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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kalafat - Kalamata.

Unteritaliens, die sich, östlich vom Ionischen, westlich vom Tyrrhenischen Meer bespült, zwischen 40° 7' und 37° 56' nördl. Br. von N. nach S. erstreckt. Die Landschaft umfaßt die drei italienischen Provinzen Catanzaro, Cosenza und Reggio di Calabria und hat 17,257 qkm (nach Strelbitskys Berechnung nur 15,048 qkm = 273,3 QM.) mit (1881) 1,257,883 Einw. (1885 auf 1,304,980 berechnet). Näheres s. unter den einzelnen Provinzen; die Geschichte des heutigen K. s. Bruttii. Erdbeben, Seuchen, Heereszüge der verschiedensten Völker: Goten, Langobarden, die unter Flavius Autharis bis Reggio vordrangen, einheimische Fürsten und Griechen wetteiferten im Mittelalter, das schöne Land zu verwüsten. Die Araber, die aus Afrika nach Sizilien hinübergesegelt waren, wurden anfänglich von den Kalabresen in Sold genommen, usurpierten in der Folge aber selbst die Herrschaft über das Land und blieben, obgleich es Nikephoros als Heiratsgut seiner Tochter an Kaiser Ottos I. Sohn abtrat und der Kaiser es zu erobern strebte, Herren davon bis zum 11. Jahrh., wo der Normanne Robert Guiscard an der Spitze eines kriegslustigen Abenteurerzugs im Solde der Kalabresen sie aus Sizilien vertrieb, darauf, als die Kalabresen ihre Versprechungen nicht halten wollten, selbst nach Italien übersetzte, das Land derselben eroberte und von den Normannen zum Herzog von Apulien und K. ausgerufen wurde, in welcher Würde ihn der Papst 1059 bestätigte. Von nun an fällt die Geschichte Kalabriens zusammen mit der des normännischen Reichs in Unteritalien und des Königreichs Neapel (s. Sizilien). Vgl. vom Rath, Ein Ausflug nach K. (Bonn 1871).

Kalafat, Stadt im rumän. Kreis Dolschi (Walachei), links an der Donau, Widdin gegenüber, mit Getreidehandel und 2995 Einw. Am 6. Jan. 1854 schlugen die Türken unter Achmed Pascha den Angriff der Russen unter Anrep auf den Brückenkopf von K. zurück und überfielen das russische Lager bei Cetate.

Kalahari (Karri-Karri), großes, 1000-3300 m hohes Steppenland in Südafrika, das sich von N. nach S. zwischen Ngamisee und Oranjefluß 900 km lang und von W. nach O. zwischen den Hügeln des Namaqualandes und denen des Transvaal hinzieht (s. Karte bei "Kapland"), ein Areal, das nach verschiedenen Berechnungen 687,500-1,285,000 qkm einnimmt. Die K., welche 1869-72 von Anderson, in neuester Zeit von Farini erforscht wurde, ist nicht, wie oft angegeben, eine Wüste, vielmehr eine von einzelnen Hügeln durchsetzte Ebene, welche im S. mit Gras und eingestreuten Mimosen und Strauchgewächsen bedeckt, im N. stellenweise sogar dicht bewaldet ist. Die Mitteltemperatur ist im Sommer 26°, im Winter 15° C. mit einigen Nachtfrösten. Die Flußläufe, welche die K. durchziehen, führen nur periodisch Wasser. Elefanten, Giraffen, Gnus, Quaggas, Antilopen, Strauße, aber auch Löwen, Hyänen, Schakale sind zahlreich. Kohlen, Diamanten, Kupfer, Gold sind gefunden worden. Die Bewohner sind Buschmänner, Betschuanen, Mischlinge und Buren, die letztern eifrig bemüht, sich in den Besitz des Landes zu setzen. Vgl. Farini, Durch die Kalahariwüste (deutsch, Leipz. 1886).

Kalaïn, Legierung aus 126 Teilen Blei, 14,5 Teilen Zinn, 1,25 Teil Kupfer und einer Spur Zink, wird in China in Form dünner Folie zum Ausfüttern der Theekisten benutzt.

Kalais und Zetes, die Boreaden, d. h. Söhne des Boreas von Oreithyia. Beide waren geflügelt und Teilnehmer am Argonautenzug. Als sie auf dieser Fahrt nach Salmydessos kamen, befreiten sie Phineus, den Gemahl ihrer Schwester Kleopatra, von den Harpyien, indem sie dieselben vermittelst ihrer Flügel durch die Lüfte verfolgten. Sie sollen auf der Heimkehr von den Leichenspielen des Pelias auf der Insel Tenos von Herakles getötet worden sein zur Strafe dafür, daß sie den Argonauten den Rat gegeben hatten, Herakles zu töten. Auf Tenos zeigte man ihre Gräber und Grabsäulen, von denen die eine sich beim Wehen des Boreas bewegte.

Kalait, s. v. w. Türkis.

Kalakaua I., David, König von Hawai, geb. 16. Nov. 1836 zu Honolulu, Sohn des Kanakahäuptlings Kapaakea, erhielt in der amerikanischen Missionsschule zu Honolulu eine ausgezeichnete Erziehung und trat 1852 als Offizier in die königliche Leibwache ein, wurde 1863 bei der Thronbesteigung Kamehamehas V. Oberst und Chef des Stabes sowie Mitglied des Staatsrats. Als mit dem Tode des Königs Lunalilo 1874 das Haus der Kamehamehas erlosch, ward David K. von der Mehrheit der hawaischen Nationalversammlung zum Nachfolger erwählt. Ein Aufstand der Anhänger der Königin Emma, der Witwe Kamehamehas IV., wurde durch das Einschreiten britischer und amerikanischer Marinesoldaten unterdrückt. 1874 unternahm K. eine Reise nach den Vereinigten Staaten und erlangte einen für sein Königreich sehr vorteilhaften Handelsvertrag. Um die chinesische Einwanderung, welche die einheimische Bevölkerung der Sandwichinseln fast zu ersticken droht, zu mindern und sein Land durch die Heranziehung von Malaien, die mit den Eingebornen stammverwandt sind, wieder zu bevölkern, trat K. 1881 eine Reise nach Japan, China und Ostindien an, die er dann auch nach Amerika und den meisten Hauptstädten Europas ausdehnte (s. Hawai). Seine Ehe mit der Königin Kapiolani (seit 1860) ist kinderlos geblieben.

Kalama, Hauptstadt der Grafschaft Clarke, im nordamerikan. Territorium Washington, am untern Columbiafluß, mit Lachsfischerei und (1880) 129 Einw.

Kalamaika, ein mit Gesang begleiteter leidenschaftlich bewegter Nationaltanz der galizischen Slawen in 2/4-Takt; früher auch in Deutschland bekannt.

Kalamaki, kleiner griech. Hafen im griechischen Nomos Argolis-Korinth, am Saronischen Meerbusen, am Isthmus von Korinth und an der Eisenbahn Athen-Pyrgos, der Schönos der Alten, mit 140 Einw.

Kalamanderholz, s. Diospyros.

Kalamas (bei den Alten Thyamis), Fluß in Albanien, entspringt nordwestlich von Janina bei Delvinaki, fließt nach SW. und mündet der Insel Korfu gegenüber in das Ionische Meer.

Kalamata (offiziell Kalamae), Hauptstadt des griech. Nomos Messenien im Peloponnes, am Fluß Nedon, 2 km vom Busen von Koron in fruchtbarer Gegend gelegen und seit 1881 mit Korinth durch eine fahrbare Straße verbunden, ist Sitz des Nomarchen, eines Erzbischofs und eines deutschen Konsuls, hat einen Hafen, eine zerfallene Burg, ein Gymnasium, 7 Zeitungen und (1879) 7609 Einw. Der Gesamtexport belief sich 1885 auf ca. 6 Mill. Mk. (davon Korinthen, meist nach Frankreich, für 3,8 Mill., Feigen für 1,6 Mill. Mk., ferner Olivenöl und Seide), der Wert der Einfuhr auf 5 Mill. Mk. Die Schifffahrtsbewegung betrug 1883: 73,000 Ton. - K., unweit der Stätte des antiken Pherä gelegen, im 13. Jahrh. im Besitz Villehardouins und seiner Nachkommen, bildete eine der zwölf bedeutenden Burgen der Halbinsel und ward später von den Venezianern erobert, die es im 18. Jahrh. an die Türken verloren.