktu, 10 km südlich von demselben, auf einer Anhöhe dicht am Niger, besteht aus 150-200 Lehmhäusern, bewohnt von 2000 Negern nebst fremden Kaufleuten und Händlern aus Timbuktu und Tuat.

Kabarda (Kabardei), ein Bergland am Nordabhang des Kaukasus, welches sich nordwärts bis zu den Flüssen Malka und Terek erstreckt und durch den Oberlauf des Terek in die Große und Kleine K. geschieden wird. Das 9800 qkm (178 QM.) große Gebiet bildet gegenwärtig einen Teil des Terekschen Gebiets, welches 1817-23 erobert wurde. Die Große K., der westliche Teil, zerfällt wieder in eine bergige Region, zwischen dem zentralen Kaukasus und den Schwarzen Bergen, und eine flache, nördlich davon. Beide sind reich an Wäldern, Wiesen und fruchtbaren Äckern. Die Kleine K., der östliche Teil, rechts vom Terek, ist dagegen arm an Holz und Wasser, dennoch aber guter Weidegrund. Die Hauptmasse der Bevölkerung besteht aus Kabardinern, einem tscherkessischen Stamm, welche sich mehr mit Pferde-, Schaf- und Bienenzucht als mit Ackerbau beschäftigen. Sie sind etwa 53,000 Köpfe stark. Außerdem leben hier gegenwärtig 10,000 Tataren, 4700 Russen, einige Juden und mehrere deutsche Gemeinden, welche blühende Kolonien gegründet haben. S. Tafel "Asiatische Völker", Fig. 27.

Kabardiner, s. Kabarda.

Kabarett (franz.), in mehrere Fächer geteilte Schüssel für verschiedene Kompotte.

Kabbala (hebr.), "Überlieferung", "empfangene Lehre", in der talmudischen Zeit die neben dem schriftlichen Gesetz der Juden hergehende Tradition, die halachische Überlieferung, das mündliche Gesetz, dann auch die Gesamtheit der prophetischen Verordnungen und Aussprüche in der Bibel. Jetzt versteht man unter K. hauptsächlich die mystische Religionsphilosophie des jüdischen Mittelalters, die aus der ältern Geheimlehre hervorging und sich vom 13. Jahrh. n. Chr. an zu einem eignen System ausbildete. Letztere, aus dem Streben, die tiefsten Fragen über Gott und Welt zu lösen, entstanden, vereinigt sowohl Elemente der jüdisch-hellenistischen Geistesrichtung (Schriften Philos, s. d.) als auch der litterarischen Forschung in Palästina und Babylonien. In phantastischen Bildern und Ausdrücken wurden früh schon metaphysische Betrachtungen (über Gott, sein Wesen und Wirken, seinen Thron und Hofstaat [Maasse merkaba]) und physische (über Welt und Schöpfung [Maasse bereschit]) angestellt; aber diese Lehre, welche leicht gefährlich werden konnte, ward nicht dem großen Haufen preisgegeben, sondern geheimgehalten. In den Bereich dieser alten Geheimlehre zog man später auch persische Geisterlehre, Wahrsagekünste, den Glauben an geheime Natur-^[folgende Seite]