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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kopulation; Kopulieren; Kopyczynce; Kopys; Koquillas; Koquillenguß; Kora; Korah; Korais; Koraisch; Koräken; Koralin; Korall; Korallen

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Kopulation - Korallen.

Wörterbücher: Tattam (Leipz. 1835), Peyron (Tur. 1835), Parthey (Berl. 1844) und Levi ("Vocabolario geroglifico copto-ebraico", Rom 1887 ff., 5 Bde.). Vgl. Abel, Koptische Untersuchungen (Berl. 1876-1877, 2 Bde.).

Kopulation (lat., "Verbindung"), in der Logik ein Urteil, welches eine Verbindung von mehreren Urteilen, die entweder Subjekt oder Prädikat gemeinschaftlich haben, ist: z. B. "Gajus und Titus sind gelehrt" - statt: "Gajus ist gelehrt und Titus ist gelehrt". Dann bedeutet K. allgemein s. v. w. Trauung (s. Ehe, S. 338). - In der Botanik heißt K. (Konjugation, Zygosporenbildung) die einfachste Form der geschlechtlichen Zeugung bei den Zygosporeen, bei welchen zwei gleichartige Geschlechtszellen ihre Plasmakörper (Gameten) miteinander vermischen. Die kopulierenden Zellen können dabei unbeweglich, wie bei den Konjugaten und Zygomyceten, oder als Schwärmzellen beweglich sein, wie bei den Zoosporeen (s. Algen und Pilze). In der Baumzucht eine Methode der Impfung (s. d.), die angewendet wird, wenn das Subjekt ungefähr von gleicher Stärke mit dem Edelreis ist; beide werden in gleicher Weise schräg zugeschnitten, so daß das Edelreis die Wunde der Unterlage deckt, und mit Bast od. dgl. zusammengebunden, worauf man die Verbindungsstelle durch Baumwachs oder Kautschukpapier von der Luft abschließt (s. Abbildung).

^[Abb.: Kopulation.]

Kopulieren (lat.), paarweise verbinden, in der Kirchensprache s. v. w. trauen.

Kopyczynce (spr. -pütschünze), Marktflecken in Galizien, Bezirkshauptmannschaft Hussiatyn, hat (1880) 6386 Einw., Branntweinbrennerei, Gerberei und ein Bezirksgericht.

Kopys, Stadt im russ. Gouvernement Mohilew, am Dnjepr, mit 10 Kirchen, einer Synagoge und (1880) 1860 Einw., wird zuerst 1059 erwähnt. 1812 schnitt der tapfere Parteigänger Dawydow hier einen französischen Train ab, wobei er viele Gefangene machte.

Koquillas (spr. -killjas, Lissaboner Kokosnüsse), die Fruchtschalen der Attalea funifera.

Koquillenguß, s. Hartguß.

Kora (Kore, auch Kure, "Jungfrau"), bei den Attikern Name der Persephone (s. d.) in den Eleusinien, wo sie als Gemahlin oder Schwester des Iakchos erscheint.

Korah (hebr. Korach), Urenkel Levis, berüchtigt als Führer der nach ihm benannten Rotte K., die, nachdem sie von ihm und den Rubeniten Dathan und Abiram zum Aufruhr gegen Moses wegen dessen Bevorzugung der Familie Aarons verleitet worden, nach mosaischem Bericht mit ihm und den Seinen von der Erde verschlungen wurde. Der Richter Samuel war ein Nachkomme Korahs. - Nach ihm heißt eine levitische Sängerfamilie Söhne Korahs, an welche elf Psalmen (42-49, 84, 85, 87, 88) erinnern.

Korais, Adamantios (von den Franzosen Coray genannt), berühmter Hellenist, der hervorragendste unter den Regeneratoren der neugriechischen Litteratur, geb. 27. April 1748 zu Smyrna, beschäftigte sich frühzeitig mit dem Studium der alten und neuen Sprachen, widmete sich dann auf den Wunsch des Vaters in Amsterdam dem Handlungswesen, studierte seit 1782 in Montpellier Medizin und Naturgeschichte und ließ sich 1788 in Paris nieder, wo er 6. April 1833 starb. Obschon in Frankreich eingebürgert, blieb er seinem Volk lebenslang treu zugethan und erwarb sich um dasselbe wesentliche Verdienste. Einer rastlosen, auf des Gebiet der Kirche, Schule, Wissenschaft und Politik gerichteten Thätigkeit hingegeben, hat er von Paris aus mit Wort und Schrift für die geistige Wiedergeburt Griechenlands gekämpft. Sein Hauptziel war die Heranbildung des Volksidioms zu einer Schriftsprache; die von ihm hierfür aufgestellten Normen sind noch heute im wesentlichen die maßgebenden. Seine eminente Beherrschung des gesamten Gebiets der klassischen Altertumskunde tritt besonders in den von ihm besorgten Ausgaben altgriechischer Schriftsteller hervor, unter denen die der "Äthiopischen Geschichten" des Heliodor noch heute geschätzt ist. Von höchstem Wert für die Geschichte und Lexikographie des Neugriechischen sind seine "Atakta, ou mélanges sur la littérature grecque moderne, etc." (Par. 1828-35, 5 Bde.). Sein politisches Programm enthält das "Mémoire sur l'état actuel de la civilisation de la Grèce" (Par. 1803; deutsch bei Iken: "Hellenion", I, Leipz. 1822). Auch hat man von ihm eine Autobiographie (Par. 1829 u. 1833; mit lateinischer Übersetzung von Fr. Schultze, Liegn. 1834). Seine "Nachgelassenen Schriften und Briefe" erschienen in 5 Bänden (Athen 1881 bis 1887). Seine Marmorbüste (ein Werk Canovas) schmückt das Lyceum zu Chios, dem K. seine wertvolle Bibliothek vermacht hatte.

Koraisch, s. v. w. Koreisch.

Koräken, Volk, s. Korjaken.

Koralin, Fischbeinsurrogat, wird aus den Gefäßbündeln von Agavenblättern hergestellt, indem man letztere mit Schabhölzern behandelt und die übrigbleibenden sehr starken Gefäßbündel hechelt und durch zwei in entgegengesetzter Richtung sich drehende Spulen zu einem Seil zusammenwindet. Das K. dient ausschließlich zum Einnähen in Korsette.

Korall, rotes Glas zu Perlen etc.

Korallen (hierzu Tafel "Korallen"), ursprünglich mehrere sehr verschiedene Abteilungen von niedern