Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Koaptation; Koätan; Koba; Kobäe; Kobalt; Kobaltbeschlag; Kobaltblau; Kobaltblüte

892

Koaptation - Kobaltblüte.

Österreich 1870 (Gesetz vom 7. April), in Deutschland in den meisten Staaten erst mit der Gewerbeordnung von 1869 (§ 152, 153), in einzelnen schon im Anfang der 60er Jahre, in Holland 1872 (Gesetz vom 12. April) etc. In Italien ist, ausgenommen in Toscana, die K. zum Zweck der Lohnerhöhung nach dem Code pénal, Art. 385-389, noch heute strafbar, im übrigen herrscht völlige Associationsfreiheit.

Koaptation (lat.), das Anpassen, die mechanische Vereinigung; s. Knochenbrüche, S. 879.

Koätan (lat.), gleichalterig.

Koba (Kuba), abessin. Flüssigkeitsmaß, = 1,0159 Lit.

Koba, Landschaft an der Küste von Westafrika, zwischen den Flüssen Pongo und Dembia, 660 qkm (12 QM.) groß, wurde nebst dem südlichen, vom Dembia bis zum Dubrecka reichenden, 1650 qkm (30 QM.) großen Capitai 1884 durch den Stuttgarter Kaufmann Colin von den einheimischen mohammedanischen Fürsten erworben. Nachdem im Januar 1885 beide Landschaften unter deutschen Schutz gestellt worden waren, gab Deutschland seine Ansprüche auf Reklamation Frankreichs auf, das bereits 3. Sept. 1884 das ganze Bramayagebiet, zu dem die beiden Länder gehören, unter sein Protektorat genommen hatte.

Kobäe, s. Cobaea.

Kobalt Co, Metall, findet sich nicht gediegen, mit Schwefelverbindungen als Kobaltkies Co3S4 ^[Co_{3}S_{4}] (mit 11-25,6 Proz. K.), mit Arsen als Tesseralkies CoAs3 ^[CoAs_{3}], mit Nickel, Eisen und Arsen als Speiskobalt (CoNiFe)As2 ^[(CoNiFe)As_{2}] (mit 3-24 Proz. K.), mit Eisen, Arsen und Schwefel als Kobaltglanz (CoFe)(AsS)2 ^[(CoFe)(AsS)_{2}] (mit 30-34 Proz. K.), mit Mangan und Sauerstoff als schwarzes Erdkobalt, mit Arsen und Sauerstoff als rotes Erdkobalt etc. Die Kobalterze finden sich in Begleitung von Nickel-, Wismut-, oft auch von Silber- und Kupfererzen, fast alle Nickelerze enthalten auch K., und sehr häufig ist in den Kobalterzen das K. teilweise durch Eisen, Mangan oder Nickel ersetzt. Ein geringer Kobalt- und Nickelgehalt findet sich im Roheisen und im Meteoreisen. Zur Gewinnung von K. und von Kobaltpräparaten verarbeitet man meist arsenhaltige Kobalterze, welche durch Röstung für sich oder mit Kohlenklein möglichst vollständig von Schwefel und Arsen befreit werden und als Zaffer, Safflor, Kobaltsafflor in den Handel kommen. Dies geröstete Produkt enthält im wesentlichen Kobaltoxydul und Kobaltoxyd, arsensaures und arsenigsaures Kobaltoxydul und wird in der Porzellan-, Fayence- und Glasfabrikation als Farbmaterial, auch zur Darstellung von Schmalte und zum Blaufärben des Glases benutzt. Man unterscheidet ordinären (OS), mittlern (MS) und feinen Zaffer (FS und FFS). Zaffer ist die unreinste Sorte der im Handel vorkommenden Kobaltoxyde. Zur Darstellung reinerer Präparate werden die gerösteten Erze oder Speisen und Leche der Nickelwerke in Salzsäure gelöst und aus der Lösung Arsen, Kupfer, Blei, Wismut durch Schwefelwasserstoff gefällt. Die vom Niederschlag getrennte Flüssigkeit erhitzt man mit Chlorkalk und fällt dann das Eisen durch Kalk. Aus der filtrierten Lösung wird durch wenig Chlorkalk zuerst das Mangan, durch mehr Chlorkalk das K., zuletzt das Nickel gefällt. Das aus dem gefällten Kobaltoxyd durch Reduktion erhaltene metallische K. ist stahlgrau mit einem Stich ins Rötliche, stark glänzend, gut polierbar, fester als Eisen und Nickel, magnetisch, Atomgewicht 58,6, spez. Gew. 8,6, an der Luft unveränderlich, schmilzt sehr schwer, gibt beim Erhitzen an der Luft Oxyd, löst sich langsam in verdünnter Salzsäure und Schwefelsäure, leichter in Salpetersäure; die Lösungen sind rot und enthalten Chlorür oder Oxydulsalz. K. ist zweiwertig; doch enthalten viele Verbindungen Co2 ^[Co_{2}], und diese Atomgruppe ist sechswertig. Mit Sauerstoff bildet es Kobaltoxydul Co, Kobaltoxyd Co2O3 ^[Co_{2}O_{3}], Kobaltoxyduloxyd Co3O4 ^[Co_{3}O_{4}] und Kobaltsäure. Unter gewöhnlichen Umständen geschmolzen, ist das K. porös, kristallinisch, läßt sich weder hämmern, noch walzen. Durch einen umsichtig geleiteten Garungsprozeß und durch Zusatz von 0,12 Proz. Magnesium wird es aber hämmerbar und dehnbar und nimmt in der Kälte große Härte an. Die Gußstücke zeigen zugleich große Dichtigkeit neben einer dem Gußstahl beinahe gleichkommenden Festigkeit und Zähigkeit. In der Weißglut läßt es sich mit Stahl und Eisen vollkommen zusammenschweißen. Man benutzt K. zum Überziehen von andern Metallen mit Hilfe der Galvanoplastik, da es sich gegen atmosphärische Einflüsse ebenso widerstandsfähig erweist wie Nickel, aber schönere Farbe und größere Härte und Zähigkeit besitzt, und in Zukunft dürfte auch das Plattieren von Eisen mit K. wichtig werden, da derartige Bleche zu Kochgeschirren, Laboratoriumgefäßen etc. gut verwendbar sein würden. Außerdem werden aus den Kobalterzen viele Farbepräparate dargestellt. Die Kobaltindustrie ist am meisten im Erzgebirge und in Ungarn entwickelt, kleinere Werke gibt es in Hessen-Nassau, an der Nahe, am Harz etc. Norwegen liefert Schmalte und Erze für England, welches letztere auch aus Nordamerika und Chile bezieht. Durch die Konkurrenz des Ultramarins hat die Kobaltindustrie sehr gelitten. Kobalterze fanden im Altertum nur sehr beschränkte und unsichere Anwendung zum Blaufärben von Glas. Schürer entdeckte im 16. Jahrh. im Erzgebirge die Darstellung blauen Kobaltglases, und im Anfang des 17. Jahrh. wurde das Blaufarbenwerk bei Johanngeorgenstadt gegründet. Der Name K. war schon gegen Ende des 15. Jahrh. gebräuchlich und ist wahrscheinlich von Kobold (Berggeist) entnommen, indem die Bergleute jedes Erz, welches beim Schmelzen kein Metall lieferte, als Erzeugnis eines bösen Berggeistes betrachteten. Das Kobaltmetall wurde 1735 von Brandt entdeckt, aber erst in den letzten Jahren begann man es für die Technik zu verwerten, und die Herstellung schmiedbaren Kobalts datiert aus den Jahren 1879 und 1880.

Kobaltbeschlag, s. Kobaltblüte.

Kobaltblau (Kobaltultramarin, Thénards Blau, Königsblau), blaue Farbe, besteht im wesentlichen aus Kobaltoxydul und Thonerde und wird durch Glühen eines innigen Gemisches von phosphorsaurem Kobaltoxydul mit Thonerdehydrat oder von Alaun mit schwefelsaurem Kobaltoxydul erhalten. Mit arsensaurem Kobaltoxydul und Thonerdehydrat dargestelltes K. bildet das Leidener (Leithener), Wiener Blau. K. hat rötlichen Stich, wenn es aber mit Zusatz von etwas Zinkoxyd bereitet wurde, ist es rein blau. Es ist dem Ultramarin ähnlich, aber viel beständiger, sehr feurig, deckt nicht vollkommen und erscheint bei Lampenlicht violett. Es dient namentlich in der Glas- und Porzellanmalerei. Auf den Blaufarbenwerken wird es mit U bezeichnet und zwar: FFU feinfeines K., MU mittleres K. und OU ordinäres K.

Kobaltblüte (roter Erdkobalt, Erythrin), Mineral aus der Ordnung der Phosphate, kristallisiert monoklinisch, findet sich in kleinen, meist nadel- und haarförmigen, büschel-, bündel-, auch sternförmig gruppierten Kristallen, ist karmesin- bis