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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Katzbachgebirge; Kätzchen; Kätzchenblütler; Katze

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Katzbachgebirge - Katze.

Flügel unter Sacken befohlen, den Feind bei Liegnitz zu beschäftigen; York sollte im Zentrum, Langeron auf dem linken Flügel rechts und links von der Wütenden Neiße bis zur K. vorgehen und diese überschreiten. Als nun die Vortruppen auf dem linken Ufer der K. und der Neiße von den mit Übermacht andringenden Franzosen auf das Plateau rechts der Neiße zurückgedrängt wurden und Blücher trotz des strömenden Regens erkannte, daß der Feind mit der Sachlage unbekannt sei, befahl er York und Sacken, auf dem Plateau Stellung zu nehmen, so viel Feinde heraufzulassen, als sie glaubten schlagen zu können, und dann anzugreifen und sie den von Defileen und Bergbächen durchschnittenen Abhang ins tiefe Neißethal wieder hinabzuwerfen. Um 3 Uhr nachmittags begann Yorks linker Flügel, die Brigade Hünerbein, den Angriff und schmetterte mehrere französische Bataillone mit Bajonett und Kolben nieder. Ein verunglückter Angriff, den Jürgaß mit der Reiterei unternahm, drohte die Linie Yorks zu zerreißen; indes ein allgemeines Vorgehen der russischen und preußischen Kavallerie unter Blücher selbst, der Infanterie unter York brachte den Feind zum Weichen; alle Versuche neuer auf der Höhe anlangender französischer Truppen, der Verwirrung zu steuern und den Andrang der Verfolger aufzuhalten, blieben erfolglos; sie wurden mit fortgerissen. Dem Thal der Wütenden Neiße zueilend, sahen sich die Flüchtigen in den Hohlwegen durch festgefahrene Kanonen etc. aufgehalten. Dazu war durch den Regen der Fluß zu einer solchen Höhe angeschwollen, daß der größte Teil derer, die es wagten, hindurchzusetzen, fortgerissen wurde und ertrank. Eine bei Niederkrayn geschlagene Notbrücke reichte für die andringende Menge nicht hin, auch hier fanden viele den Tod. Die Artillerie der Verbündeten rückte bis an den Thalrand vor und vollendete die Niederlage des Feindes durch Kartätschen und Granaten, die sie in den verworrenen Knäuel der Fliehenden schleuderte. Nur der Einbruch der Nacht und das schlechte Wetter hinderten die energische Verfolgung. Der linke Flügel der Verbündeten unter Langeron blieb unthätig. Das siegreiche Heer brachte die Nacht in heftigem Regen ohne jeglichen Schutz, ohne Lebensmittel auf dem Schlachtfeld zu. Erst 27. Aug. konnte die Verfolgung beginnen, trotzdem ward sie dem Feind verderblich genug. Am 29. Aug. wurde bei Plagwitz die Division Puthod zersprengt; 1. Sept. war der Vortrab bis zur Lausitzer Neiße vorgedrungen, ganz Schlesien vom Feind befreit. 103 Kanonen, 2 Adler, 18,000 Gefangene, darunter 3 Generale, im ganzen 30,000 Mann, hatten die Franzosen verloren; der Rest ihres Heers war vollständig demoralisiert. Die Verbündeten hatten einen Verlust von 3400 Mann an Toten und Verwundeten. Die Soldaten nannten die Schlacht erst die Schlacht an der Wütenden Neiße, Blücher gab ihr aber nach der K. den Namen aus Rücksicht auf Sacken. Er selbst erhielt übrigens 1814 den Titel eines Fürsten Blücher von Wahlstadt nach dem nahen, durch die Mongolenschlacht 1241 bekannten Dorf Wahlstadt.

Katzbachgebirge, Berglandschaft in der preuß. Provinz Schlesien, welche sich im N. von Kupferberg am Bober zu beiden Seiten der Katzbach abwärts bis über Goldberg hinaus erstreckt und eigentlich nur eine Fortsetzung des niederschlesischen Steinkohlengebirges ist. Auf demselben ist die Hohe Kullge (740 m) der höchste Gipfel, der Gröditzberg (407 m) der am meisten gegen N. vorgeschobene Punkt. Im W. fällt das Gebirge in das tiefe Thal des Bober, im NO. mit den Jauerschen Bergen zur Ebene ab.

Kätzchen (Julus, Amentum), ährenartiger Blütenstand, bei welchem die verhältnismäßig kleinen, unansehnlichen Blüten hinter dicht stehenden, dachziegelartig sich deckenden Deckblättern sitzen, wie bei den meisten Kätzchenblütlern (Amentaceen).

Kätzchenblütler (Kätzchenträger), s. Amentaceen.

Katze (Felis L., hierzu Tafel "Katzen"), Säugetiergattung aus der Ordnung der Raubtiere und der Familie der Katzen (Felida), Zehengänger mit kräftigem und doch schlankem, zum Sprung befähigtem Leib, kugeligem Kopf auf starkem Hals, kurzen Kiefern, mäßig hohen Beinen, fünfzehigen Vorder- und vierzehigen Hinterfüßen, kräftigen, durch elastische Bänder zurückziehbaren Krallen, langem Schwanz, 6 kleinen Vorderzähnen, je einem großen starken, kaum gekrümmten Reißzahn, je 2 Lückenzähnen und oben je 2, unten einem Backenzahn. Die dicke, fleischige Zunge ist mit hornigen, nach hinten gerichteten Stacheln besetzt. In keiner andern Gruppe prägt sich das Raubtiernaturell so entschieden aus wie hier. Das letzte Zehenglied ist senkrecht aufgerichtet, so daß dasselbe den Boden nicht berührt, und das Tier tritt mit den weichen, oft dicht behaarten Ballen der Sohle auf. Katzen finden sich überall in der Alten und Neuen Welt, meist im Wald, aber auch in Steppen und Wüsten, in der Ebene und im Gebirge. Als Versteck dienen ihnen Bäume, Gebüsch, Felsspalten und verlassene Baue andrer Tiere; sie halten sich bei Tage verborgen und ziehen sich, wenn angegriffen, feig zurück; mit der Dunkelheit aber gehen sie auf Raub aus und streifen umher oder legen sich auf die Lauer. Alle sind stark und sehr gewandt; sie gehen langsam, geräuschlos, laufen schnell, machen Sprünge von 10-15facher Leibeslänge, klettern meist sehr geschickt, sind dem Wasser abhold, schwimmen aber im Notfall recht gut und vermögen mit ihren Tatzen die Beute sehr geschickt zu treffen. Die größern Arten strecken mit einem einzigen Schlage große Tiere zu Boden und schleppen enorme Lasten mit dem Maul fort. Gehör und Gesicht sind gut entwickelt; bei den kleinern ist die Pupille elliptisch, zieht sich am Tag zu einem feinen Spalt zusammen, rundet sich aber im Zorn und in der Dunkelheit zu einem fast vollkommenen Kreis aus; Bartschnurren am Maul und über den Augen dienen als Tastorgane, die Empfindlichkeit aber ist über den ganzen Körper verbreitet, und alle Katzen sind höchst empfänglich für Einflüsse von außen. Auch der Geschmackssinn ist gut entwickelt, während die eigentümliche Vorliebe für stark duftende Pflanzen (Baldrian, Katzengamander), auf welchen sich z. B. die Hauskatze wie im Rausch wälzt, nicht für eine sehr feine Ausbildung des Geruchs spricht. In den geistigen Fähigkeiten stehen die Katzen hinter den Hunden zurück, doch sind auch sie der Erziehung und Veredelung fähig. Der Charakter der meisten Arten ist ein Gemisch von Besonnenheit, List, Blutgier und Tollkühnheit; viele werden rückhaltlos zahm, doch brechen oft ihre tief eingewurzelten natürlichen Begabungen unvermutet wieder durch. Sie leben vom Raub der Wirbeltiere, namentlich der Säugetiere, und nur sehr wenige fressen Aas. Sie beschleichen ihre Beute und ergreifen sie im Sprung, quälen sie bisweilen noch lange wie spielend, stehen aber von weiterer Verfolgung ab, wenn der Angriffssprung mißlang. Selbst die größten fürchten anfangs den Menschen, scheinen aber, wenn sie ihn mehrfach besiegt haben, das Menschenfleisch allem andern vorzuziehen. In beutereicher Gegend morden sie viel mehr, als sie selbst verzehren können. Die Weibchen