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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Klever; Klfs.; Klg.; Klicker; Klicpera; Klieber; Kliefoth; Klient; Klientel; Klikspan; Klima

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Klever - Klima.

Stadt liegt der über 10,000 Hektar große und wildreiche Reichswald) wird K. im Sommer von vielen Fremden besucht. - Die Stadt, deren Name (Cleve, Clive, Kleef) auf die Lage derselben am Bergvorsprung deutet, verdankt ihre Entstehung dem ersten von Kaiser Heinrich II. nach K., d. h. nach der alten (römisch-fränkischen) Burg, versetzten Erbgrafen Rudgar von Flandern. 1242 erhielt es Stadtrecht. Später bildete K. das Zentrum der kleveschen Grafschaft. Vgl. Velsen, Die Stadt K. (Kleve 1846); Scholten, Die Stadt K., Beiträge zur Geschichte derselben (das. 1879-81); Brockmann, Bad K. und Umgegend (Düsseld. 1886).

Klever, Julius von, russ. Maler, geb. 19. (31.) Jan. 1850 zu Dorpat von deutschen Eltern, besuchte das dortige Gymnasium und seit 1867 die Kunstakademie in Petersburg, auf welcher er sich der Landschaftsmalerei unter M. v. Klodt und Warjabjow widmete. Er bildete sich dann weiter durch eifrige Naturstudien in den russischen Ostseeprovinzen aus. Seit 1873 hat er sich häufig an Ausstellungen außerhalb Rußlands beteiligt. 1878 wurde er Mitglied der Petersburger Akademie und 1881 Professor der Landschaftsmalerei an derselben. Sein Lieblingsgebiet ist der russische Wald, dessen erhabene Schwermut er besonders zur Winterszeit bei Sonnenuntergang mit großer Anschaulichkeit zu schildern weiß. Er versteht aber auch den eigentümlichen Charakter, welchen der russische Wald im Frühling und im Herbst annimmt, mit schlichter Naturwahrheit festzuhalten. Auch in Strandlandschaften entfaltet er eine hervorragende Begabung. Seine Hauptbilder, die sich in der Sammlung der Petersburger Akademie und im russischen und Berliner Privatbesitz befinden, sind: esthländisches Fischerhaus, 20 Grad Réaumur (in einer russischen Vorstadt), russischer Spätherbst, Dämmerung am Meer (Ostseestrand), Meeresstille, esthländische Wassermühle, Insel Nargö bei Reval, verlassener Park im Schloß Marienburg in Livland, russischer Wald im Winter, Stillleben im Wald, welke Blätter, Fischerdorf am Peipussee.

Klfs., s. Kaulf.

Klg., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für J. C. F. ^[Johann Christoph Friedrich] Klug (s. d.).

Klicker (Schusser, Märbel), kleine, aus gefärbtem Thon gebrannte oder in besondern Mühlen geschliffene steinerne Kugeln zum Spielen der Kinder, eignen sich auch sehr gut zum Verschließen von Büretten, Ventilen etc.

Klicpera (spr. klitz-), Wenzeslaw, tschech. Dramendichter, geb. 23. Nov. 1792 zu Chlumetz, ward Professor am akademischen Gymnasium der Altstadt Prag und k. k. Schulrat; starb 15. Sept. 1859. Er war neben Machatschek und Turinsky der erste, welcher eine würdige Richtung im tschechischen Drama einschlug. Die meisten von Klicperas Stücken sind Originale und geschickt in der Konzeption, in den Situationen neu und effektvoll. Wir nennen davon die Trauerspiele: "Sobieslav und Friedrich", "Die Familie Swojanow", "Die Zwillinge" und das Lustspiel "Der Zauberhut". K. schrieb auch Novellen, die sich durch glückliche Erfindung und treffliche Charakterschilderung auszeichneten. Seine "Gesammelten Schriften" erschienen 1864.

Klieber, Joseph, Bildhauer, geb. 1773 zu Innsbruck, bildete sich an der Wiener Akademie unter Zauner und Fischer und wurde 1814 Direktor der Medailleur- und Gravierschule in Wien, wo er 1850 starb. Von seinen Werken sind die bedeutendsten: Statue Kaiser Franz' I. im polytechnischen Institut zu Wien, Apollon und die neun Musen im Palast auf der Bastei zu Wien, die Ehrenpyramide Franz' I. zu Klausenburg und die Medaille auf die Vermählung Napoleons I. mit Marie Luise (1811) und den Kardinal Erzherzog Rudolf (1819).

Kliefoth, Theodor Friedrich Detlev, luther. Theolog, geb. 18. Jan. 1810 zu Körchow in Mecklenburg, studierte zu Berlin und Rostock und ward 1833 Instruktor erst des Herzogs Wilhelm, dann 1837 des damaligen Erbgroßherzogs Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin, 1840 Prediger in Ludwigslust, Superintendent der Diözese Schwerin und 1850 Oberkirchenrat und Mitglied der kirchlichen Oberbehörde in Mecklenburg-Schwerin. Er schrieb: "Einleitung in die Dogmengeschichte" (Parchim u. Ludwigsl. 1839); "Theorie des Kultus der evangelischen Kirche" (das. 1844); "Die ursprüngliche Gottesdienstordnung in den deutschen Kirchen lutherischen Bekenntnisses, ihre Destruktion und Reformation" (Rost. 1847); "Acht Bücher von der Kirche" (Schwer. 1854, Bd. 1); "Liturgische Abhandlungen" (das. 1854-61, 8 Bde.; 2. Aufl. 1858 ff.); Kommentare zu den Propheten Sacharja (das. 1881), Ezechiel (Rost. 1864-65, 2 Tle.), Daniel (Schwer. 1868), der Offenbarung Johannis (Leipz. 1874), und "Christliche Eschatologie" (das. 1886). Auch hat er mehrere Sammlungen seiner Predigten veröffentlicht; 1854 bis 1859 gab er in Gemeinschaft mit Mejer in Rostock die "Kirchliche Zeitschrift" heraus. Allgemeines Aufsehen hat er durch sein Verfahren gegen Professor Baumgarten, welches dessen Absetzung zur Folge hatte, erregt. In neuester Zeit ist er der Durchführung der deutschen Kirchengesetze sowie der Einführung der Zivilehe entgegengetreten.

Klient (lat. Cliens), s. Klientel.

Klientel (lat. Clientela), ein röm. Rechtsverhältnis, ähnlich der deutschen Hörigkeit (Klient, s. v. w. Höriger), ein uraltes Institut italischer Völkerschaften. Auf Rom ging es von Latium über und bildete sich daselbst zu einem ganz eigentümlichen Verhältnis aus. Der Klient gehörte zu der Familie des Patriziers, der sein Patronus war (jedoch ohne Mitglied derselben zu sein), und erhielt von diesem ein Grundstück zum Bebauen. Der Patron mußte ihn vor Gericht vertreten, sich seines Vermögens und seiner Geschäfte annehmen, überhaupt ihm jeden Schutz angedeihen lassen. Der Klient war dagegen seinem Patron zu Gehorsam verpflichtet, mußte ihn unterstützen, wenn es not that, und zog mit ihm in den Krieg, wie er auch an den Familienfesten des Patrons teilnahm. Denn das Verhältnis wurde durchaus als ein heiliges Familienverhältnis aufgefaßt; der Klient durfte daher weder gegen den Patron Zeugnis ablegen, noch wurde dasselbe von diesem gegen jenen verlangt. Durch die Übersiedelung unterworfener Gemeinden nach Rom, durch Freilassungen etc. wuchs die Zahl der Klienten sehr an, und allmählich gingen sie in der Plebs auf. Gegen das Ende der Republik wurde das Patronat sogar so weit ausgedehnt, daß ganze Städte und Völker sich einen römischen Großen zum Patron wählten; so waren z. B. die Meteller die Patrone von Sizilien und die Scipionen die Patrone von Massilia. - In unsrer heutigen Gerichtssprache nennt man die von einem Anwalt Vertretenen die Klienten desselben; auch wird der Ausdruck wohl noch auf andre Verhältnisse übertragen, um die Beziehungen Schutzbefohlener zu ihrem mächtigen Vertreter zu bezeichnen.

Klikspan, Pseudonym, s. Kneppelhout.

Klima (griech.), ursprünglich jede "Neigung", aber