Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kinderschutz; Kindersparkassen

738

Kindersparkassen - Kinderschutz.

Zusammensetzung der bekanntesten Kindermehle (zu S. 737)

Bezeichnung Wasser Stickstoffsubstanz Fett Kohlehydrate, in Wasser löslich Kohlehydrate, in Wasser unlöslich Holzfaser Asche In der Trockensubstanz Stickstoff In der Trockensubstanz Lösliche Kohlehydrate Nährstoffverhältnis

Proz. Proz. Proz. Proz. Proz. Proz. Proz. Proz. Proz. 1:

A. Biskuit-Kindermehle:

1) W. Nestlé in Vevey 6,55 9,61 4,34 42,89 34,41 0,43 1,77 1,65 45,89 8,8

2) Gerber u. Komp. in Thun 4,96 13,01 4,58 44,58 32,93 0,50 1,40 2,18 46,91 6,6

3) Anglo-Swiß-Co. in Cham 6,47 11,23 5,95 47,11 26,82 0,50 1,92 1,93 50,36 7,5

4) Giffey, Schill u. Komp. in Rohrbach 5,37 11,71 4,29 47,11 29,75 - 1,77 1,97 49,78 7,2

5) Faust u. Schuster in Göttingen 6,53 11,01 4,42 44,06 32,12 - 1,86 1,88 47,14 7,6

6) Öttli in Vevey 6,89 10,11 5,16 12,30 33,29 0,50 1,75 1,73 45,98 8,4

B. Sonstige Kindermehle:

7) Lakto-Leguminose von N. Gerber 6,33 16,67 5,58 13,17 24,37 1,01 2,87 2,85 46,07 4,6

8) Liebigs Malto-Legumin 9,42 20,47 1,34 16,25 49,41 - 3,01 3,61 17,95 3,3

9) Malto-Leguminose v. Starker u. Pobuda in Stuttgart 8,01 21,93 1,72 67,78 67,78 - 3,06 3,82 - 3,2

10) Liebigs Kindersuppe 40,44 8,41 0,82 48,61 48,61 - 1,71 3,38 - 5,9

11) Dr. Frerichs Kindermehl 7,32 15,84 4,26 50,05 20,31 - 2,22 2,73 - 4,8

12) Samburs Dextrinmehl 6,46 10,36 0,75 57,96 23,45 - 1,02 1,77 53,98 8,0

13) Von Uslar und Polstorf 6,73 11,51 - 79,97 79,97 - 1,79 1,97 61,97 6,9

14) Lobb in London 9,47 11,29 6,81 35,81 34,59 0,50 1,53 1,99 39,55 7,3

15) Dr. Ridge in London (Hafermehl) 6,81 7,72 1,55 7,38 74,73 1,03 0,78 1,32 7,91 11,0

16) Dr. Coffin in New York 8,29 17,15 1,59 35,12 34,82 - 3,02 2,99 38,29 4,2

17) F. A. Wahl in Neuwied 10,14 1,96 1,28 86,37 86,37 - 0,33 0,35 - 15,2

18) Kraftgrieß von Th. Timpe in Magdeburg 6,11 7,83 2,93 84,76 84,76 - 0,95 1,33 - 11,4

19) Präpariertes Hafermehl von W. C. H. Weibezahn in Fischbeck 9,08 10,43 6,94 3,62 67,33 1,35 1,25 1,83 3,98 7,9

20) Desgl. von C. H. Knorr in Heilbronn 10,02 12,61 6,14 5,64 63,66 0,57 1,36 2,24 6,27 6,3

21) Arrowroot-Kinderbiskuit (Huntley u. Palmers) 6,53 7,36 12,21 73,67 73,67 - 0,88 1,26 - 12,6

22) Arrowroot-Kinderzwieback von H. Schmidt 6,66 8,17 2,32 81,96 81,96 - 0,89 1,40 - 10,05

23) Löflunds Kindernahrung 23,50 3,43 - 62,36 62,36 - 1,71 0,82 - 17,9

24) Liebes Kindernahrung 23,90 3,56 - 71,28 71,28 - 1,26 0,75 - 20,2

25) Lösliche Leguminose von Timpe 14,66 21,18 1,87 14,55 44,21 - 3,23 3,96 17,11 2,9

26) Nahrungsmittel von P. Liebe 24,48 3,51 - 70,65 - - 1,36 0,74 93,55 20,1

Kindersparkassen, s. Sparkassen.

Kinderschutz, der Inbegriff staatlicher, gesetzlich geregelter und privater, der öffentlichen Wohlthätigkeit entsprungener Maßnahmen zum sanitären Schutz unmündiger und zur Erhaltung schwächlicher Kinder. Die Gesetzgebung hat sich zuerst mit der Tötung des Embryos (s. Abtreibung der Leibesfrucht), mit der Tötung des Neugebornen (s. Kindesmord), mit der absichtlichen Verwechselung und Unterschiebung und mit der Aussetzung (s. d.) von Kindern zu beschäftigen. Der weitere Schritt betrifft die Sorge für die ausgesetzten und die verwaisten Kinder (s. Findelhäuser, Waisenhäuser) und die Regelung des Ammenwesens sowie der sogen. Pflege- und Haltekinder. Die außerordentlich hohe Sterblichkeit dieser Kinder, bei deren Tode das Interesse gewissenloser Mütter und Kostfrauen Hand in Hand geht, hat letztern den Namen Engelmacherinnen (s. d.) eingetragen. In Deutschland nimmt eine Novelle zur Gewerbeordnung vom 23. Juni 1879 die Erziehung von Kindern gegen Entgelt ausdrücklich von der Gewerbefreiheit aus. Von 20,000 Pflegekindern, welche Paris jährlich in die Provinzen sendet, sterben im ersten Lebensjahr 75 Proz., während für ganz Frankreich das Sterblichkeitsverhältnis des ersten Lebensjahrs im Durchschnitt 20-21 Proz. beträgt.

Einer der wichtigsten Zweige der öffentlichen Gesundheitspflege ist die Schulhygieine, welche sich hauptsächlich mit den gesundheitsgemäßen Einrichtungen der Schulen beschäftigt. In allen Kulturstaaten ist gegenwärtig der Schutz der Kinder in den Fabriken und andern gewerblichen Etablissements gesetzlich geregelt (s. Fabrikgesetzgebung), auch bestehen überall Kinderspitäler oder wenigstens in großen Krankenhäusern eigne Abteilungen für Kinder. Das erste derartige Spital wurde zu Anfang des 18. Jahrh. zu London, das zweite 1802 zu Paris gegründet, dem dann das Rudolfspital in Wien folgte. Bei dem K. läßt aus mehrfachen Gründen die Gesetzgebung größere Lücken als auf andern Gebieten und gewährt der freiwilligen Mildthätigkeit, die sich mehr mit dem einzelnen Individuum und seinem Wohlergehen beschäftigen kann, weiten Spielraum. In Hamburg, Frankfurt, Danzig und andern Städten sind Vereine zur privaten Beaufsichtigung und Regelung des Haltekinderwesens gegründet worden, haben aber im allgemeinen unzureichende Erfolge gehabt. Sehr wohlthätig haben sich überall die Krippen erwiesen, welche die Aufnahme, Verpflegung und Beaufsichtigung der Kinder tagsüber beschäftigter Mütter bezwecken.

Ihnen schließen sich die Warteschulen oder Kleinkinderbewahranstalten an, welche, von Wilderspin in London ins Leben gerufen, die Beaufsichtigung, Erziehung und körperliche Pflege solcher kleinen Kinder bezwecken, deren Eltern tagsüber auf Arbeit gehen. Ganz armen Kindern wird auch wohl unentgeltlich oder gegen geringes Entgelt Mittagskost gegeben. Andre Vereine suchen durch Unterstützung und Belehrung der Eltern in ihrer Häuslichkeit sowohl vom moralischen als auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus auf das Los der Kleinen helfend und fördernd einzuwirken. Erwähnung verdienen auch die Fröbelschen Kindergärten, welche freilich in erster Linie nur die Beschäftigung der Kinder im Auge haben, und die Kinderhorte (s. d.). Für kranke Kinder hat man in den Kinderheilstätten (s. d.) segensreiche Einrichtungen getroffen, denen sich die Sanatorien und Rekonvaleszentenhäuser und das Institut der Ferienkolonien