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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kořistka; Koritnica; Korjāken; Korjakow; Kork

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Koristka - Kork.

Bibra, Die Bronze- und Kupferlegierungen der alten Völker (Erlang. 1869).

Kořistka (spr. korschis-), Karl, Geodät und Geograph, geb. 1825 zu Brüsau in Mähren, studierte Mathematik und Physik an der Universität zu Wien und das Bergwesen auf der Akademie zu Schemnitz in Ungarn und lehrt seit 1851 als Professor der Geodäsie am Polytechnikum zu Prag, welches 1864 nach seinen Anträgen reformiert, und an welchem er zum ersten Rektor gewählt wurde. Dankenswert sind seine zahlreichen Höhenmessungen in den verschiedensten Teilen Österreichs, die er in Buch- und Kartenform publizierte. Er ist einer der ersten Vorkämpfer für die Darstellung des Terrains durch Schichtenlinien. Mit andern Gelehrten gibt er das "Archiv für die naturwissenschaftliche Landesdurchforschung Böhmens" heraus; ferner schrieb er: "Studien über die Methoden und die Benutzung hypsometrischer Arbeiten" (Gotha 1858); "Die Markgrafschaft Mähren und das Herzogtum Schlesien in ihren geographischen Verhältnissen" (Wien 1860); "Hypsometrie von Mähren und Österreichisch-Schlesien" (Brünn 1864); "Die Hohe Tátra in den Zentralkarpathen" (Gotha 1864); "Die Terrainverhältnisse des Mittelgebirges in Böhmen" (Prag 1869); "Die Terrainverhältnisse des Iser- und Riesengebirges" (das. 1877); "Die trigonometrisch gemessenen Höhen von Böhmen" (das. 1884); "Biographie des Professors Gustav Schmidt" (das. 1886); "Der höhere polytechnische Unterricht in Deutschland, der Schweiz, in Frankreich, Belgien und England" (Gotha 1863) u. a. Im J. 1879 wurde K. in den Adelstand erhoben.

Koritnica (spr. -za), Bad im ungar. Komitat Liptau, liegt südlich von der Bahnstation Rosenberg zwischen Fichtenwäldern in einem wildromantischen Thal, hat einen bei Magen- und Darmleiden sehr wirksamen erdigen Eisensäuerling, der einen beträchtlichen Handelsartikel bildet, und eine Kaltwasserheilanstalt.

Korjāken (Koräken), zu den Arktikern gehöriges Volk im sibir. Gebiet Jakutsk, zwischen der obern Indigirka und dem Ozean, um die Buchten von Gishija und Penshina bis tief in Kamtschatka hinein. Sie sind mit den Tschuktschen (s. d.) nahe verwandt und zerfallen in seßhafte (etwa 1500) und nomadisierende K. (ca. 3000). Der ihnen von den Russen beigelegte Name kommt von "Kora" (Renntier) her; die seßhaften zerfallen in vier Stämme: Olutoren, Kamenen und Parenen, Pallanen, Ukiner. Die seßhaften K. sind groß und stark gebaut, die wandernden klein und mager; die letztern sind außerordentlich eifersüchtig auf ihre Weiber, die erstern aber durchaus nicht, bieten dieselben sogar Gastfreunden regelmäßig an; auch ist die Päderastie bei ihnen allgemein verbreitet. Ihre Unsauberkeit ist sehr groß; sie sind schamanische Heiden, einige unter ihnen auch getauft. Die Sprache der K. ist ziemlich nahe mit derjenigen der benachbarten Tschuktschen, entfernter mit der der Kamtschadalen verwandt. Vgl. Radloff in den "Mémoires" der Petersburger Akademie (1860).

Korjakow, Salzsee im Gebiet Semipalatinsk in Russisch-Zentralasien, 25 km von der Stadt Pawlodar, unweit des Flusses Irtisch, mit einem Umfang von 21 km, ergibt jährlich 7-8 Mill. kg Kochsalz und versorgt das Gebiet Semipalatinsk, Tobolsk und den östlichen Teil des Gouvernements Perm.

Kork (lat. Suber), ein Zellgewebe der Pflanzen, welches, stets nur als Hautgewebe auftretend, den schützenden äußern Überzug zahlreicher, besonders für eine längere, mehrjährige Lebensdauer bestimmter, in der Luft oder im Boden befindlicher Pflanzenteile bildet, aber nur selten so stark entwickelt wird, daß es zu technischer Verwendung tauglich ist. Das Korkgewebe besteht aus rektangulären, mehr oder minder tafelförmigen Zellen (Korkzellen), welche mit ihrem größern Durchmesser der Oberfläche des Pflanzenteils parallel liegen, allerseits innig miteinander verbunden sind, mäßig dicke Membranen haben und im abgestorbenen Zustand nur Luft enthalten. Die Membranen der Korkzellen verhalten sich wie die Cuticula der Epidermis und setzen besonders dem Ein- und Austritt von Wasser und Luft einen großen Widerstand entgegen. Meist bildet dieses Gewebe an der Oberfläche der Pflanzenteile eine zusammenhängende Schicht (Korkschicht), z. B. an saftreichen, fleischigen, unterirdischen Teilen (Schale der Kartoffelknolle) und ganz allgemein auf den Zweigen, Ästen und Wurzeln der Sträucher und Bäume. Diese Korkschicht (Fig. k) entsteht schon frühzeitig, wenn die Epidermis noch unversehrt ist, aus den unmittelbar unter derselben liegenden Parenchymzellen, seltener aus Epidermiszellen selbst, und zwar dadurch, daß die Zellen sich wiederholt durch Scheidewändeteilen. Nach jeder Teilung wird die eine Tochterzelle zu einer nicht weiter teilungsfähigen Korkzelle ausgebildet, während die andre ihre ursprüngliche Beschaffenheit behält u. allein die Teilung fortsetzt. Meist werden die nach außen liegenden Tochterzellen zu Korkzellen; die Korkschicht bildet sich dann zentrifugal fort vermittelst einer an ihrer Innenseite liegenden Schicht sich verjüngender Zellen, welche (Korkkambium, Phellogen, Fig. c) ein ununterbrochenes Dickewachstum der Korkschicht bedingt. Schon im ersten oder zweiten Jahr zerreißt die Epidermis und wird abgestoßen; die Korkschicht ist dann an ihre Stelle getreten. In spätern Jahren werden ihre äußern Zellen allmählich abgestoßen, während von innen immer neue gebildet werden. Eine solche lange Zeit im Zusammenhang sich fortbildende Korkschicht wird Periderm (Fig. K, s. d.) genannt. Meist hat das Periderm nur eine sehr mäßige Dicke; bei manchen Bäumen aber entwickelt es sich gleichmäßig zu einem sehr dicken, mehr oder minder schwammig weichen, wegen des Luftgehalts der relativ dünnwandigen Zellen sehr leichten, blaßbraunen Gewebe, welches als eigentlicher K. bekannt ist. Solche Korkbildung findet sich beim Feldahorn (Acer campestre) und bei der Ulme (Ulmus campestris); aber der K. zerklüftet sich hier in zwar hohe, aber schmale Korkflügel, während er sich bei der Korkeiche (Quercus suber) in dicken Platten gewinnen läßt. Solches in dicken Lagen gebildete Periderm besteht meist aus abwechselnden Zonen weiter dünnwandiger und engerer dickwandiger Korkzellen und erhält dadurch ein ähnliches Aussehen wie das von Jahresringen durchzogene Holz. Auch bei der Bil-^[folgende Seite]

^[Abb.: Querschnitt durch die Rinde eines jährigen Zweigs von Ribes nigrum. e Epidermis, pr Rindenparenchym, K Periderm, k Korkschicht, c Phellogen, pd chlorophyllhaltige Peridermzellen, b Bast.]