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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Knorpelfische; Knorpelgeschwulst; Knorpelleim; Knorpeltang; Knorr; Knorren; Knorring; Knortz

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Knorpelfische - Knortz.

die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern und die sehnig-knorpelige Masse der Symphysen und Synchondrosen überhaupt. Die Netzknorpel, auch gelbe oder elastische K. genannt, sind solche, deren Zwischensubstanz aus einem dichten Filz oder Netz feinster, elastischer Fäserchen besteht. Sie haben eine lebhaft gelbe Farbe, sind sehr weich und elastisch und finden sich beim Menschen fast nur in der Ohrmuschel und dem Kehldeckel vor. (Als pathologische Bildung gibt es noch den Gallertknorpel. Derselbe hat die Konsistenz einer festen Gallerte; manchmal ist er viel weicher, fast zerfließend, stark transparent. Er besteht aus Knorpelzellen und einer schleimreichen Grundsubstanz.) - Die Ernährung der K. geschieht von der festen, an Blutgefäßen reichen Faserhaut (dem sogen. Perichondrium) aus, welche sie umgibt; doch befinden sich in ihnen selbst feine Bahnen (Saftbahnen), welche zwar nicht für die Blutkörperchen, aber für die Blutflüssigkeit durchgängig sind. Nerven und Lymphgefäße mangeln dem K. gleichfalls. - Verwendung finden die K. im Körper wegen ihrer Festigkeit als Stützen weicher Organe; auch sind manche Knochen zuerst eine Zeitlang knorpelig. Überhaupt haben die hyalinen K. eine gewisse Tendenz, zu verkalken und zu verknöchern; namentlich tritt diese Umwandlung im Alter und sehr häufig infolge entzündlicher Ernährungsstörungen des Knorpels ein. Wird ein K. durch mechanische Gewalt, durch Eiterung oder Blutergüsse von seiner Knorpelhaut abgetrennt, so stirbt er ab, ähnlich wie beim Knochenbrand (s. d.). Knorpelbrüche und andre Durchtrennungen der echten K. heilen auf die Weise, daß eine faserige (nicht hyaline) Gewebsmasse die Bruchenden etc. miteinander verbindet. S. auch Knorpelgeschwulst. - Unter den wirbellosen Tieren besitzen nur die Tintenschnecken echten K., welcher in Gestalt einer Kapsel das Gehirn derselben umgibt; knorpelartige Bildungen finden sich außerdem noch bei manchen niedern Tieren.

Knorpelfische, s. Fische, S. 297 f.

Knorpelgeschwulst (Chondroma, Enchondroma), eine aus Knorpelgewebe bestehende krankhafte Neubildung. Die Knorpelgeschwülste haben ein langsames Wachstum, erreichen im Lauf einiger Jahre nicht selten den Umfang einer Faust, selbst eines Kindskopfes und bleiben dann meist stationär. Zuweilen zeigen diese Geschwülste freilich auch ein schnelleres, selbst rapides Wachstum und vergrößern sich, sich selbst überlassen, ins Unbegrenzte. Namentlich die weichern, sogen. Gallertenchondrome zeigen das letztere Verhalten. Die K. kommt bei jugendlichen Individuen häufiger als bei andern vor. Ihr Lieblingssitz sind die Knochen, namentlich die kurzen Röhrenknochen der Finger und der Hand, der Zehen und des Mittelfußes, aber auch die großen Röhrenknochen, seltener die platten, dicken und kurzen Knochen. Die Enchondrome des Knochens blähen den letztern auf, durchbrechen auch die dünne Knochenhülse nicht selten, verschonen aber stets die Gelenkenden der Knochen. Sie kommen oft in mehrfacher, selbst vielfacher Anzahl fast an allen Knochen des Skeletts vor, sogen. suprakartilaginären Ekchondrosen oder Exostosen, behalten aber gerade in diesem Fall meist den gutartigen Charakter. Außer an Knochen werden Enchondrome öfters beobachtet in gewissen Drüsen, nämlich in den Speicheldrüsen, den Brustdrüsen, den Hoden und dem Eierstock, wo sie als steinharte, höckerige Tumoren auftreten. Obschon die K. in der Mehrzahl der Fälle eine gutartige Neubildung darstellt, so kennt man doch auch Fälle, und namentlich sind dies die weichen oder Gallertenchondrome, welche einen bösartigen Verlauf nahmen, wo die Knorpelmasse in die Venen, die Lymphgefäßstämme überging, auf die Lymphdrüsen und selbst auf entfernte Organe, z. B. auf die Lungen, metastatisch sich verbreitete. Daher wird jedes Enchondrom, wenn es erreichbar ist und nicht als stationär angesehen werden kann, auf operativem Weg entfernt; durch medikamentöse Mittel ist es nicht zur Rückbildung zu bringen.

Knorpelleim, s. Chondrin.

Knorpeltang (Knorpelmoos, Chondrus Lam.), s. Sphaerococcus.

Knorr, bei naturwissenschaftl. Namen für Georg Wolfgang Knorr, geb. 30. Dez. 1705 zu Nürnberg; gest. 17. Sept. 1761 daselbst als Kupferstecher (Botaniker, Paläontolog).

Knorr, Hugo, Maler, geb. 1834 zu Königsberg, besuchte seit 1852 die dortige Akademie, wo er sich der Landschaftsmalerei widmete, und vollendete seine Studien bei dem Landschaftsmaler Behrendsen. Seine den norwegischen Küsten entlehnten Bilder sind mit der ganzen der dortigen Natur entsprechenden Großartigkeit und Erhabenheit aufgefaßt. Hervorzuheben sind: der Wasserfall in einer norwegischen Hochebene, der Hardangerfjord, norwegische Gletscher, Fjord in der Hochebene, Wrack an der norwegischen Küste, Brandung an der norwegischen Küste. Noch hervorragender als in Ölbildern zeigte sich sein Talent in zehn Kreidezeichnungen zur Frithjofssage (1867) und in dem sinnigen Cyklus (1873) von Kohlezeichnungen: was der Mond bescheint (1873). 1875 ward er Professor am Polytechnikum zu Karlsruhe.

Knorren (Beule), an den Stämmen der Bäume, s. Maserkröpfe.

Knorring, Sofia Margareta, Freifrau von, schwed. Romanschriftstellerin, geb. 29. Sept. 1797, Tochter des schwedischen Hofmarschalls Zelow, vermählte sich 1820 mit dem Obersten v. K. und starb 13. Febr. 1848. Nachdem sie schon in ihrem siebenten Jahr kleine Erzählungen und Novellen geschrieben, veröffentlichte sie 1834 anonym ihren ersten Roman "Kusinerna", der ungewöhnliches Aufsehen machte. Später folgten ziemlich rasch aufeinander: "Vannerna" (1835), "Axel" (1836), "Qvinnorna" (1836), "Illusionerna" (1836), "Standsparalleler" (1838), "Skizzer" (1841), "Torparen och hans omgifning" ("Der Ansiedler und seine Umgebung", 1843), "Förhoppningar" (1843), "Nya skizzer" (1845) u. a. Selbst der höhern Gesellschaft angehörend, schilderte sie am liebsten das Leben in diesen Kreisen, leicht und lebendig, auf eine Weise, die von feiner Beobachtung zeugt; doch wußte sie auch dem Volksleben seine charakteristischen Seiten abzugewinnen. Die meisten ihrer Romane sind auch ins Deutsche übertragen.

Knortz, Karl, deutsch-amerikan. Schriftsteller, geb. 28. Aug. 1841 zu Garbenheim bei Wetzlar, wanderte 1863 nach Amerika aus, widmete sich hier dem Lehrerfach, in welchem er 1866-68 zu Detroit in Michigan, darauf bis 1871 zu Oshkosh in Wisconsin, später in Cincinnati für die deutsche Sprache und Litteratur thätig war. Für die deutschen Interessen wirkte er auch 1874 als Redakteur des "Deutschen Pioniers" in Cincinnati, dann der "Indiana Deutschen Zeitung" zu Indianapolis. Seit 1882 lebt K. zu New York. Von seinen Veröffentlichungen nennen wir: "Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer" (Jena 1871); "Gedichte" (Leipz. 1874); "Amerikanische Skizzen" (Halle 1876); "Epigramme" (Lyck 1878); "Longfellow, litterarhistorische Studie" (Hamb. 1879); "An American Shakespeare Bibliography" (Boston 1876); "Humoristische Gedichte"