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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kloásma; Klobank; Kloben; Klöden; Klodnitz; Kloeber; Klön

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Kloasma - Klön.

Auch werden nicht, wie bei allen übrigen Säugetieren, die Jungen lebend geboren, sondern die K. legen (nach den neuesten Entdeckungen, welche beim Artikel "Ameisenigel" nicht mehr berücksichtigt werden konnten) gleich den Vögeln Eier. Diese haben eine weiche Schale, sind etwa 2 cm lang und werden im Beutel der Mutter aufbewahrt, bis die Jungen auskriechen. Die Milchdrüsen haben keine hervorragende Zitze, so daß die austretende Milch von den Jungen nicht aufgesogen, sondern abgeleckt wird. - Lebend und zwar in Australien und Vandiemensland sind nur die beiden Gattungen Ornithorhynchus, Schnabeltier (s. d.), und Echidna, Ameisenigel (s. d.), mit einer, resp. zwei Arten, vorhanden; versteinert hat sich eine riesige Echidna in den Knochenhöhlen des Diluviums von Australien gefunden.

Kloásma (Chloasma), s. Leberfleck.

Klobank, 1) (Walachisch-K.) Stadt in der mähr. Bezirkshauptmannschaft Ungarisch-Brod, nahe der ungarischen Grenze, mit Bezirksgericht, Tuch- und Schuhmacherei, Viehzucht, Handel mit Käse und Butter und (1880) 2827 Einw. - 2) Marktflecken in der mähr. Bezirkshauptmannschaft Auspitz, hat ein Bezirksgericht, Schloß, katholische und reform. Kirche, Weinbau, Spiritusbrennerei und (1880) 2444 Einw.

Kloben, ein Gehäuse, worin eine oder mehrere Rollen drehbar sind (auch Flasche oder Schere genannt). Stützkloben ist ein mit Spitze zum Einschlagen in Thürpfosten versehener Bügel mit Dorn, zum Anhängen der Thürbänder; Schienenkloben, s. v. w. Schienennagel. Auch heißt K. eine Vorrichtung zum Vogelfang (s. d.).

Kloeber, Friedrich August von, Maler, geb. 21. Aug. 1793 zu Breslau, besuchte seit 1810 die Berliner Akademie und machte den Freiheitskrieg 1813 als freiwilliger Jäger mit. Nach dem Frieden war er längere Zeit in Wien und malte dort die Bildnisse von Grillparzer und Beethoven. 1818 ging er nach Berlin und ward durch Schinkel zu den Malereien in einigen Räumen des Schauspielhauses herangezogen, fertigte auch zahlreiche Kompositionen für die königliche Porzellanmanufaktur. 1821-28 verweilte er in Italien und kehrte dann nach Berlin zurück, wo er 31. Dez. 1864 starb. Zu seinen besten Gemälden gehören: Pausias mit dem Blumenmädchen (1833); Bacchus, seinen Panther tränkend (1834); Hüon unter den Hirten (1837); Jubal, die Flöte erfindend, und die Pferdeschwemme (1839 und 1840, beide in der Nationalgalerie zu Berlin); Aurora und Luzifer, mit einer Luna als Gegenstück; Amor, den Pfeil schleifend (gestochen von Lüderitz); Amor und Psyche (1854, in der Nationalgalerie); Jaczko, durch die Havel schwimmend (1856); Erziehung des Bacchus (1860, in der Nationalgalerie). Besonders zu dekorativen Malereien befähigt, wurde er im neuen Opernhaus und im Weißen Saal des Schlosses beschäftigt und schmückte die Decke des Viktoriatheaters mit Kindergruppen, die sich auf die Bakchische und Apollinische Musik beziehen. In heitern, idyllischen Kompositionen lag seine Stärke; Frohsinn, Leichtigkeit und Grazie waren seine Vorzüge.

Klöden, 1) Karl Friedrich von, Gelehrter und Schriftsteller, geb. 21. Mai 1786 zu Berlin aus einer der ältesten märkischen Adelsfamilien, welche im 12. Jahrh. aus Franken eingewandert war, wuchs als Sohn eines Unteroffiziers in dürftigen Verhältnissen und mit mangelhaftem Schulunterricht auf und trat 1801 bei seinem Oheim, einem Goldarbeiter in Berlin, in die Lehre, wo er das Gravieren erlernte und mit unermüdlichem Fleiße seine wissenschaftliche Ausbildung vervollständigte. 1807 selbständig geworden, ernährte er sich durch Gravierarbeiten und Kartenstechen, wodurch er sich zugleich einen geachteten Namen als Geograph erwarb. Nachdem er darauf einige Jahre (1814-17) an der Plamannschen Anstalt unterrichtet und nebenbei an der Berliner Universität Theologie studiert hatte, wurde er 1817 Direktor des Schullehrerseminars in Potsdam und 1824 Direktor der neubegründeten Friedrichswerderschen Gewerbeschule in Berlin, welche er bis 1855 leitete. Er starb 9. Jan. 1856. Außer zahlreichen Schriften über Geographie (namentlich die "Grundlinien zu einer neuen Theorie der Erdgestaltung", Berl. 1824, 2. Aufl. 1829), Geognosie und Geologie, besonders der Mark, veröffentlichte er mehrere historische Werke: "Über die Entstehung, das Alter und die frühste Geschichte der Städte Berlin und Kölln" (das. 1839); "Lebens- und Regierungsgeschichte Friedrich Wilhelms III." (das. 1840); "Die Quitzows und ihre Zeit" (das. 1836; 2. Aufl. 1846, 4 Bde.); "Diplomatische Geschichte des Markgrafen Waldemar von Brandenburg" (das. 1844-46, 4 Bde.); "Andreas Schlüter" (das. 1855); "Geschichte einer altmärkischen Familie" (v. K., das. 1854) u. a. Klodens Selbstbiographie wurde von Max Jähns, seinem Enkel, herausgegeben ("Jugenderinnerungen Karl Friedrichs v. K.", Leipz. 1874).

2) Gustav Adolf von, namhafter Geograph, Sohn des vorigen, geb. 24. Juni 1814 zu Potsdam, besuchte 1825-30 die neugegründete Gewerbeschule zu Berlin, studierte dann 1832-36 an der dortigen Universität Mathematik und Naturwissenschaften, machte seit 1836 mit Link wiederholt Reisen nach Südfrankreich, Italien und Griechenland und wurde 1840 als Lehrer der Geographie und des Deutschen an der Berliner Gewerbeschule angestellt, 1855 zum Professor und 1870 zum Mitglied der Ober-Militärexaminationskommission ernannt. Er starb 11. März 1885 in Berlin. Von seinen Schriften sind zu erwähnen: "Das Stromsystem des obern Nil" (Berl. 1857, mit 5 Karten); "Lehrbuch der Geographie" (4. Aufl., das. 1867); "Handbuch der Erdkunde" (das. 1857-62, 3 Bde.; 4. Aufl. 1882-85, 5 Bde.), eine Geographie in wissenschaftlichem Gewand und von außerordentlichem Reichtum des Inhalts; "Das Areal der Hoch- und Tieflandschaften Europas" (das. 1874); "Leitfaden beim Unterricht in der Geographie" (7. Aufl., das. 1880); "Kleine Schulgeographie" (das. 1874) u. a. Große Verbreitung fanden auch seine "Repetitionskarten" (Berl. 1867, 17 Blatt).

Klodnitz, rechter Nebenfluß der Oder in Schlesien, entspringt zwischen Kattowitz und Zalenze, fließt gegen NW., wird durch den Klodnitzkanal von Gleiwitz aus auf 45 km schiffbar und mündet nach 75 km langem Lauf, Kosel gegenüber. Ihre wichtigsten Zuflüsse, das Beuthener Wasser und die Drama, empfängt sie auf der rechten Seite.

Klön, ein Alpenbach des schweizer. Kantons Glarus, mit dem einen Quellarm (Richisauer K.) vom Pragel, mit dem andern vom Bächistock herabkommend. Im Klönthal bildet er den tiefgrünen, romantisch von Fels und Alpen umrahmten Klönthaler See, dessen Abfluß, Löntsch, sich durch eine Schlucht in das Hauptthal hinauszwängt und bei Netstal mit der Linth vereinigt (441 m). Der See ist wenig über 1 qkm groß und liegt 804 m ü. M. Seine Tiefen gelten im Volksglauben immer noch für reich an Schätzen, die anläßlich des Suworowschen Zugs versenkt seien. In neuerer Zeit ist die winterliche Eisdecke eine ausgiebige Bezugsquelle von Eis geworden; im